Suunto 9 Baro mit Software Update

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Die Suunto 9 Baro hat nun schon gut zwei Jahr auf dem Buckel. Sie ist aber immer noch das Topmodell der Finnen und war damals die erste Uhr mit einer wirklich langen Akkulaufzeit. Doch fehlten der Uhr auch einige Funktionen. Über die Jahre wurde sie immer wieder verbessert und mit dem großen Update im Herbst 2020 wurde der Funktionsumfang deutlich verbessert. Das Zauberwort nennt sich Suunto Plus. Ich habe die Suunto 9 Baro bereits Ende 2018 getestet (hier), durch das große Update war es aber an der Zeit, die Uhr noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Der erste Eindruck

Optisch ist die Suunto 9 Baro für mich auch nach zwei Jahren noch immer die schönste Sportuhr am Markt. Ich finde zum einen das Design sehr gelungen und zum anderen ist die Verarbeitung großartig. Die Uhr wird nach wie vor von Hand in Finnland gefertigt und das merkt man auch. Aber die Optik ist ja nicht das Wichtigste. Bei einer Sportuhr geht’s ja mehr darum, was sie kann. Die Bedienung erfolgt über drei Knöpfe und den Touchscreen. Ich finde diese Touch-Funktion wirklich praktisch und sie funktioniert bei der Suunto 9 Baro auch mit Handschuhen und nassen Fingern recht gut. Wie der Namenszusatz schon verrät, wird die Höhe über Barometer gemessen.

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Die Bedienung ist einfach, man kann vom Startbildschirm durch das Menü scrollen. Da findet man den Puls, der mittels OHR, also am Handgelenk gemessen wird, dann Belastung und Erholung, die Schritteanzeige mit Tages- und Wochenübersicht und die Kalorienanzeige, die Trainingszusammenfassung und den Trainingsplan, die Höhe mit Barometeranzeige, die Schlafaufzeichnung und das errechnete Fitnessniveau. Nach oben geht es zum Trainingsmenü, Navigation, Logbuch, Timer und Einstellungen. Leider ist das Menü nicht durchlaufend, man muss also rauf oder runter scrollen. Die Passform der Suunto 9 Baro sollte auch noch hervorgehoben werden. Dank des weichen Silikonbandes und der Form liegt sie sehr gut am Arm.

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Die Funktionen

Ich gehe wie immer nicht auf jede einzelne Funktion ein, nur auf jene, die für Trailrunner und beim Skimo interessant sind. Eine vollständige Aufzählung der Funktionen gibt es ohnehin auf der Homepage des Herstellers. Und im Fall der Suunto 9 Baro schau ich mir die neuen Suunto Plus Funktionen an, die mit dem Update gekommen sind. Aber kommen wir zuerst zu den Basics. Hier hat sie alles an Bord, was man zum Sport braucht. Vom Barometer, zum OHR am Handgelenk, verschiedene Satellitensysteme, den Sony GPS-Chip, Navigation und Tracking, Unwetterwarnungen, Multisport und die FusedTrac Funktion, welche der Uhr beim Stromsparen hilft.

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Spannend sind aber die neuen Suunto Plus-Funktionen. Diese beinhalten das Wetter mit Sonnenauf- und untergang, Wassertemperatur, Luftdrucktrend, Sturmalarm, Sauerstoffgehalt für größere Höhen, das neue Outdoor-Ziffernblatt, die Climb-Funktion mit aktueller Höhe, akkumulierter Steigung, Steigfähigkeit in % und vertikaler Geschwindigkeit. Dann noch die Safe Funktion mit GPS-Koordinaten (Längen- und Breitengrad) des aktuellen Standorts, Entfernung und Höhe sowie Peilung vom Ausgangspunkt, Strava Relative-Leistung, TrainingPeaks-Herzfrequenz, TrainingPeak-Radleistung, TrainingPeak-Lauf-Pace. Neu ist auch Loop, ein automatischer Rundenzähler auf GPS-Basis und der Wings for Life World Run mit dem virtuellen Catcher Car. Dazu kommt noch Sprint. Hier werden Sprints automatisch aufgrund von Änderungen des Lauftempos oder der Radleistung identifiziert und zu guter Letzt noch die Peilungsnavigation.

