Petzl Swift RL

Da geht das Licht auf bei Preis/Leistung

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Herbst und Winter ist Stirnlampenzeit und Petzl hat rechtzeitig im September die neue Swift RL auf den Markt gebracht. Und mit bis zu 900 Lumen bei 100 Gramm Gewicht macht Petzl auch eine starke Ansage. Bei Stirnlampen zählt aber mehr als nur die reine Power, vor allem auf dem Trail. Das zeigt auch die kleine Bindi von Petzl (Test). Ich habe mir deshalb diese neue Lampe ganz genau angeschaut

Der erste Eindruck

Besonders auffällig ist bei der Swift RL ist, dass sie trotz der bis zu 900 Lumen ohne einen Akkupack am Hinterkopf auskommt. Petzl hat den 2350 mAh Lithium-Ionen-Akku vorne dazu gepackt. Er ist sozusagen zwischen dem Lampenkopf und dem Kopfband eingebaut. Trotz der 2350 mAh ist er sehr schlank ausgefallen, damit wird die Lampe nicht sonderlich groß. Sie ist kaum größer als die „schwächeren“ Petzl Lampen. Weil die Lampe aber so viel Power hat, wurden zwischen Lampenkopf und Akku auch noch Kühlrippen eingebaut, damit sie nicht so heiß wird.

Auffällig ist auch das Stirnband, denn es ist sehr stark rückstrahlend, wenn es angestrahlt wird leuchtet es fast. Das erhöht die Sicherheit beim Laufen. Der Winkel des Lampenkopfs ist leicht verstellbar. Wie die Nao kommt die Swift auch mit dem Reactive Lightning-System, das heißt, dass sich die Lampe selbst die Lichtstärke reguliert. Zum Beispiel blendet sie ab, wenn man unter Straßenlaternen durchläuft, wenn man in den dunklen Wald abbiegt, blendet sie auf. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch ökonomisch, da es die Akkulaufzeit erhöht. Die Bedienung erfolgt über einen Knopf. Dieser lässt sich sperren, damit sich die Lampe beim Transport nicht versehentlich einschaltet.

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Auf der Strecke

Mit 100g ist die Swift RL relativ leicht und das merkt man auch, wenn man sie aufsetzt. Sie ist kaum spürbar, das ist aber auch dem Kopfband zu verdanken. Dieses lässt sich sehr gut an die Kopfform anpassen. Die Bedienung der Swift RL ist denkbar einfach, es gibt nur einen Kopf. Mit ihm kann man insgesamt sechs verschiedene Leuchtmodi einstellen. Drei im Reactive Lightning Modus, und drei Fixstärken. Die Reactive Lightning-Modi haben 100, 300 und 900lm im Maximum, die Standart-Modi 10, 200 und 550lm. Grundsätzlich schaltet man die Reactive Lightning Modi durch, bleibt man länger auf dem Knopf, kommt der jeweilige Standardmodus.

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Soweit zur Leistung. Doch noch viel mehr zählt für mich auf dem Trail der Leuchtkegel. Manche Lampen machen nur einen runden Kegel, damit sehe ich aber nur dort was. Auf dem Trail will ich aber auch mögliche Äste usw. rund um mich herum sehen. Hier kommt bei Petzl dann auch das Reactive Lightning zur Geltung. Denn damit wird nicht nur die Leuchtkraft über einen Helligkeitssensor automatisch angepasst, sondern auch die Form des Lichtkegels. Mit gleich zwei Lichtkegel, bietet die Swift RL ein sehr angenehmes Lichtbild und leuchtet den Trail sehr sauber aus. Natürlich kann man bei der Akkuleistung bei dem Gewicht keine Rekorde verlangen, aber beim stärksten Reactive Lightning-Modus mit bis zu 900lm kommt die Swift RL an die 2,5 Stunden aus. Die sind nicht nur Werksangabe, sondern auch von mir getestet. Bei den fixen 550lm sind es gute zwei Stunden. Wer mit den 300lm schon sein Auslangen findet, der kommt sogar fast sechs Stunden durch.

