Mehr Realität im Outdoor-Sport

trailrunning, salomon, berge, dynafit

Wenn die Natur nicht mehr ernst  genommen wird –

Nicht nur Trailrunning boomt, alle Outdoor-Sportarten wie Wandern, Klettern,  Mountainbiken usw.  erfreuen sich immer größerer Beliebtheit . Kein Wunder, die Menschen wohnen immer mehr in den Städten, die Arbeit findet immer öfter nur mehr in Büros statt und damit kommt die Sehnsucht nach mehr Natur auf.

Grundsätzlich finde ich diese Entwicklung großartig, dass wieder mehr Menschen raus in die Natur gehen. Doch der Umgang mit und in der Natur macht mir zunehmen Sorgen. Nicht erst seit der Meldung, dass kürzlich am Traunstein ein Trailrunner in den Tod gestürzt ist. Klar, wenn mehr Menschen auf den Bergen  unterwegs sind , passiert zwangsläufig mehr. Das ist schon klar. Aber ich stelle auch fest, dass die Natur immer weniger ernst genommen wird.

Der Berg als Spielplatz – zu diesem Bild tragen auch die vielen Outdoor-Hersteller  bei. Wenn sie in der Werbung den Berg als inszenierten Freizeitpark erscheinen lassen. Es sieht alles spielerisch aus, alles easy und ungefährlich. Selbst die GoPro-Aufnahmen ,wenn Trailrunner über einen steilen Grat  auf einem Berg laufen,  sehen noch nach  Spaß und nicht nach Gefahr aus.

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Es entsteht eine trügerische Sicherheit, der vor allem jene in die Falle gehen, die nicht täglich in den Bergen unterwegs sein können wie ich. Wenn dann Unfälle passieren,  wird sofort mit der Eigenverantwortung argumentiert. Das ist auch bis zu einem gewissen Punkt richtig. Doch wenn in der Werbung und den Medien ein falsches Bild gezeigt und  damit den Konsumenten gelehrt  wird, dann kommt dort die Gefahr zu wenig vor. Klar, die Gefahr ist eine Spaßbremse, heißt es zumindest.

Ich bin für mehr Realität bei der Outdoor-Werbung. Schon klar, es werden immer die schönen Seiten zu sehen sein. Doch es darf kein Trugbild entstehen, dass die Berge ein Spielplatz sind. Denn das sind sie nicht, nicht mal die Grasberge in meiner Heimat,  den Kitzbüheler Alpen. Ein falscher Schritt reicht aus, nicht um sich ein Band zu zerren, sondern um  in den Tod zu stürzen. Das sollte uns schon bewusst sein, wenn wir in den Bergen rumlaufen. Auch wir Blogger und Influencer müssen hier der Realität mehr Platz geben.

Nicht alles ist leicht, nicht alles ist einfach und schon gar nicht alles ist ungefährlich in den Bergen. Wetterumbrüche, Felsabbrüche, rutschige Trails, Stolperfallen auf den Wegen usw. Es kann so viel passieren. Ich will nicht oberlehrerhaft sein und sagen, dass alles zu gefährlich ist. Ich plädiere nur dafür, dass wir die Gefahr alle im Hinterkopf haben und dementsprechend entscheiden und handeln. In dem Sinne, geht raus und habt Spaß, aber vergesst nicht, dass ihr nicht in einem Outdoor-Freizeit-Park unterwegs sein. Der reale Spaß hat auch reale Gefahren.

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4 Kommentare

  1. Ich habe vor allem eine Sache gemerkt: bei vielen die in Outdoorsport während dieser Boom eingestiegen sind steht nicht Natur erleben, sondern qualen, krasesste Instagram Stories von Pros nachmachen und alles ubertreiben. Verletzungen sind „part of the game geworden“.
    Mir kommt es einfach so vor das man seinen Gluck/Naturerlebnis nicht mehr nach eigene Gefühl misst, sondern gegenüber Benchmark: Social networks. Da wird man aber nie glücklich, weil
    bekanntlich „Man is a prisoner of his own desires“ welche in den Fall unendlich sind.

  2. Ich habe vor allem eine Sache gemerkt: bei vielen die in Outdoorsport während dieser Boom eingestiegen sind steht nicht Natur erleben, sondern qualen, krasesste Instagram Stories von Pros nachmachen und alles ubertreiben. Verletzungen sind “part of the game geworden”.
    Mir kommt es einfach so vor das man seinen Gluck/Naturerlebnis nicht mehr nach eigene Gefühl misst, sondern gegenüber Benchmark: Social networks. Da wird man aber nie glücklich, weil
    bekanntlich “Man is a prisoner of his own desires” welche in den Fall unendlich sind.

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