Künstliche Aufregung

Aufregung, Trailrunning, Unwetter

Am Wochenende ging der ZUT über die Bühne und immer, wenn bei Plan B etwas Außergewöhnliches passiert, gibt´s Aufregung in den sozialen Medien. Plan B ist für viele offenbar ein rotes Tuch und das müssen die Menschen dann offenbar auch laut kundtun. Doch was ist passiert?

Alle Veranstalter, die heuer schon ein Rennen in den Alpen durchgeführt haben, hatten mit dem Schnee zu kämpfen. So natürlich auch beim ZUT und deshalb gab´s auch lange keine Aussagen über die offiziellen Strecken. Schon das sorgte für Aufregung im Netz, doch das sollte letztlich nicht das Problem des heurigen ZUT sein. Denn es stand das Event-Wochenende bevor und die Veranstalter haben am Tag vor dem Rennen eine klare Entscheidung getroffen. Aufgrund vorhergesagter starker Unwetter am Samstagabend wurden alle Strecken, die länger als der Supertrail sind, gestrichen.

Mehr hat´s nicht gebraucht und so manchem ist die Sicherung durchgebrannt. Es hagelte Vorwürfe, man hätte doch starten können und dann abbrechen, wenn’s nicht mehr gegangen wäre. Oder die Leute, die einen Ultra laufen haben genügend Erfahrung in den Bergen, um mit sowas umgehen zu können usw.. Diese Behauptung wurde dann aber auch gleich widerlegt, als einer sich erboste, dass man das nicht schon viel früher bekannt gegeben hat. Tja, Unwetter lassen sich nicht 14 Tage früher vorhersagen. Soviel zur Erfahrung in den Bergen.

Laufen, Trailrunning, Aufregung, Veranstalter
Auf dem Berg kann es ziemlich schnell, sehr ungemütlich werden.

Aber jetzt mal ganz im Ernst: Was soll die Aufregung??? Der Veranstalter trägt die Verantwortung und übernimmt die Haftung. Es ist also seine Entscheidung, wie er bei einem drohenden Unwetter oder was auch immer vorgeht. Das es mit der Eigenverantwortung bei manchen Teilnehmern (wie viele Beispiele belegen) nicht weit her ist, macht diese Entscheidung vermutlich logischer. Ich kann jeden Veranstalter verstehen, der auf Nummer sicher geht. Und eins ist fix, leicht macht sich diese Entscheidung niemand. Auch das Argument, dass bei anderen Rennen anders entscheiden wurde, zählt nicht. Anderer Berg = andere Situation.

Ich kann schon verstehen, dass es nicht super ist, wenn man auf den ZUT oder einen anderen Ultra hintrainiert und dann nicht laufen kann. Aber es gibt halt höhere Gewalt, vielleicht nicht in manch einer zivilisierten Wohlfühlblase, aber im richtigen Leben auf den Bergen schon. Und es könnte auch anders kommen, man könnte zum Beispiel auch krank oder verletzt sein und nicht starten können. Wir betreiben einen Outdoorsport in den Bergen, dementsprechend unvorhersehbar sind manche Situationen. Damit muss jeder erwachsene Mensch und vor allem jeder Bergsportler umgehen können. Also macht euch locker und habt Spaß auf den Trails anstatt auf Facebook & Co rumzupöbeln.

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