inov-8 Parkclaw 275 GTX

Im vergangenen Spätherbst brachte Inov-8 eine neue Schuhserie auf den Markt. Den Parkclaw 275. Ein sehr universelles Modell für Straße und Gelände. Von dem Parkclaw haben die Briten auch eine Goretex-Variante herausgebracht und diese habe ich zum Testen bekommen. Alle, die meine Tests schon länger verfolgen, werden sich jetzt denken: „Oh, ein GTX-Modell, die mag er doch nicht.“ So auch meine erste Reaktion, mir wäre die Version ohne GTX lieber gewesen, ich ließ mich aber überreden. Der Grund dafür: Gore® Invisible Fit. Eine neue Membran von Gore, die sich eben besser anfühlen soll. Und weil ich ja grundsätzlich neugierig bin auf Neuheiten – her damit.

Der erste Eindruck

Beim ersten Eindruck hält die neue Gore Membran noch nicht, was sie verspricht. Der Parkclaw 275 GTX ist klar als Goretex-Schuh erkennbar. Er wirkt einfach voluminöser und plumper als das Modell ohne Membran. Die GTX-Version wurde in schlichtem Schwarz-Grau mit roten Schuhbändern gehalten. Wie von Inov-8 gewohnt ist die Verarbeitung sehr sauber und mit 275g bei Schuhgröße 42 ist er für einen GTX-Schuh ungewöhnlich leicht. Die Außensohle ist nicht sonderlich grob. Der Schuh hat einen ordentlichen Zehenschutz, ist aber sonst nicht übermäßig verstärkt.

Die Passform

Und jetzt wird’s spannend. Den ersten Unterschied zu der normalen Gore-Membran spürt man wirklich, wenn man den Schuh anzieht. Er passt wirklich gut und wirkt am Fuß überhaupt nicht mehr so plump. Ich mag die Passform der Inov-8 Schuhe grundsätzlich sehr gerne, diese wird hier durch die Membran auch nicht negativ beeinflusst. Mit der Schnürung lässt sich der Fuß gut im Schuh fixieren, mit leichtem Spiel in der Ferse. Das ist aber bei Inov-8 typisch, da die Briten den Schuhen immer eine sehr weiche Fersenschale verpassen.

Die Sohle

Wie gesagt, die Sohle ist nicht besonders grob und zeigt in welche Richtung der Schuh will. Er soll sich zwischen Trail und Straße ansiedeln und beide Welten etwas vereinen. Die Sprengung liegt mit 8mm auch genau zwischen Straße und Trail, dadurch bietet der Parkclaw auch eine gute Dämpfung, nicht zu üppig aber spürbar. In der Zwischensohle kommt das Power Flow+ Material zum Einsatz. Bei der Außensohle setzt Inov-8 auf eine eigene Gummimischung.

Auf der Strecke

Eine wirkliche Überraschung hatte dann der Parkclaw 275 GTX dann beim Laufen für mich. Denn er fühlt sich für einen GTX-Schuh ungewöhnlich agil an. Er rollt sehr gut ab, gibt ein direktes Feedback und ist trotzdem gut gedämpft, auch auf Asphalt. Die Dynamik spürt man vor allem auf der Straße. Und auch auf den Trails vermag der Brite zu punkten. Die Sohle ist recht breit gebaut, damit hat man trotz 8mm Sprengung einen guten Stand und fühlt sich sicher. Das Abrollverhalten ist auch auf Trails gut. Doch die angestrebte Vielseitigkeit hat auch ihre Nachteile. Denn wenn das Gelände rauer wird, kommt der Parkclaw an seine Grenzen. Vor allem auf feuchtem Untergrund, feuchtem Stein oder feuchten Wurzeln ist das Profil überfordert und der Schuh rutscht. Auch wenn der Schnee zu weich ist, bietet das Profil zu wenig Grip.

Fazit

„From road to trail“ heißt der Claim für den Parkclaw 275 GTX und dieses Versprechen hält der Schuh auch. Der Parkclaw ist ein Universal-Schuh, wenn es bunt zugeht, also mal Straße, dann wieder Trail und wieder zurück auf die Straße. Wie es in Parks vermutlich auch vorkommt. Doch das Ganze hat seine Grenzen. Wer einen reinrassigen Trailschuh sucht, wird mit dem Parkclaw nicht glücklich werden. Wer aber einen Trainingsschuh sucht, mit dem er sowohl auf der Straße als auch leichtere Trails, wie Schotterstraßen, breitere Wander- und Wiesenwege laufen will, liegt beim Parkclaw richtig. Wer noch dazu trocken Füße haben will, vor allem jetzt im Winter, der kann auch getrost zur GTX-Variante greifen. Das Invisible Fit ist zwar nicht ganz unsichtbar, bzw. unspürbar, aber doch deutlich weniger spürbar als das normale GTX

Mehr Infos zum Parkclaw 275 GTX findet ihr hier

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