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Fazit Petzl Swift RL

Keine Frage, mit der Swift RL setzt Petzl neue Maßstäbe in Sachen Preis-Leistung. Denn mit den bis zu 900lm, bei 100g und mit Reactive Lightning bleibt sie unter 100 Euro und das ist schon eine Ansage. Dazu kommt noch der ausgezeichnete Tragekomfort, hier ist es besonders angenehm, dass man hinten keinen Akku hat. Dadurch wird sie aber etwas „kopflastig“, was bei 100 Gramm aber nicht das ganz große Thema ist. Der fehlende große Akku ist aber wohl auch das einzige Manko der Swift RL, denn die Akkulaufzeit ist mit 2,5 Stunden schon etwas begrenzt. Doch da ist dann halt die Frage, ob man auch wirklich mehr braucht. Für den klassischen Feierabendlauf reicht es allemal. Mich hat die Swift RL wirklich begeistert, klein, leicht, stark, günstig und eine wirklich ausgezeichnete Ausleuchtung der Trails. Wer mit 2,5 Stunden Akkuleistung bei höchster Stufe genug hat wird derzeit nix Besseres am Markt finden.

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Mehr Infos zur Petzl Swift RL findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

14 Kommentare

  1. 900 Lumen ist schon ne Ansage. Meine „alte“ Nao ist mit ihren 500irgendwas Lumen ja schon richtig hell. Und dazu ist die Swift so schön kompakt.
    Wie reagiert die Lampe, wenn sie im höchsten Modus an die Kapazitätsgrenze kommt? Schaltet sie in „Sparmodus“, damit ich noch irgendwie nach Hause komme?

  2. leider muss ich sagen, dass ich bei der vollmundigen Angabe von 900lm davon ausgegangen bin, dass diese Helligkeit auch im Standard-Modus verfügbar ist. Angeblich sind die 900lm jedoch nur im Reactive Mode nutzbar.
    Bei meinen Tests ist es nun aber so, dass der Standard-Modus im Vergleich immer heller war, als der Reactive Mode.
    Hast Du das auch bei Deiner Lampe getestet und konntest feststellen, dass die Lichtleistung im Reactive Mode deutlich heller gewesen wäre als im Standard-Modus? Falls ja, wie hast Du das getestet?

    • Also, dass die 900lm nur im Reactiv Mode zur Verfügung stehen, steht ja bei jeder Produktbeschreibung dabei und sollte der Verkäufer auch erwähnt haben. Welche Tests machst du denn? Ist nämlich unmöglich, das objektiv zu messen ohne ein Lichtlabor. Denn wenn du einfach nur umschaltest wird der “normale Modus” immer heller sein, da der Reactive Mode ja runter regelt wegen des rückstrahlenden Lichtes. Ich für meinen Teil, kann nur sagen, dass mir die Lampe im Reactive Mode immer ausreichend Licht bringt, ich bin deshalb auch fast nur mit dem Unterwegs. Zudem bin ich mir recht sicher, dass man nur mit dem freien Auge 700lm und 900lm nicht wirklich unterscheiden kann. Da vertraue ich auf die geprüften Angaben des Herstellers. Mir ist wichtig, dass die Lampe im normalen Modus die Lichtstärke konstant hält und nicht nach ein paar Minuten abdimmt, das tut sie und mir ist wichtig, dass sie mir beim Laufen immer ausreichen Licht und eine schöne Ausleuchtung bietet und das tut die Swift RL im Reactive Modus.

  3. Anfrage hat sich erledigt – hatte mit Petzl Kontakt:
    Finger auf den Sensor draufhalten genügt selbst bei Nacht nicht.
    Möchte man die 900lm nutzen, muss der Sensor absolut lichtdicht abgedeckt werden (z.B. Metallplättchen+lichtdichter Kit). Dann leuchtet die Stirnlampe bei 20°C Umgebungstemperatur etwa 1:40Min. lang deutlich heller als auf der hellsten konstantlicht-Stufe 3. Danach dimmt die Leuchte automatisch auf ca. die zweite Stufe herunter (wahrscheinlich kann der Kühlkörper die Wärme nicht mehr genügend abführen).

    LG Grüße,
    andreas
    P.S.: einen sinnvollen praktischen Anwendungsfall kann ich nicht wirklich erkennen, wo die Lampe selbstständig die 900lm ausschöpft. Der Lichtsensor ist meiner Ansicht nach einfach zu lichtempfindlich.

  4. …noch als Ergänzung zu Deinem Kommentar:
    messen kannst Du das mit einer Ulbricht Kugel (eine kleine hat jedes Optische Labor einer Hochschule und auch viele Firmen, die Lichtausstattung bauen od. liefern – dann natürlich die großen, wo eine ganze Leuchte rein passt).
    Den Unterschied von 350lm siehst auch Du ohne Weiteres – einfach mal im Reaktive Mode den Sensor vollkommen lichtdicht abdecken und dann auf den standard Modus umschalten.

