Innsbruck Alpine Trailrun Festival 2019 Nachbericht

Gelungener Start in die Trailsaison

IATF, Innsbruck, Trailrunning, Laufen, Trail

Das Innsbruck Alpine Trailrun Festival war heuer wieder mein Auftakt in die Trail-Saison. Und nicht nur für mich, das IATF ist ein großer Treffpunkt der Trailrunning-Szene im Alpenraum und jedes Jahr ein großes Hallo unter Freunden. Im Vorjahr habe ich ja es ausnahmsweise ausgelassen, aber heuer musste ich einfach wieder in Innsbruck mit dabei sein.

Meet&Greet

Nach der Pause im Vorjahr war die Vorfreude groß. Schon Wochen vorher war klar, dass wieder viele bekannte Gesichter in Innsbruck mit dabei sein werden – Freund, Bekannte und Online-Bekanntschaften. Eine spezielle Vorbereitung gab´s bei mir aber nicht. Nach der Sellaronda war ich nicht sonderlich motiviert, wieder strukturiert zu trainieren und die 25k gehen locker – dacht ich zumindest. Erstmals war ich daher schon am Donnerstag, beim Night Trail im Einsatz. Ich bin schon früh angereist, um die Stimmung zu genießen und mir eben genau für dieses Leute-Treffen Zeit nehmen wollte. Und es war wie erwartet, irgendwie kannten sich gefühlt da fast alle. Vor dem Night Trail mit seinen nur 7k war die Stimmung bei allen recht locker. Wie es sich für ein erstes Zusammentreffen nach einer langen Wintersaison gehört, wurde viel geschwatzt, denn man hat sich ja viel zu erzählen.

Night Trail

Die Wettervorhersage für das Innsbruck Alpine Trailrun Festival Wochenende war ja alles andere als gut, sogar Schneefall stand im Raum. Doch letztlich kam alles ganz anders. Am Donnerstag, beim Night Trail war das Wetter aber ganz ok. Zumindest vor dem Start. Pünktlich zum Startschuss um 20.30 Uhr kam aber dann auch der Regen. Aber egal, das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Über 500 Läufer waren beim IATF Vorspiel schon am Start und die Strecke führte zur Hungerburg und dann wieder runter. Mit 7 Kilomeatern und knapp 300 Höhenmetern ist die Strecke ideal für Einsteiger oder auch als Warm-up für das Wochenende.

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© Phillipp Reiter

Es ging recht zügig los, ich ja etwas Bammel, dass es eine Tempohatz werden würde, aber ich hatte mich im Griff. Meine Idee war es, langsam anzulaufen, dann im Aufstieg etwas anzuziehen und es dann im Downhill krachen zu lassen. Soweit die Theorie, die lief auch bis zur Hungerburg ganz gut. Ich hatte im Ansteige recht lockere Beine, im Downhill aber dann die Ernüchterung. Die Strecke ist echt lässig, aber für so viele Starter fast ein bissl eng und so hatte ich im Downhill sogar zweimal einen kurzen Stau. Mit Rollenlassen war also nix. Aber egal, die Stimmung war gut und als Warm-up für den Samstag wars sehr gut. Gemeinsam die Trails, um Innsbruck in der Nacht zu laufen hat zudem noch einen echt besonderen Charme.

IATF Samstag

Nach der 15er Strecke im Jahr 2016 und der 42 im Jahr 2017 war heuer der 25er dran. Die Strecke kannte ich noch nicht und zum Start der Saison reicht es. Ich bin das ganze sehr locker angegangen, wohl locker. In der Früh fehlte die Anspannung total, ich bin mit meiner Sellaronda Teampartnerin und einem Lauftreff-Kollegen nach Innsbruck gefahren und wir sind zusammen am Start gestanden. Auch hier gabs viel zu quatschen und ich traf viele nette Bekannte. Ich war so locker wie noch nie beim einem Start. Auch das Wetter war besser als vorhergesagt, es war zwar kühl aber trocken. Später sollte sogar noch die Sonne etwas hervorkommen. Die erste Schleife vom Start durch die Altstadt ist dann richtig lässig zum Einrollen und die Stimmung war super. Den Anstieg kannte ich von Night-Trail mehr oder weniger, er war nur etwas länger. Hier lief es gut. Ich habe mich entschieden ohne Stöcke an den Start zu gehen. Bei 25,5k und knapp 1000Hm hatte ich die Befürchtung, dass sie mehr eher im Weg umgehen, denn die IATF Strecken sind bekannt dafür, dass sie eher schnell und nicht zu steil sind.

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Sie fehlten mir im ersten Anstieg auch nicht, es ging gut nach oben und die Beine waren locker. Der erste Downhill dann nach Kranebitten war schon die erste Überraschung. Ich hatte mir das Höhenprofil nicht genau angeschaut – locker halt – und war dann überrascht, dass es nicht nur bergab, sondern recht hügelig mit ein paar kurzen und knackigen Anstiegen dahin ging. Ein wirklich schöner Trail, der großen Spaß machte. In Kranebitten war dann eine Labe und ich fühlte mich gut, war mir sicher, dass ich die Strecke unter 3 Stunden locker schaffe. Ich hatte da wohl einen kleinen Rechenfehler, wie sich dann aber beim KM 17 herausstellte und mir plötzlich bewusst wurde, dass das kein lockerer Entspannungslauf ist, wenn ich wirklich noch unter der 3 Stunden bleiben will. Also hieß es das Tempo etwas anzuziehen. Lieder hatte ich niemanden, der hier ein passendes Tempo gelaufen ist, also musste ich mich auf mich selbst konzentrieren. Und hier dann die zweit Überraschung, denn auch der zweite Teil der Strecke war nicht einfach hoch und runter, sondern hügelig. Vom Winter sind meine Beine aber immer noch recht langsam vom Skitourengehen und so wars dann echt hart, etwas mehr Pace zu machen. Auf den letzten 4k warteten dann aber wieder schöne Trails und die haben die Strapazen dann etwas vergessen gemacht.

