Mit dem S/LAB Genesis 2 bringt Salomon die zweite Generation seines auf technische Trails und lange Distanzen ausgelegten S/LAB-Modells. Der 1er war definitiv einer der besten Schuhe für technisches Gelände am Markt. Die Neuauflage bleibt dem Konzept eines vergleichsweise flachen, geschützten Trailrunners treu, verändert aber zentrale Bauteile von Mittelsohle, Chassis, Obermaterial und Außensohle. Kann er den 1er Genesis übertreffen?
Der erste Eindruck
Der Salomon S/LAB Genesis 2 steht innerhalb der S/LAB-Kollektion für technisches Gelände und lange Trail- beziehungsweise Ultra-Distanzen. Anders als der reguläre Genesis 2 ist die S/LAB-Version auf eine leichtere Konstruktion und eine präzisere Führung ausgelegt. Das Unisex-Modell wiegt 286 Gramm in UK 10 und besitzt eine Sprengung von 6 Millimetern. Die Fersenhöhe beträgt 31 Millimeter. Damit fällt die Plattform vergleichsweise flach aus. Geschnürt wird mit eienr speziellen Variante des Salomons Quicklace-System. Es ist auf einer Seite fixiert, ich war erst skeptisch, aber dann doch überzeugt: Das funktioniert. Gegenüber der ersten Generation wurden unter anderem das Matryx-Obermaterial, das activeCHASSIS und die Geometrie der Außensohle überarbeitet. Die All-Terrain-contaGRIP-Außensohle besitzt 4,5 Millimeter tiefe Stollen. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Geometrie der Außensohle überarbeitet und die Aufstandsfläche verbreitert.

Die Passform
Beim Salomon S/LAB Genesis 2 bildet eine reguläre Leistenform die Basis, wobei die S/LAB-Konstruktion auf einen eher präzisen Sitz ausgelegt ist. Das Obermaterial besteht aus dem neuen Matryx Micro, einem leichteren Gewebe mit einzeln beschichteten, hochfesten Kevlar-Fasern. Die Kombination verbindet Abriebfestigkeit mit geringem Materialeinsatz und Belüftung. Darunter sitzt die endoFit-Innenschicht, die den Fuß im Mittelfußbereich umschließt. Eine integrierte Gamasche schließt den Schaft zusätzlich gegen Geröll und Schmutz ab. Die Zunge ist in diese Konstruktion eingebunden, während die Fersenpartie über einen gepolsterten Abschluss und die umliegenden Materiallagen stabilisiert wird. Diese Sockenbauweise funktioniert richtig gut. Ergänzend schützen eine Zehenkappe und ein mediales Schutzpolster exponierte Bereiche. Gegenüber dem Vorgänger wurde vor allem das Obermaterial dünner und leichter ausgeführt.

Die Sohle
Im Zentrum des Salomon S/LAB Genesis 2 steht eine zweilagige optiFOAM-Konstruktion aus optiFOAM² und optiFOAM. Der optiFOAM²-Schaum übernimmt dabei einen Teil der Dämpfungs- und Reaktionsarbeit, während die Kombination unterschiedlicher Dichten eine Abstimmung zwischen Energieaufnahme, Rückgabe und Stabilität ermöglicht. Das überarbeitete activeCHASSIS liegt als Führungselement in der Plattform und soll auf unebenem Untergrund die Fußbewegung kontrollieren, ohne sie vollständig zu versteifen. Eine Carbonplatte ist nicht verbaut. Stattdessen schützt die profeelFILM-Schicht zwischen Fuß und Untergrund vor scharfkantigen Steinen. Die All-Terrain-contaGRIP-Außensohle besitzt 4,5 Millimeter tiefe Stollen. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Geometrie der Außensohle überarbeitet und die Aufstandsfläche verbreitert. Zusammen mit dem activeCHASSIS soll die Konstruktion den Kontakt zum Untergrund verbessern und auf wechselndem Terrain für mehr Führung und Traktion sorgen.

Persönlicher Eindruck
Der Salomon Genesis ist ein Schuh, wie er im Trailrunning inzwischen nur noch selten zu finden ist. Er hat eine sehr direkte, flache Sohle und ist klar für technisches Terrain ausgelegt, mit viel Stabilität und Sicherheit. Genau diese Tugenden bringt auch die zweite Generation mit. Der Salomon S/LAB Genesis 2 läuft sehr sauber ab und liefert gerade im technischen Gelände viel Feedback. Die Kombination aus relativ niedriger Sohlenhöhe, aktivem Chassis und sicherem Halt steht dabei klar im Vordergrund. Der größte Unterschied zum ersten Genesis ist die neue Mittelsohle mit optiFOAM². Sie ist deutlich reaktionsfreudiger und gibt dem Schuh spürbar mehr Lauffreude und Dynamik. Das activeCHASSIS soll dem Fuß im technischen Gelände viel Kontrolle geben und genau das gelingt. Auch das neue Matryx-Micro-Obermaterial fällt auf. Es ist abriebfest und robust genug für Felskontakt, bleibt dabei aber weich und luftig und ist deutlich atmungsaktiver als beim Vorgänger.
Auffällig ist vor allem die geringe Bauhöhe mit 31 Millimetern an der Ferse. Das macht den Schuh im technischen Gelände sehr direkt und kontrolliert. Gerade auf felsigen und alpinen Passagen vermittelt der S/LAB Genesis 2 viel Sicherheit, ohne dabei schwerfällig zu wirken. Auch der Grip ist ausgezeichnet. Auf Fels ebenso wie auf nassen Wurzeln sorgt die überarbeitete Außensohle mit ihren rund 4,5 Millimeter tiefen Stollen für viel Halt. Damit ist der Schuh ein echter Spezialist für technisches Gelände und auch für lange Distanzen in alpinem Terrain. Besonders gelungen ist außerdem die locken-ähnliche Konstruktion. Der Schuh schließt unterhalb des Knöchels sauber ab, ohne unnötig hoch geschnitten zu sein. Dadurch entstehen keine Bereiche, an denen Reibung oder Druckprobleme zu erwarten sind.
Pro&Contra
Pro: viel Grip, Stabilität und Sicherheit, angenehme Dynamik, gutes Boden-Feedback, robust
Contra: sehr direkt, spezialisiert auf technisches Gelände

Fazit Salomon S/LAB Genesis 2
Der Salomon S/LAB Genesis 2 tritt klar in die Fußstapfen seines Vorgängers. Er bleibt ein Schuh für technisches bis alpines Gelände, bringt mit der neuen Zwischensohle aber eine zusätzliche Portion Dynamik mit. Auch auf Schotterpassagen lässt er sich problemlos einsetzen und wirkt insgesamt ausgesprochen lauffreudig. Für mich ist der Genesis 2 deshalb ein sehr gelungenes Update eines ohnehin besonderen Trailrunners – ein Schuh, wie er im Trailrunning nicht mehr allzu häufig zu finden ist. Ein Spezialist für lange Distanzen in alpinem Gelände.
„Der Salomon S/LAB Genesis 2 ist ein präziser Spezialist für technisches Gelände mit mehr Dynamik als sein Vorgänger.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zum Salomon S/LAB Genesis 2 findet ihr hier








Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


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