Crossing Austria in Worten

Eine unbeschreibliche Woche

Es hat etwas gedauert, aber meine Gedanken mussten sich erst etwas ordnen. Das Projekt „Crossing Austria“ von Klaus Gösweiner und Markus Amon war nicht nur für die beiden Ausnahme-Sportler eine wirklich unglaubliche Erfahrung, sondern auch für alle anderen, die mit dabei waren.

© Phillipp Reiter / Crossing Austria

Nicht weniger als 482 Kilometer, 19.000 Höhenmeter in sieben Tagen hat dabei Klaus zurückgelegt. Bei Markus stehen 392 auf dem Kilometerzähler. Allein schon diese beiden Zahlen zeigen, dass „Crossing Austria“zwar ein gemeinsames Projekt der beiden war, aber nicht parallel verlief. Gemeinsam gestartet und auch gemeinsam im Ziel – aber der Weg dazwischen hätte nicht unterschiedlicher sein können. Ich durfte die beiden die ganze Woche begleiten, zum Teil im Begleitfahrzeug und zum Teil beim Laufen. Darüber habe ich täglich berichtet, die Posts findet ihr hier: Tag1, Tag2, Tag3, Tag4, Tag5, Tag6, Tag7. Ich habe mich entschieden, keine Zusammenfassung des Ganzen zu schreiben. Denn das wäre kaum möglich, zu lange und zu umfangreich ist das Ganze. Klaus und Markus arbeiten bereits an einem Vortrag zu Crossing Austria, der hier sicher noch besser wiedergeben kann, was die beiden erlebt haben.

Achterbahn der Gefühle

Trotzdem will ich eine Art Bilanz ziehen, denn diese sieben Tage haben mich extrem bewegt und geprägt. Zum einen war es die unglaubliche Fitness von Klaus, welche auch uns Begleiter manchmal fast überfordert und vor allem schwer beeindruckt hat und zum anderen war es der unglaubliche Kampfgeist von Markus, der uns Demut gelehrt und zu Tränen bewegt hat. Diese Woche hat gezeigt, wie weit Freundschaft reichen kann und dass man nicht immer alles zusammen machen muss, um es trotzdem gemeinsames zu schaffen. Es war ein Freundschaftsprojekt der beiden, trotzdem zwangen die Umstände die beiden, es über die Woche sehr unterschiedlich und getrennt anzugehen. Auch für uns Begleiter war es am Anfang schwer zu verstehen. Aber die beiden hatten einen beeindruckenden gemeinsamen Weg gefunden, der sie letztlich gemeinsam ans Ziel auf den Glockner bringen sollte.

© Phillipp Reiter / Crossing Austria

Leider musste Markus eineinhalb Tage Pause einlegen und konnte nicht die volle Distanz mitlaufen. Klaus lief hier für beide allein weiter. Aber das Ganze war keine Floskel, man spürte das bei jeder Verpflegstelle, dass Markus und Klaus nach wie vor ein Team sind. Besonders bewegend war für mich der Punkt, als Markus am Glocknerhaus wieder eingestiegen ist. Beide begrüßten sich unter Tränen und liefen wieder gemeinsam weiter. Das war Gänsehautfeeling pur. Keine Vorwürfe, kein Gezeter, sondern einfach tiefer Respekt voreinander. Das ist wahre Freundschaft

Wir statt Ich

Kameradschaft – ein Wort, dass nicht mehr wirklich modern ist und auch etwas verstaubt wirkt. Aber ich würde diese Woche genau unter dieses Wort stellen. Es war wirklich gelebte Kameradschaft und Freundschaft, welche diese ganze Woche das Team begleitet hat. Denn das Team war nach wenigen Stunden zusammengeschweißt. Das Ziel war auch für uns klar, auch wenn’s nicht immer ganz einfach war so viele verschiedene Menschen unter einen Hut zu bringen. Die Versorgung der beiden war ein großer logistischer Aufwand. Schließlich mussten die Begleiter, insgesamt 15 Personen, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und mit den Autos mussten wir teilweise ordentliche Umwege fahren. Die optimale Versorgung der Athleten war aber immer das oberste Gebot: „Der Athlet hat immer recht.“ Nicht nur mit Nahrung, sondern auch mit Kleidung, Schuhen usw. wurden die beiden dabei versorgt. Der Aufwand war enorm, aber alle haben ihr Bestes für Markus und Klaus gegeben und nicht weniger hatten sie verdient. Denn auch sie gaben ihr Bestes.

© Phillipp Reiter / Crossing Austria

Beim Versuch, diese Woche zusammenzufassen, zeigt sich, dass Worte ihre Grenzen haben. Deshalb will ich mich zum Schluss einfach nur bedanken, ein Teil von Crossing Austria gewesen sein zu dürfen. Es war unglaublich beeindruckend, spaßig, anstrengend, herausfordernd, aufregend, sportlich, freundschaftlich, kameradschaftlich und bereichernd. Es war mir eine Ehre, Klaus und Markus begleiten zu dürfen!

© Phillipp Reiter / Crossing Austria

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