Suunto 7

Smartwatch mit Sportfunktion

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Schon seit vielen Jahren ist Suunto im Trailrunning eine fixe Marke. Vor allem mit der aktuellen Suunto 9 Baro punktet sie bei Trailrunnern und vor allem bei Ultraläufern. Viel Ausstattung und eine nahezu ewige Akkulaufzeit machen die 9 zu einem zuverlässigen Partner. Mit der Suunto 7 haben die Finnen eine Uhr ins Rennen geschickt, die erstmals nicht mehr mit einem eigenen Betriebssystem ausgestattet ist, sondern mit Wear OS von Google. Damit haben die Finnen die Tür zu den Smartwatches noch einmal weiter aufgestoßen. Ich war aber gespannt, wie sich die Suunto 7 auf den Trails schlägt.

Die Funktionen

Dank Wear OS kann die Suunto 7 auf den Google Play Store zugreifen und es gibt jede Menge Apps. Ich habe mich im Test aber darauf beschränkt, was die Suunto 7 in der Serienausstattung mitbringt und hier vor allem mit dem Fokus auf die Sportfunktionen. Auffällig ist schon mal, dass Suunto bei der 7 nicht auf den stromsparenden GPS-Chip von Sony setzen, sondern den im Prozessor integrierten Chip. Beim Bildschirm kommt ein 1,39 Zoll Amoled-Display zum Einsatz. Das Gewicht liegt bei 70 Gramm und zur Bedienung setzt Suunto auf vier Tasten und den Touchscreen. Zur Pulsmessung wird ein OHR-Sensor von PixArt verwendet. Das Armband ist aus weichem Silikon.

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Bei den Funktionen gibt es verschiedenste vorinstallierte Sportmodi, die kaum einen Wunsch offen lassen, zumindest auf den ersten Blick, Diese sind allerdings nicht frei programmierbar. So hat man im Trailrunning-Modus 4 Displays, die mit Wischen umgeschaltet werden können. Auf dem ersten Display ist Zeit, Distanz, Anstieg, Pace und Puls zu sehen, auf dem zweiten Monitor die Rundenzeiten, am Dritten ein Höhendiagramm, am Vierten dann die Google Maps. Die Knöpfe wirken deutlich einfacher und weniger wertig als bei der Suunto 9. Die 7 wird auch in China und nicht mehr in Finnland direkt bei Suunto produziert.

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Ausgestattet ist sie sonst noch mit Google Musik, Google Pay (leider in Österreich nicht erhältlich). Bei der GPS-Konnektivität lässt die Suunto 7 keine Wünsche übrig, von GPS, über Glonass, Galileo, QZSS bis Beidou. Die Akkulaufzeit wird mit wird mit 2 Tagen im Smartwatch-Betrieb angegeben, und 12 Stunden mit GPS. Geladen wird die Uhr über ein neues Kabel, welches mit einem Magneten versehen ist und sich ganz leicht ein und ausstecken lässt.

In der Praxis

Keine Frage, optisch ist die Suunto 7 wieder sehr schön geworden. Besonders gut gefällt mir, dass man sich einen Hintergrund aus der Heatmap aussuchen kann. Die Bedienung über die 4 Knöpfe und den Touchscreen könnte kaum einfacher sein. Selbst bei den ganzen Smartfunktionen wie E-Mails lesen, Apps suchen usw. funktioniert das gut. Dank der Suunto Sport App auf der Uhr ist die Bedienung beim Sport ziemlich gleichgeblieben wie bei den anderen Suuntos. Ober rechts kommt man in den Sportmodus, dann sucht man wischen den Sportmodi aus und los geht’s.

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Nämlich auch mit den Änderungen. So braucht die Suunto App manchmal ein wenig zum Starten, in dem Display hat man dann die Auswahl und sieht auch ob GPS-Empfang gegeben ist und ob der Puls erkannt wird. Auch kann man Trainingsoptionen ändern oder auch die Karte. Klingt nett, ist es aber nicht wirklich. Bei den Optionen hat man die Wahl Töne & Vibration ein/auszuschalten und ob man das Display eingeschaltet lassen will oder nicht. Das Display eingeschaltet zu lassen bedeutet aber mehr Stromverbrauch und Strom hat man leider nicht genug, dazu aber später. Wenn man das Display ausschalten wählt, schaltet sich das Display ein, wenn man das Handgelenk dreht. Eine coole Idee grundsätzlich, es dauert mir aber zu lange. Es hat eine erhebliche Verzögerung, bis die Daten dann angezeigt werden.

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Dann gehen wir in den Trailrunning-Modus. Es gibt für jede Sportarten leichte Unterschiede. Im    Trailrunning-Modus gibt es 4 Seiten, die man durch Wischen oder mit den Tasten umschalten kann. Auf der ersten Seite ist der Anstieg, die Distanz, der Puls, die Stoppuhr und die Pace zu sehen, auf Seite 2 die Runden, auf Seite drei die Höhe mit einem Diagramm und der Stoppuhr und auf Seite 4 Google Maps. Hier kann man vorher einen Ausschnitt downloaden, dann hat man die Karte, auch wenn schlechter Handyempfang ist. Veränderungen sind leider nicht möglich. Das gilt auch für die anderen Sportarten, nur hier sind die Einteilungen etwas anders.