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© Sportograf
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© Sportograf

Nichts desto trotz, um die 3h zu halten, hieß es jetzt durchbeißen und das hat mir dann doch auch Spaß gemacht. Mich zu fordern und wirklich zu pushen. Ich wusste, dass zum Schluss noch ein kurzer, aber knackiger Anstieg wartet. Lustigerweise empfand ich den aber nicht annähernd so hart wie die leichten Anstiege, die es für meine Verhältnisse flott zu laufen galt. Die Zeit tickte, die letzten 2k habe ich viel auf die Uhr geschaut und im Ziel war ich dann echt Happy, dass ich mit 2:59:07 im Ziel am Natterer See einlaufen konnte. Wow, das war dann doch etwas härter als vorgestellt. Naja, wieder was gelernt. Locker vor und am Start ist gut, zu locker sollte es aber auch nicht sein. Die Strecke war wie erwartet recht schnell, eine richtige Läuferstrecke.

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© Phillipp Reiter

Ein cooles Wochenende

Das Innsbruck Alpine Trailrun Festival hat wieder alle meiner Erwartungen erfüllt. Es ist einfach schön nach dem Winter wieder so viele Freunde und Bekannte zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam zu laufen. Die Stimmung ist super und die Veranstaltung ist wirklich gut organisiert.  Alles läuft reibungslos, von der Startnummern-Abholung über die gut bestückten Verpflegstationen bis hin zum Start/Ziel Bereich. Auch der Night Trail ist eine Bereicherung, auch wenn die Strecke in Sachen Kapazität an ihre Grenze stößt. Aus diesem Grund war ich auch sehr verwundert, dass Starter mit Hunden zugelassen waren. Bei einem Ultra ist das kein Problem, bei einer kurzen engen Strecke aber schon. Das sorgte für ein paar unangenehme Situationen und Schreckmomente im Rennen bei so manchem Teilnehmer. Auch dass es nach dem Night Trail nix mehr zu essen gab im Start-/Zielbereich ist schade. Die Food Trucks hatten schon geschlossen und die 500 Finisher hätten Hunger gehabt.

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© Sportograf

Der Hautevent am Samstag war dann aber super. Der Ablauf ist höchst professionell auch die Verpflegung auf der Strecke und die Beschilderung ist sehr gut. Einzig das Ziel am Natterer See für die 25k Teilnehmer ist etwas schade. Hier ist kaum Stimmung. Hier wäre es schön, wenn auch die 25 im richtigen Ziel in Innsbruck einlaufen könnten, wie alle anderen auch. Weil es nach dem IATF immer wieder die Kritik gibt, dass der Trail-Anteil bei den Strecken höher sein sollte. Ja, wenn er höher wäre, wäre es schön. Aber mir gefallen die Strecken auch so und Anfang Mai ist es in den Alpen halt noch nicht so leicht eine schneefreie, um sichere Strecke anzubieten. Für den Start in die Saison finde ich die Strecken wirklich sehr schön. Der Trailanteil ist absolut ok und die Trails, die es gibt, sind auch wirklich super schön. Forst- und Asphaltstraßen lassen sich bei der Querung des Inntals auch schwer vermeiden. Also, mehr Trail geht immer, aber ich finde die 25k und die 42k Strecke echt schön. Und nach dem die Veranstaltung auch heuer wieder ausgebucht war, scheinen die Veranstalter doch vieles richtig zu machen. Und das kann ich nur unterstreichen.

Und dann habe ich noch einen Lesetipp für euch. Wer wissen will wie es auf der 85k Strecke zugegangen ist sollte mal bei Steve Auch vorbeischauen. Seinen Rennbericht zu der Ultrastrecke findet ihr hier

Transparenzhinweis: Der Startplatz wurde mir vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Es waren damit keine Verpflichtungen verbunden.

1 Kommentar

  1. Servus Harry,

    vielen Dank für deinen Bericht und den Link zu meinem.
    War echt ein lässiges Event und cool, dass wir uns wieder mal getroffen haben.
    Im Prinzip müssten sie auf der 25k Strecke Start und Ziel einfach tauschen und gut ist oder?
    Da könnte man mal drüber nachdenken, sofern es organisatorisch machbar ist.

    Das mit den Foodtrucks fand ich auch genial, aber ein paar mehr und längere Öffnungszeiten hätte ich auch cool gefunden. Aber sie kamen definitiv sehr gut an und waren super lecker.
    Kannst ja nächstes Jahr mit deinem Grill anreisen und nen Stand aufmachen. 😉

    Viele Grüße

    Steve

    PS: Wenns passt, schaue ich morgen mal beim CTR vorbei.

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