    Grüße, andreas
    P.S.: außer in der Anleitung, wo es korrekt beschrieben ist, wird in jeder Werbung zu der Stirnleuchte stets mit 900lm geworden. Da ich sie aber in kaum einem sinnvollen Anwendungsfall wirklich aus der Lampe herausgekitzelt bekomme, ist diese Angabe, aus meinem Blickwinkel, zumindest irreführend.
    Petzl hätte ja die Möglichkeit die 900lm wirklich sinnvoll nutzbar zu machen (andere Empfindlichkeitsparameter, Schalter od. Abdeckung etc.). In der jetzigen Ausführung wird das ohne externe Hilfsmittel nicht klappen.

    • Also es steht auf der Verpackung klar drauf, ist sogar eine Auflistung wie stark sie mit welchem Modus leuchtet. In jedem Shop wird man dich da auch richtig beraten, zumindest hoffe ich das. Und auch auf der Homepage ist es unter Leistung klar aufgelistet. Sehe also da keine Problem.

      Zur Leistung: Mir sind die Zahlen zu den Lumen nicht so wichtig, die sind für mich lediglich ein grober Anhaltspunkt wie stark in etwa eine Lampe ist. Auch wenn du es zu sehen scheinst, ich merke von einem Tag auf den anderen nicht ob ich mit 1200lm, 1000lm oder 800lm unterwegs bin. Mir ist die Zahl auch nicht Ausschlag gebend, sondern die Frage ob die Helligkeit, welche die Lampe generiert mir ausreicht oder nicht. Und dazu kommt noch ob der Lichtkegel eine gute Ausleuchtung hat oder nicht. Es ist doch relativ einfach. Bietet dir die Swift RL ausreichend Licht im Reactiv Modus oder nicht, falls nicht dann kauf einfach eine andere. Ich habe Lampen zwischen 500 und 1200lm zu Hause, und den einzigen richtig großen Unterschied macht aus meiner Sicht der Lichtkegel und nicht die reine Leistung, also die Zahl an Lumen. Aber da hat auch jeder seinen eigenen Geschmack und seine eigenen Vorlieben, wenn du es gerne heller haben willst dann gibt es zum Beispiel von Lupine die Blika mit 2100lm.

  5. Noch ein Nachtrag:
    da habe ich der Lampe doch zu viel zugetraut: es scheint kein Wärmesensor vorhanden zu sein, die Reduktion der Lichtstärke erfolgt offenbar nach einem festen Zeitraster und lässt sich mehrfach direkt nacheinander in gleichen zeitlichen Abständen wiederholen (alles ca.-Angaben, bei konstanter Umgebungstemperatur), wenn man den Sensor dauerhaft lichtundurchlässig abdeckt:

    1 Minute:45 Skunden – 900lm –>Reduzierte Helligkeit deutlich unter 550lm
    1:50 –>nochmals reduziert
    2:05 –>noch dunkler
    2:25 –>fast aus
    2:45 –> AUTOMATISCHES AUSSCHALTEN der Lampe

    Leider lässt sich damit die volle Helligkeit der Lampe mit dauerhaft abgedeckten Sensor auch nicht nutzen, da nach knapp 3 Minuten die Lampe automatisch ausgeschaltet wird!

    Die Lampe schafft also kurzzeitig tatsächlich ca. 900lm. Sehr schade, dass man diese Helligkeit nicht wirklich gezielt nutzen kann, sondern auf den eingebauten Automatismus angewiesen ist.

    Sehr praktisch wäre ein “Power Boost” Schalter, mit welchem man die 900lm temporär im Standard-Modus aktivieren könnte. Man könnte ja dazu schreiben, dass die Lebenszeit der LED damit verkürzt würde – sofern das der Fall wäre, weil z.B. der Kühlkörper für eine dauerhaft unschädliche Wärmeabfuhr nicht ausreicht.

    • Dass die Lampe nicht auf 900lm Dauerlicht ausgelegt ist, ist doch klar. Das geht aber z. B. auch aus der Information auf der Verpackung hervor. Die 900lm sind Maximalleistung für kurze Momente. Zum Beispiel wenn man den Berg etwas rauf sieht. Hier merkt man spürbar, wie sie aufdreht. Ich finde den Reactive Light Modus sehr angenehm, da er mir immer ausreichend Licht zur Verfügung stellt ohne mich zu blenden. Aber das ist Geschmackssache.

      Wenn man aber eine Lampe mit mehr Dauerleistung sucht, ist die Swift RL sicher nicht die Richtige. Das ist aber eigentlich auch klar. Also nochmal die Frage: Warum kaufst du dir nicht einfach eine andere Lampe die deinen Wünschen entspricht? Da gibt es viele, zum Beispiel auch die von mir gerade getestete Silva Trail Speed 4 XT, die hat 1200lm im stärksten Modus. Eines muss dir aber auch da klar sein. Die Dinger werden alle warm und regulieren dann runter. Die 100% volle Leistung hast du dann auch nicht die ganze Zeit.