Man kommt jederzeit über den linken Knopf zurück auf die Uhrenanzeige. Nach dem Ende der Einheit kommt noch eine Übersicht der Daten mit Diagrammen für die Höhe und den Puls. Dieser wird ausschließlich über OHR gemessen. Ein Koppeln mit einem HF-Brustgurt ist zumindest noch nicht möglich, auch andere Sensoren lassen sich nicht koppeln. Nicht möglich ist es auch ein strukturiertes Workout einzuspielen, das geht nur mit einer zusätzlichen App.

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OHR und GPS

Die zwei Kürzel, welche im Netz für die meisten Diskussionen sorgen. Beginnen wir beim OHR, also der optischen Pulsmessung. Hier wurde in der Suunto 7 ein neuer Sensor verbaut, der wirklich überraschend gut arbeitet. Man muss das Ganze aber relativieren. Ja, der OHR ist knapp dran, aber nicht zu 100%. Es gibt immer wieder Spitzen und Ausreißer und im Vergleich zum Pulsgurt ist der OHR-Wert immer so 1-2 Schläge tiefer, zumindest war es bei meinen Testläufen so und die waren zum Teil sieben Stunden lang. Was mich aber echt überrascht hat, dass der OHR inzwischen nur mehr wenig Verzögerung aufweist. Also der Pulswert steigt sehr schnell bei Belastungssteigerung. Trotzdem bleibe ich weiter dabei, Knapp daneben ist auch vorbei. Wer strukturiert und pulsgesteuert trainieren will kommt um einen HF-Brustgurt nicht herum. Aber, der OHR der Suunto 7 ist brauchbar für Hobbysportler, die grob wissen wollen wie sie liegen.

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Beim GPS habe ich einen anderen Ansatz. Hier muss klar sein, dass eine 100% genaue Angabe kaum möglich ist. Ja, ich weiß schon, viele haben eine Uhr, die stimmt immer. Das ist nicht nur statistisch unwahrscheinlich. Abweichungen sind bei GPS & Co normal. Nur sollen sie sich im Rahmen bewegen und hier bleibe ich dabei, bis zu 3% Abweichung ist absolut ok und in dem Rahmen bewegt sich die Suunto 7. Auch bei der Höhenmessung liefert sie brauchbare Werte. Und mehr muss es meistens nicht sein. Denn bei einer Expedition, bei der von der Genauigkeit mein Leben abhängt, würde ich eine solche Uhr nie mitnehmen. Auch möchte hier kurz das Thema Navigation anreißen. Serienmäßig hat die Suunto 7 keine eingebaut, dazu braucht es Apps. Ich habe hier Komoot probiert, eine Navigation ist aber nur möglich, wenn das Handy mit dabei ist.

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Akku und Display

Das Display ist der Wahnsinn, knackig scharf und gut abzulesen. Zumindest wenn die Sonne nicht im falschen Winkel auf die Uhr scheint. Aber selbst dann würde ich das Display als gut bezeichnen. Ob man beim Sport eine Uhr braucht, die mir auch Fotos anzeigen kann, muss hier allerdings jeder für sich selbst beantworten. Denn wenn das wer will, die Suunto 7 kann es. Das geht aber auch auf die Akkuleistung und hier sehe ich die größte Schwäche der Uhr. Die angegeben 12 Stunden erreicht man nicht mal ansatzweise. Bei meinem 7-Stundenlauf, war die Uhr auf 8% runter. Gestartet bin ich mit 100%. Selbst wenn man sie den ganzen Tag trägt und am Abend eine Runde laufen will, dann kanns ganz schön knapp werden.

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Fazit Suunto 7

Meine Meinung zur Suunto 7 ist leider sehr klar. Warum leider? Weil ich sie einfach wunderschön finde. Für mich ist die Uhr aber lediglich eine nette Smartwatch mit Google Wear OS Betriebssystem, mit der man auch mal Sport treiben kann, aber keine Sportuhr im eigentlichen Sinn. Dazu fehlt einfach zu viel. Das beginnt bei den Sportmodi, die nicht angepasst werden können und geht über die fehlende Navigation und dass man keine weiteren Sensoren koppeln kann über kein einspielbares Workout bis zu der viel zu geringen Akkulaufzeit, die mich echt zum Verzweifeln gebracht hat. Dass ich zu Mittag darüber nachdenken muss, ob ich am Abend laufen gehe und ob dann die Uhr noch genügen Strom hat ist Steinzeit. Das ist längst vorbei. Also, das macht die Suunto 7 für mich leider untauglich.

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Falls wer allerdings eine schicke Uhr möchte, die er im Alltag tragen kann, mit allen modernen Smartwatch Funktionen und mit der Uhr dann auch regelmäßig aktiv sein will. Der wird sicher zufrieden sein, er wird sich aber fragen, warum er so viel Geld für die Suunto 7 bezahlt hat. Die Finnen müssen hier aus meiner Sicht klar nachlegen. Zumindest die Software muss alle Stückeln spielen und das Betriebssystem muss weniger Strom verbrauchen. Dann wäre die Suunto 7 sicher eine spannende Uhr, denn wie gesagt: schön ist sie.

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Mehr Infos zu Suunto 7 findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für den Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit verbunden sind keinerlei Auflagen oder Verpflichtungen.

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