Dalbello Quantum Asolo Factory

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Dalbello war bisher wohl eher Freeridern bekannt. Doch mit der Quantum Schuhserie wollen sie auch bei den Tourengehern und Skibergsteigern punkten. Der Quantum ist heuer auf den Markt gekommen und es gibt den Schuh in drei Versionen. Ich durfte das Topmodell, den Quantum Asolo Factory ausführlich testen.

Der erste Eindruck

Der Quantum Asolo Factory ist deutlich leichter als er auf den ersten Blick vermutet. Die Waage zeigt lediglich 1012 Gramm (Größe 27,5) an. Auffällig ist vor allem das QLS-Schnürsystem, welches per Drehrad justiert wird. Das ist allerdings ein Eigenbau und kein Boa-Verschluss. Die Bauweise ist aber ungewöhnlich und neu. Sie nennt sich Bonded-Shell-Schalenkonstruktion und wird aus zwei Teilen zusammengefügt. Dadurch kann Dalbello die Bauweise etwas niederer machen und man hat weniger Spiel im Schuh. Der Geh- und Stehmechanismus ist eine Kombination aus einem Hebel an der Rückseite und eines Bandes, welches über das Schienbein läuft. Natürlich gibt es auch die Einsätze für die Pin-Bindungen. Gut gefällt mir die integrierte Gamasche.

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Die Passform

Der Quantum Asolo Factory hat einen 99er Leisten, ist also recht schmal. Zudem merkt man diese neue Bauweise gleich, weil man sehr kompakt im Schuh steht. Dank des Drehrades lässt es sich recht einfach dosieren, wie fest der Mittelfuß und damit auch die Ferse fixiert werden soll. Das Drehsystem funktioniert dabei ganz ok. Es wirkt aber eher einfach. Etwas speziell ist dann die Anpassung im Schienbein- und Wadenbereich. Hier läuft eine Schnur vom Verschlusshebel nach vorne zu einer Verriegelung. Man zieht also die Schnur fest und fixiert dann das Band. Soweit zur Theorie. Denn das kann man machen, wenn der Hebel offen ist, dann muss man vorher schätzen, wie eng es dann wird oder man macht es, wenn der Hebel zu ist. Das ist die bessere Lösung, aber nicht perfekt. Denn die Verriegelung schließt genau in die falsche Richtung. Dabei man lässt also immer wieder etwas Seil nach, was den Halt verschlechtert. Auch wenn man das theoretisch nur einmal machen muss, dann sollte es ja passen, ist hier doch Luft nach oben. Denn manchmal muss man das halt schon anpassen und dann wird’s unpraktisch.

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Die Fixierung ist nicht optimal gelöst

Die Sohle

Hier setzt Dalbello beim Quantum Asolo Factory ganz auf das Knowhow von Virbam. Der Gummi der Italiener funktioniert gut und das Profil ermöglicht auch Steigpassagen ohne Schnee, oder auch auf dem Felsen. Hier gibt es nichts auszusetzen. Die Aufnahmen für die Bindung sind sauber verarbeitet.

Vibram

Persönlichen Eindruck

Ganz klar, der Quantum Asolo Factory richtet sich an sportlich Tourengeher, die schnell unterwegs sind und einen leichten Schuh suchen, aber dennoch nicht zu viele Abstriche bei der Abfahrt machen wollen. Erfüllt der Quantum Asolo Factory diese Wünsche? Also, was das Gewicht betrifft auf jeden Fall, das ist mit xxx Gramm wirklich angenehm leicht. Auch wenn das Ganze mit dem Seil beim Einstieg etwas fummelig und unpraktisch ist, beim Gehen funktioniert es super. Der Fuß wird dank Drehrad gut fixiert und oben ist man sehr frei. Der geteilte Schaft liefert einen Bewegungsspielraum von mehr als 65 Gard. Trotz des geringen Gewichts ist er immer noch komfortabel. Überrascht war ich dann wirklich von der Abfahrtsperformance. Das durch Carbon verstärkte Polyamid reduziert nicht nur das Gewicht, es erhöht auch die Steifigkeit. Das merkt man bei der Abfahrt. Hier ist der Quantum Asolo Factory wirklich stark, auch auf der Piste. Wenn, ja wenn, man das mit dem Seilzug gut hinbekommen hat.

Pro&Contra

Pro: Leicht, komfortabel, steif
Contra: Fummeliger Verschlussmechanismus, recht einfaches Drehsystem

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Fazit Dalbello Quantum Asolo Factory

Beim Quantum Asolo Factory gibt es Licht und Schatten. Zum einen sitzt der Schuh sehr gut am Fuß und ist trotz seines geringen Gewichts komfortabel. Mit seinem 99er Leisten ist er aber schon sehr schmal. Das muss man beim Kauf bedenken. Positiv ist die Bewegungsfreiheit. Beim Gehen merkt man den Schuh fast nicht. Auch die Abfahrtsperformance ist sehr gut. Selbst wenn man mit breiterem Ski im Powder oder mit Speed auf der Piste unterwegs ist. Dann kommen wir aber zum Schatten. Zum einen ist der Drehknopf recht einfach gemacht, der Einstieg ist mühsam, wird aber mit der Zeit etwas besser. Aber wirklich nicht gefallen hat mir dieser Seilzug. Den kann man einfach nicht präzise einstellen. Der Hebel an sich funktioniert aber gut. Wer mit diesem Seil-manko leben kann, oder damit einfach irgendwann geübt ist, wird mit dem Quantum Asolo Factory aber sicher viel Freude haben. Ach ja, schmale Füße sollte ihr auch haben.

Empfehlung: Ein leichter, immer noch komfortabler Schuh für Pistengeher oder jene, die gerne einen leichten Schuh bei ihren Touren haben möchten. Eine Empfehlung ist er für alle, die schmale Füße haben.

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Herstellerdetails

  • Gewicht: 960 Gramm
    Schließsystem: Drehknopf und Seil/Hebel Kombination
    Material: Polyamide Composite Carbon/ Polyamide Composite Carbon
    Außensohle: Vibram
    Leisten: 99mm
    UVP: € 629,-

Mehr Infos zum Dalbello Quantum Asolo Factory findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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