  6. Erst einmal Danke für deinen Test!

    Ansich eine gute Lampe, aber für den Preis habe ich mehr erwartet. Kein Rotlicht, dass ist unverzeilich und jetzt eine Pro raus bringen, die 15 EUR. mehr kostet (115 EUR.), nur weil sie jetzt ein Rot-Licht hat, finde ich in keinster Weise in Ordnung. Keine SOS Funktion, generell keine Blinkfunktion und Schätzungen im REACTIVE-Modus wie lange der Akku hält, ist auch nicht berauschend. Alles in allem, für so eine Lampe ein viel zu hoch gegriffener Preis,100 EUR. ist diese Stirnlampe ehrlich gesagt nicht wert.Ob man wirklich 900 lm braucht muss jeder für sich selber entscheiden. Leider muss ich das so schreiben, weil es einfach zur Wahrheit dazu gehört. Daher geht meine wieder zurück. Schade!

    • Hallo Gerhard

      Danke für deinen Kommentar und deine Meinung. Es ist ganz normal, dass es auch unterschiedliche Meinungen zu einem Produkt gibt, vor allem weil die Anforderungen ja sehr unterschiedlich sind. Ich teste die meisten Produkte aus Sicht eines Trailrunners, abgesehen von Ski & Co. Und hier macht aus meiner Sicht für einen Trailrunner ein Rotlicht keinen Sinn. Wozu auch, bei einem Lauf bis zu 2 Stunden hat kein Mensch eine Karte mit, die er lesen können müsste. Auch die SOS-Funktion ist aus meiner Sicht nicht notwendig. Ist aber meine subjektive Meinung. Bei uns wurde zumindest noch nie einer wegen einer solchen Funktion gefunden. Und auch wozu ein Blinklicht gut sein sollte, erschließt sich mir nicht. Das mit dem Reactive Mode stimmt, da gibt es leider keine 100%ige Planbarkeit, was aber auch klar ist. Denn die Lampe reagiert auf die jeweilige Umgebung. Hier wiegen die Vorteile des Reactive Light aber aus meiner Sicht diesen Nachteil auf. Auch hier kann man subjektiv natürlich anderer Meinung sein. Das Preis/Leistungs-Verhältnis finde ich aber wirklich ausgezeichnet. Man bekommt viel Leistung in kleinem Gehäuse und dazu das Reactive Light. Und ja, die Wahrheit ist, dass jeder selbst entscheiden muss, was für ihn wichtig ist. Nicht zuletzt deshalb gibt es ja so viele unterschiedliche Produkte. ich bin mir sicher, du findest die richtige Stirnlampe für deinen Einsatzzweck.

  7. Also bei mir ist die Lampe beim Laufen und in den Tiroler Bergen im Einsatz. Gibt echt nix zu meckern. SOS Signal lässt sich im Zweifel manuell umsetzen und Rotlicht hat von uns sowieso noch nie wer benutzt. Insgesamt eine gelungene und minimalistische Lampe. Bei mir ist die Lampe im reactive lighting heller als im Standard-Mode. Das merkst vor allem dann, wenn du von einer größeren Entfernung in eine Felswand leuchtest. Tests im Labor sind schön, nur muss die Lampe in der Praxis überzeugen. Hatte schon Lampen mit mehr Lumen (laut Labor), am Berg waren die weit weniger hell als die Petzl. Die beste Lampe ist die, die immer mit dabei ist. Und da ist die Petzl wegen ihres Gewichts und ihrer Leuchtkraft unschlagbar. Für die klassischen Bergaktivitäten eines Tirolers völlig ausreichend.

  8. Hallo,
    vielen Dank für den Test. Ich interessiere mich für die Lauflampen Petzl Swift RL und Ledlenser Neo 10r. Würde sie nur zum Laufen (Joggen) benutzen. Welche von beiden würdest du im direkten Vergleich bevorzugen bzw. empfehlen. Auf meinen Laufstrecken kommt alles mal vor. Beleuchtete Wege, unbeleuchtete Wege und kurze Waldstücke.

    • Hallo
      Da ist die Antwort sehr leicht. Hier würde ich klar die Petzl Swift RL empfehlen. Da genau bei solchen gemischten Bedingungen das Reactive Light am meisten Nutzen bringt und ausreichend Leistung für den Wald da ist.
      Gruß Harald

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