Tristkogel Challenge 18

Tristkogel, Challenge, Kitzbühel
© Michael Werlberger

Darfs ein bissl härter sein?

Ich weiß, ich weiß – ich habe gesagt, dass ich heuer keine Rennen laufe. Aber es gibt einfach ein paar wirklich klitzekleine Ausnahmen. So auch die Tristkogel Challenge in Kitzbühel. Ein Bewerb, bestehend aus Mountainbike, Berglauf und Orientierung. Heuer gabs die 10. Auflage und ich sage schon seit Jahren, dass ich da mal mitmache. Ich habe aber für den Team-Bewerb bisher nie den richtigen Partner gefunden, heuer wars aber so weit.

© Thomas Koller

Über einen Freund bin ich zu Graham Burns gekommen, er stammt ursprünglich aus England ist aber schon seit Jahren in Kitzbühel. Und er bringt eine ganz wichtige Fähigkeit mit, er kennt sich mit Orientierung aus. Denn da bin ich völlig unfähig. Also wars für heuer klar, wir treten an und damit war auch schon eine Ausnahme vom „Kein-Rennen-Jahr“ fixiert.

© Michael Werlberger

Der Prolog

Ich kenne die Tristkogel Challenge schon von Beginn an und war immer fasziniert von dem Bewerb. Also war die Spannung hoch. Am Freitag erfolgte der Stadtprolog. Ein kurzer Orientierungslauf in der Kitzbüheler Innenstadt. Quasi „Heimspiel“ für mich und dementsprechend gut lief es für uns auch. Aus der geplanten Runde wurde zwar ein Achter, aber wir haben uns nicht grob verlaufen und haben keinen Checkpoint übersehen. Die Stimmung in der Kitzbüheler Innenstadt ist bei dem Rennen immer großartig. Es sind vor allem Einheimische am Start, nahezu jeder kennt jeden und auch unter den hunderten Zuschauern sind viele Bekannte. Eine wirklich grandiose Atmosphäre.

© Thomas Koller

Auf das Bike

Am Samstag stand dann zuerst der Mountainbike-Part am Programm, zum Abschluss dann der Berglauf. Der Start war wieder in der Innenstadt. Gestartet wurde nach dem Rückstand vom Vortag in der Gundersen-Methode. Jedes Team wurde vorgestellt und bejubelt. Aber dann wurde es ernst. Raus aus der Stadt und so schnell wie möglich orientieren. Das Ziel war klar, die Hochwildalm in Aurach, aber der Weg dahin musste über die sechs Checkpoints gesucht werden. Schon recht bald war mir klar, dass das Ganz eine sehr hart Angelegenheit werden sollte. Ich sitze dafür einfach viel zu wenig am Bike und die Strecke war aus meiner Sicht auch sehr anspruchsvoll. Zudem hatte ich ein Leih-Rad, da ich ja selber kein Hardtail habe, das einen nicht sonderlich leichten ersten Gang hatte. Ich musste also viel mit Kraft treten und weniger mit Frequenz.

© Barbara Thaler

Es wurde härter

Der Bike-Teil zog ich dann dementsprechend und die Strecke vom letzten Checkpoint zur Wechselzone zog mir dann auch ehrlich gesagt den Nerv. Querfeldein über die Almen, schieben und tragen. Da hielt sich der Spaß in Grenzen. Klar, man kann die Route selber wählen. Die Alternative wäre gewesen, wieder abzufahren und zusätzliche 300hm zu machen. Also wählten wir halt die Almwiese. Schon da merkte ich, dass meine Kräfte schwanden. Ich hatte zu wenig gegessen und getrunken. Das Biken stresste mich etwas, dabei vergaß ich daran zu denken. Ein großer Fehler. Zum Glück hatte ich Graham, er war super fit und ich konnte ein paar kleine Stücke bei ihm im Schlepptau hinterherfahren.