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Sportmodi

In Sachen Sportmodi bleiben bei der Suunto 9 Baro keine Wünsche offen, von Trailrunning über Mountainbike bis zum Skimo-Modus sind über 80 Sportmodi bereits vorinstalliert und man kann selbst noch welche zusammenstellen. Hier geht’s dann aber los mit den offenen Wünschen. Suunto hat komplett von der Plattform Movescount auf die Suunto App umgestellt. Über die kann man die Sportmodi selbst erstellen, aber leider in einem engen Rahmen. Die Auswahlmöglichkeiten sind begrenzt. So kann man zum Beispiel nur vier verschiedene Ansichten einprogrammieren, wobei eine schon mit der Navigation belegt ist. Es bleiben also nur drei Seiten zur freien Gestaltung. Die Suunto Plus-Funktion des Updates kommt nochmal extra dazu. Leider kann man auch die in Movescount bereits angelegten Sportmodi nicht auf die Suunto App übertragen. Hier sind wir bei einem Problem, welches Suunto noch immer nicht vollständig lösen konnte. Die Software der Uhr scheint einfach kompliziert zu sein. Umbauen erscheint sehr schwierig.

suunto plus

Das zeigt sich auch bei den Suunto Plus-Funktionen, die ich wirklich gut finde. Leider kann man aber immer nur eine für das aktuelle Training auswählen. Man kann also nicht „Safe“ zugleich mit der TrainingPeaks-Herzfrequenz oder dem Wetter verwenden. Das ist mir sowieso ein Rätsel. Wiese kann ich mir das Wetter auf der Uhr nur beim Sport anzeigen lassen und sonst nicht? Aus meiner Sicht zeigt sich hier, dass ein Implementieren von neuen Funktionen wohl etwas schwierig ist bei der Suunto 9 Baro. Leider ist es nicht möglich, ein strukturiertes Training mit der Suunto App zu erstellen. Man kann nur Intervalle auf der Uhr planen, und auch das finde ich etwas umständlich. Nach wie vor kann kein Training zum Beispiel von TrainingPeaks eingespielt werden.

trainingpeaks
Man kann sich im SuuntoPlus zwar Daten aus TrainingPeaks anzeigen lassen, aber das geplante Training kann man nicht einspielen.

Display und Akku

Hier sind wir jetzt bei den zwei herausragenden Eigenschaften der Suunto 9 Baro. Sowohl beim Display als auch beim Akku kann die Uhr voll punkten. Das Display ist gut 1,33 Zoll groß und sehr kontrastreich. Seit ich die Uhr das erste Mal 2018 in den Händen hielt, bin ich von diesem Display begeistert, mit hohem Kontrast, schönen Farben und einem satten Schwarz. Der Startbildschirm lässt sich ändern, die Auswahl ist aber klein. Für Puristen kein Problem, wer es gerne ein bissl verspielter mag, hat keine Chance hier mehr zu ändern. Die Funktion des Touchscreens ist sehr gut, selbst bei nicht optimalen Bedienungen wie Nässe oder Kälte.

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Beim Akku legte Suunto mit der Suunto 9 Baro 2018 neue Maßstäbe. Im Trainingsmodus bringt sie bis zu 25 Stunden und das ist auch in der Praxis fast zu schaffen. Damit ist sie nun nicht mehr an der Spitze, der Wert ist aber nach wie vor sehr gut. Was mir allerdings gut gefällt, ist die intelligente Batteriesteuerung. So informiert dich die Uhr vor dem Trainingsstart, falls die Akkustand niedrig ist und man kann vor dem Training noch schnell einen anderen Batteriemodus einstellen. Damit braucht man keine Angst haben, dass der Akku plötzlich leer ist.

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GPS und OHR

Meine Lieblingsthemen, weil es wohl nirgends sonst so viele Diskussionen gibt und ich auch zu beiden eine klare Meinung haben. Zuerst kommen wir zu GPS-Genauigkeit. Hier hat sich seit dem Start 2018 doch einiges getan. Ganz zu beginn hatte Suunto offenbar noch leichte Probleme mit dem Sony-GPS-Chip. Das hatte sich aber bald erledigt und ist nun kein Thema mehr. Eine leichte Abweichung bleibt aber normal, das ist auch bei anderen Uhren so und genau in diesem Bereich der Mitbewerber bewegt sich auch die Suunto 9 Baro. Es gibt auch keine gröberen Ausreißer mehr bei der Aufzeichnung. Hier haben die Finnen klar nachgeschärft. Und für mich ist diese Genauigkeit nun völlig ausreichend.

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Genauer sollte da schon der Pulswert sein. Zumindest wenn man strukturiert nach Pulsangaben trainiert. Aus meiner Sicht hat sich der OHR oder WHR wie er auch genannte wird, nicht wirklich verbessert. Nach wie vor gibt es vor allem zu Beginn eines Trainings extreme Ausschläge nach oben, die ersten 10 bis 15 Minuten ist der OHR nahezu unbrauchbar. Im Vergleich mit einem Pulsgurt liegt er einfach zu oft daneben. Wenn man nur grob wissen will, wo der Puls umgeht reicht es vielleicht, für mehr aber auch nicht. Ist aber kein Problem, dank Bluetooth verbindet sich die Suunto 9 Baro auch mit verschiedensten Pulsgurten, hier empfehle ich nach wie vor den H10 von Polar (Test).

