Was ist wirklich wichtig?

Trailrunning, dynafit, familytime

Ich muss heute noch laufen – was für ein schlimmer Satz. Doch vielen wird es auch manchmal so gehen. In der Arbeit ist viel zu tun, dann muss noch diese und jenes sofort erledigt werden, zudem ist man vielleicht noch beim einen oder anderen Verein, schreibt einen Blog, auch die Familie will Aufmerksamkeit und dann muss man ja noch laufen, sonst siehts mit der Fitness schlecht aus. Und plötzlich, ehe man sich versieht, wird die sonst liebste Beschäftigung in der Freizeit zu einem Muss.

So ist es mir heuer schon gegangen. Plötzlich machte Laufen keinen Spaß mehr, der Blick für die Natur war weg, denn ich hetzte durchs Training. Plötzlich fühlte es sich so gar nicht mehr leicht an. Aber nicht nur das Laufen, auch der Job, der Blog, die Familie, die anderen Hobbys – ich fühlte mich schwer. Es war an der Zeit sich die Frage zu stellen, was wirklich wichtig ist. Und eins war mir schnell klar, ich hatte mir wohl zu viel vorgenommen. Da war neben den „aussimuasi mit auffimuasi“-Community Runs auch die Planung für den Gamstrail in Kitzbühel, der am Samstag über die Bühne geht. Ich wurde gefragt mitzuhelfen, mein Knowhow einzubringen. Was für eine Ehre, da konnte ich nicht nein sagen. Hätte ich aber sollen, zumindest hätte ich etwas verhaltener Ja! schreien müssen. Dann kann das Eine zum anderen. Es wurde immer mehr und plötzlich war ich auch noch im OK-Team. Auch sehr ehrenvoll, aber letztlich zu viel.

Wollen statt müssen

Wenig Schlaf und der nicht gut, keine Zeit mehr für irgendwas, ständig drehten sich die Gedanken um alle Dinge, die ich noch tun MUSS. In mir wuchs ein dunkler Fleck, der immer mehr Energie aufsaugte. Kein Gedanke mehr an schön Trails oder eine nette Zeit mit der Familie. Vor allem wurde mir klar, das wird bis September noch mehr und nicht weniger. Ich werde immer noch weniger Zeit haben. Eigentlich war offensichtlich, dass sich das nicht ausgeht. Doch ich wollte die anderen des OK-Teams nicht im Stich lassen, mich aus der Verantwortung stehlen. Schließlich hatte ich ja ganz laut ja geschrien. Doch was ist wirklich wichtig? Wofür mache ich das alles? Steht sich das dafür, dass ich mich aufbrauche? Nein! Also habe ich mich aus dem OK-Team zurückgezogen. Eine sehr schmerzliche Erfahrung, aber es war heuer wohl meine beste Entscheidung.

#zeitmitderfamilie

Plötzlich fühlte ich mich wieder leichter, eine Last ist von mir abgefallen. Und siehe da, der Trail machte plötzlich wieder Spaß. Ich konnte wieder ohne Druck laufen, denn ich hatte ja keine Rennen am Plan. Auch für alles andere war wieder mehr Zeit. Im Job bin ich wieder konzentrierte und leistungsfähiger und ich hatte wieder mehr Zeit für die Familie. Immer noch zu wenig, aber ich arbeite daran. Es ist schwer, wenn man ein „Hans Dampf in allen Gassen“ ist, einen Schritt zurück zu machen. Aber man muss sich immer wieder überlegen, ob man wirklich überall dabei sein muss. Zudem muss ich auch meiner Frau einen riesen großen Dank aussprechen, für ihr Verständnis, ihre Geduld und dass sie mir bei Entscheidungen immer zur Seite steht!

Wie geht’s euch da so?

Familie, Beruf, Sport usw. bringt ihr das locker unter einen Hut? Wie haltet ihr hier die Balance? Ich würde mich wirklich sehr über euer Feedback freuen.

1 Kommentar

  1. Ja, bei mir ist läufts zurzeit ähnlich. Neben gesundheitlichen Problemen seit Mitte Jänner, die immer noch nicht überstanden sind, kam Übersiedlungsstress, mehr Arbeit in der Firma, mehr Arbeit im Haushalt, da die Frau mehr arbeitet, gesundheitliche Probleme beim Rest der Familie, Lernprobleme und damit verbundener enormer Zeitaufwand bei einem meiner Kinder und, und, und. Zudem werden die Kinder älter und man kann mehr mit ihnen unternehmen. Zeitgleich werde aber auch ich älter und brauche eigentlich etwas mehr Ruhezeiten. Heuer standen bei mir erst 2 Rennen am Programm, und trotzdem fühlte ich mich gestresst, da man ja halbwegs fit sein möchte. Im August stand ich zeitweise jeden zweiten Tag um 03:00 auf um zu trainieren, da ich sonst keine Zeit hatte. Das laugt aus, und man fragt sich: Wofür? Es sollte doch Spaß machen!

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