Auf die Laufstrecke

Endlich waren wir nach gut 1200hm in der Wechselzone und wir bekamen die Berglauf-Checkpoints. Der Blick schweifte sofort nach oben, der nächste Checkpoint war am Bischof. Also gut 600hm oberhalb und die Route war schnell klar, es ging fast senkrecht nach oben. Der Aufstieg war dann brutal, denn die Oberschenkel waren vom Biken schon recht leer, also musste ich viel mit den Armen arbeiten. Oben angekommen gings mir dann aber bald wieder besser, ich hatte in der Wechselzone gegessen und getrunken, und auch die Hälfte des Weges vom Bischof zum nächsten Checkpoint war gut, dann mussten wir aber einen Berggipfel queren um zum nächsten Checkpoint zu kommen. Für mich eher grenzwärtig, da ich bei sowas eher feig bin. Es ging quer über Moosbeerstauden und Geröllfelder.

© Ansichtssache

Abbruch

Beim CP08 dann die Auskunft: „Das Rennen ist abgebrochen, ein Gewitter zieht auf.“ Meine Gefühle waren gespalten, zum einen war ich irgendwie froh, dass wir nicht weitermussten, zum anderen war ich extrem enttäuscht, denn die restlichen Punkte wären schon noch gegangen. Das Gröbste lag hinter uns. Wir haben den CP11 noch im gemütlichen Abstieg mitgenommen und auch den letzten CP12. Erst im Ziel haben wir erfahren, dass das Rennen nicht abgebrochen war, die Strecke wurde um zwei Checkpoints verkürzt für die letzten acht Teams. Sehr bitter, muss ich sagen. Denn wir haben uns zum Schluss wirklich nicht mehr beeilt. Der Veranstalter hat wegen des Kommunikationsfehlers dann die letzten acht Teams zwar gewertet, aber ohne Zeit. Naja, ein kleiner Trost.

Tristkogel, Challenge, Kitzbühel
© Michael Werlberger

Das wars

Rückblickend muss ich aber dennoch sagen, dass die Tristkogel Challenge eine wirklich einzigartige Veranstaltung ist. Perfekt organisiert, der Abbruch war wegen des Gewitters absolut nachvollziehbar, traumhafte Stimmung, vor allem ab der Hochwildalm ist die Gegend traumhaft, aber für mich ist fix: Es war das erst und letzte Mal für mich bei der Tristkogel Challenge. Das ist einfach nicht „mein“ Wettbewerb. Zum einen zu viel Biken, zum anderen einfach zu alpin. Da kommt bei mir kein Spaß auf. Dafür ist die Tristkogel Challenge aber extrem fordernd. Unglaublich intensiv und kräfteraubend, Hut ab vor allen, die das gefinished haben!! Ich mags einfach lieber, wenn ich schöne Trails laufen kann und es weniger stressig ist.

 

Ein großer Dank geht an meinen Teampartner Graham, dem ich wohl eher mehr ein Klotz am Bein als eine Hilfe war. Thank you Mate!!!!

2 Kommentare

  1. Servus! Ich weiß, das ist jetzt kein direkter Kommentar zum Challenge-Bericht (der in mir wieder etwas Neid geweckt hat 😉 ), aber ich schreibs trotzdem mal hier in die Kommentare. Ich les deine Beiträge unglaublich gern, der Schreibstil und nicht zuletzt natürlich die geschilderten Erlebnisse gefallen mir saugut, aber könntest du die Bilder in den Berichten nicht in einer Lightbox öffnen? Das ist extrem unvorteilhaft anzuschauen sonst, wenn die Bilder immer im gleichen Tab aufgehen. 😉

    • Hallo Matthias

      Erst mal vielen Dank für dein Lob. Sowas freut mich natürlich sehr zu lesen.
      Noch einen größeren Dank aber für dein Feedback. Ich habe mir das gleich zu herzen genommen und eine Lightbox installiert. Ich hoffe, dass ist jetzt besser für dich und die anderen Leser. Nur dank solcher Hinweise, kann ich die Seite verbessern. Vielen Dank!

      LG Harald

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