Marker Alpinist

Die Latte neu gelegt –

Der Siegeszug der Pin-Bindungen im Skitourenbereich ist nicht mehr aufzuhalten. Nach dem das Patent gefallen ist, kommen immer mehr Hersteller mit einer eigenen Variante der leichten Pin-Bindung auf den Markt. So heuer auf der ISPO auch Marker. Sie haben die Alpinist vollmundig als Game-Changer angepriesen. Das schreit ja quasi nach einem Test und ich konnte wirklich noch im heurigen Winter eine Alpinist zum Testen ergattern. Ich konnte sie nun bei einigen Touren ausprobieren.

Der erste Eindruck

Auf den ersten Blick ist beim Vorderbacken die Verwandtschaft zur KingPin nicht zu leugnen, aber dann ist es das auch schon mit dem Bekannten. Nicht drei Federn pro Seite, sondern eine halten bei der Alpinist die Pins auf Spannung. Auffällig ist vorne auch der Bereich, auf den man mit dem Skischuh treten soll, um die Bindung zu schließen. Der Hinterbacken sieht auch sehr eigenständig aus. Gefertigt ist sie aus carbonverstärktem Polyamid und man kann auch den Z-Wert (4-9 oder 6-12) verstellen. Es gibt die Alpinist mit und ohne Stopper. Die Alpinist bring ohne Stopper nur 245 Gramm auf die Waage, mit sind es 335 Gramm. Die Bindung bietet drei Steighilfen und ein Verriegelung vorne für den Aufstieg. Der Stopper muss für den Aufstieg extra verriegelt werden und für die Abfahrt entriegelt. Generell ist die Bindung sauber gemacht, wirkt aber durch den Kunststoff nicht extrem hochwertig.

Die Funktion

Der Einstieg ist, wie von Pin-Bindungen gewohnt, beim ersten Mal etwas fummelig. Bei der Alpinist muss man ein wenig anders einsteigen, als bei anderen Pin-Bindungen. Man steigt auf einen schwarzen Gummi im Mittelgelenk, wenn man das nach ein paar Malen gewöhnt ist, geht der Einstieg sogar extrem einfach. Die Verriegelung zum Gehen ist gleich wie bei allen anderen Pin-Bindungen. Deutliche Abweichungen gibt es hinten. Um die drei Steighilfen zu nutzen, muss man den Hinterbacken drehen.

Der Mittlere ist eine Alu-Klappe die über der Abfahrtsspange liegt. Wenn man mit dieser Steighilfe das auskommen hat ist es besonders praktisch. Man braucht nur die Alu-Klappe nach vorne klappen und los geht’s. Wer ganz flach oder eine etwas höhere Steighilfe haben will, muss den Hinterbacken um 180 Grad drehen. Das geht zwar super einfach, ist aber nicht mit einem Stock zu schaffen. Mit Bücken wird’s auch sehr schwer, zumindest habe ich es nicht geschafft. Man muss also aus der Bindung aussteigen, wenn man diese beiden Varianten haben will. Wer nur diese beiden braucht, kann das Drehen auch schon vor der Tour machen, dass muss man nicht mehr aussteigen. Zum Abfahren muss man dann allerdings den Backen wieder drehen. Das geht bei der Alpinist aber ohne großen Kraftaufwand.

Die Verriegelung des Stoppers muss man gewöhnt werden, bzw. man muss einfach daran denken. Denn das Ganze funktioniert sehr einfach. Mit etwas Übung geht’s zum Abfahren sogar mit den Skischuhen ohne sich bücken zu müssen. Der Ausstieg ist wie gewohnt über den Vorderbacken. Nichts zu bemängeln gibt es der der Abfahrt. Die Bindung halt den Schuh stabil auf dem Schuh und überträgt die Kraft sehr direkt und gut. Auch auf eisigen Untergrund hält die Bindung.

Fazit

Ich muss sagen, dass mich das Wort „Game-Changer“ zu Beginn etwas sehr kritisch sein hat lassen. Man kann die Alpinist von Marker wohl wirklich als solches bezeichnen. Vielleicht nicht wegen der Funktion. Sie macht, was sie machen soll, ist gut verarbeitet und funktioniert problemlos, ist, mit kleinen Abstrichen bei den Steighilfen, sehr einfach zu handeln und ist leicht. Das wirklich Spannende ist viel mehr die Kombination aus der Funktion, dem Gewicht und dem Preis. Für einen Preis ab 300 Euro bekommt man wirklich eine sehr gut, leichte und voll funktionsfähige Pin-Bindung, bei der man keine Abstriche machen muss. Keine Frage, mit der Alpinist ist Marker also ein wirklich großer Wurf gelungen, der die Konkurrenz wohl in Zukunft knapper kalkulieren lässt.

Was ich auch noch sagen wollte: Ich habe die Marker Alpinist auf einem Völkl VTA84 testen können. Auch wenn der Ski kein Teil des Test war, will ich ein paar Wort zu dem Ski verlieren, weil er mich wirklich sehr positiv überrascht hat. Der Ski ist mit 1160 Gramm (170cm) schön leicht und bringt enormen Fahrspaß mit. Vor allem auf der harten Piste war ich vom VTA beeindruckt. In der Kombination mit der Marker Alpinist war der VTA84 ein wirklich sehr universell einsetzbarer Ski, der sowohl auf der Piste als auch Abseits viel Spaß macht.

Mehr Infos zur Marker Alpinist findet ihr hier

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