Vor allem am Beginn das Trainings ist die Suunto 9 oft völlig daneben. Hier im Vergleich mit dem Garmin HRM Pro Brustgurt.

Konnektivität /App und Navigation

Zumindest bei der App hat sich entscheidendes getan seit meinem Test 2018. Es erfolgte die Umstellung von Movescount auf die Suunto App. Eine klare Aussage, ob das gut ist, kann ich nicht machen. Die Movescount war sehr übersichtlich und einfach, die Suunto App ist klar moderner. Die Funktionalität begeistert mich aber noch immer nicht. Was gut funktioniert ist, dass die Anrufe, Nachrichten usw. vom Handy auf die Uhr übertragen werden. Positiv ist auch, dass man sich wirklich sehr detailliert entscheiden kann, welche Nachrichten an der Uhr angezeigt werden. Um so mehr verwundert es mich, dass es nach wie vor nicht funktioniert, dass die Uhr ohne mein Zutun das Training an die App überspielt. Ich musste jedes Mal manuell synchronisieren, das nervt. Die App ist aber ansonsten übersichtlich und man kann die Trainings gut auswerten.

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Die Navigation wurde auch etwas verbessert. Leider fehlt noch immer die Karte, aber die Pfadnavigation wurde deutlich besser gemacht. Etwas zu umständlich ist für mich, wie man die GPX Tracks auf die Uhr bekommt. Das geht leider auch nur über das Handy. Hier kann man die GPX-Datei in die Suunto App laden, um sie dann auf die Uhr zu überspielen. Wer Routen am Handy plant wird damit kein Problem haben, aber ich mach das lieber am PC. Da ist es dann umständlich, weil es eben nur mehr eine Handy App für die Suunto 9 Baro und keine Online-Lösung mehr gibt. Die fehlt mir übrigens schon, auch zum Auswerten.

navigation

Pro&Contra

Pro: Großartiger Touchscreen, gute Akkuleistung, einfach Bedienung, großartige Optik, viele neue Funktionen.
Contra: Probleme bei der Handy Konnektivität, immer nur eine Suunto Plus Funktion nutzbar, kein strukturiertes Training aufspielbar, OHR schwach

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Fazit Suunto 9 Baro mit Update

Ach wie gerne würde ich diese Uhr lieben. Die Suunto 9 Baro war schon 2018 bei der Einführung eine super Sportuhr, jedoch mit Abstrichen. Diese sind mit den Updates und vor allem mit dem jüngsten großen Update weniger geworden, aber leider nicht völlig verschwunden. Da sind die Suunto Plus-Funktionen, die wirklich einen Mehrwert darstellen. Doch warum kann ich immer nur eine der Funktionen im Training nutzen? Das ist schade. Auch fehlt mir nach wie vor, dass ich ein strukturiertes Training z. B. von TrainingPeaks aufspielen kann. Ich kann ja noch nicht mal selbst eines erstellen. Auch die neue Suunto App vermag mich nicht zu begeistern. Das wäre bei der Auswertung noch weniger zu verschmerzen, aber eben nicht beim Planen von Routen oder Trainings. Dazu kommt noch ein schwacher OHR.

Aber die Suunto 9 Baro mit dem Update macht auch viele richtig gut. Die Akkulaufzeit ist sehr gut, sie ist sehr einfach zu bedienen und hat ein sensationelles Display und ist großartig verarbeitet. Auch gibt es Kleinigkeiten, die ich aber super finde. So erkennt die Suunto 9 Baro selbstständig, ob ich beim Skimo aufsteige oder abfahre. Da brauche ich bei der Suunto nix extra drücken. Sowas finde ich wieder super gelöst. Die Verarbeitung ist super und wunderschön. Die Basics sind also richtig gut gelöst. Wer also eine robuste Uhr ohne viel Schnick-Schnack möchte und nicht sparen muss beim Kauf, der sollte die Suunto 9 Baro ins Auge fassen. Denn eines ist sicher, sie ist ein sehr treuer und robuster Begleiter.

Empfehlung: Für alle Multisportler, die vor allem auf die Basics stehen.

Herstelledetails

  • Displayauflösung: 320 x 300 Pixel
    Displayart: Touch Screen
    Material Display: Saphirglas
    Material Lünette: Edelstahl
    Material Gehäuse: Glasfaserverstärktes Polyamid
    Material Armband: Silikon
    Armbandbreite: 24 mm
    Maße: 50 x 50 x 16.8 mm
    Gewicht: 81 g
    Verbindung: Bluetooth Smart
    Wasserdicht: bis 100 m
    Satellitensysteme: GPS, GLONASS, GALILEO, QZSS, BEIDOU
    UVP: € 599,-

Mehr Infos zur Suunto 9 Baro findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

2 Kommentare

  1. Ein großes Manko der neuen App ist zB das ich keine Höhenmeter manuell eintragen kann wenn ich warum auch immer ein Training nachtragen möchte.

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