Mizuno Wave Rider 30

Mizuno, Wave Rider 30, Test, review

Der Wave Rider gehört seit Jahren zu den festen Größen im Mizuno-Laufschuhprogramm. Mit der 30. Generation ändert sich allerdings mehr als nur die Zahl auf der Ferse: neue Mittelsohle, geringere Sprengung, durchgehende Wave-Platte und ein neues Obermaterial bringen das klassische Modell technisch auf einen neuen Stand. Was davon im Test tatsächlich übrig bleibt, zeigt sich erst auf der Straße.

Der erste Eindruck

Der Mizuno Wave Rider 30 bleibt ein neutraler Daily Trainer für regelmäßige Straßenläufe und lange Distanzen. Innerhalb der Mizuno-Palette steht er zwischen einfacheren Trainingsmodellen wie dem Wave Ultima und stärker gedämpften Modellen wie dem Wave Sky. Gegenüber dem Wave Rider 29 fällt der Umbau deutlich größer aus: Die Sohlenhöhe steigt auf 42,5 mm an der Ferse und 34,5 mm im Vorfuß, während die Sprengung von 10 auf 8 mm sinkt. Neu ist zudem eine durchgehende Wave-Platte. Die Schnürung arbeitet klassisch mit flachen Schuhbändern und mehreren Ösen. Mit 265 g (Größe UK 9) bleibt das Gewicht für die hohe Sohlenkonstruktion vergleichsweise moderat. Der Wave Rider 30 ist als Herren-, Damen- und Unisex-Variante erhältlich.

Mizuno, Wave Rider 30, Test, review

Die Passform

Beim Mizuno Wave Rider 30 ersetzt ein luftiges Mesh das Jacquard-Obermaterial des Vorgängers. Die Konstruktion nutzt unterschiedlich dicht aufgebaute Bereiche, um Luftdurchlass und Halt miteinander zu verbinden. Der Leisten bleibt im mittleren Bereich klassisch ausgelegt, während der Vorfuß etwas mehr Raum bietet. Eine gepolsterte, beidseitig angesetzte Zunge verbindet sich über einen Zwickel mit dem Schaft und verhindert dadurch ein seitliches Verrutschen. Die Fersenkappe ist stabil aufgebaut und wird durch eine gepolsterte Fersenkonstruktion ergänzt. Die engere Fersenform soll den Fuß im Rückbereich fixieren. Zwei Zuglaschen an Zunge und Ferse erleichtern den Einstieg. Der Schuh ist eine halbe Nummer größer geschnitten.

Mizuno, Wave Rider 30, Test, review

Die Sohle

Beim Mizuno Wave Rider 30 besteht die Mittelsohle aus zwei Lagen Mizuno Enerzy NXT. Im oberen Bereich kommt stickstoffangereicherter Schaum zum Einsatz, der für geringes Gewicht und eine höhere Rückstellkraft ausgelegt ist. Darunter liegt eine nicht stickstoffbehandelte, unterschiedlich harte Variante des Materials. Dazwischen beziehungsweise über die gesamte Länge reicht erstmals in der Serie eine Wave-Platte aus Kunststoff. Sie verteilt die beim Auftritt entstehenden Kräfte, erhöht die Längssteifigkeit und unterstützt einen kontrollierten Übergang von der Ferse zum Vorfuß. Die Geometrie wurde gegenüber dem Wave Rider 29 deutlich höher aufgebaut und mit einem geringeren Drop kombiniert. Auf der Unterseite kommt X10-Karbon-Gummi zum Einsatz. Das Material deckt die stärker belasteten Bereiche ab, während die neu gestaltete Struktur Gewicht spart und die Flexibilität der Außensohle beeinflusst.

Mizuno, Wave Rider 30, Test, review

Persönlicher Eindruck

Beim Mizuno Wave Rider 30 fällt schon nach den ersten Kilometern auf, wie stark sich der Klassiker verändert hat. Die Zeiten eines eher direkten und festen Wave Rider sind vorbei. Der 30er läuft deutlich weicher, ohne dabei schwammig zu werden. Die Kombination aus Enerzy NXT und der durchgehenden Wave-Platte funktioniert für mich erstaunlich gut. Gerade bei ruhigen Läufen und längeren Distanzen vermittelt der Schuh viel Sicherheit und Schutz unter dem Fuß. Was mir besonders gefällt, ist der gleichmäßige Übergang von der Ferse in den Vorfuß. Der Schuh rollt nicht aggressiv ab, unterstützt den Schritt aber spürbar. Dadurch funktioniert er auch dann gut, wenn das Tempo einmal etwas angezogen wird. Für schnelle Intervalle oder richtig hohes Tempo würde ich trotzdem zu einem leichteren Modell greifen. Dafür ist der Wave Rider 30 nicht gemacht.

Interessant ist auch die Stabilität. Trotz der deutlich weicheren Abstimmung steht der Schuh satt auf der Straße und vermittelt gerade bei längeren Läufen ein sehr kontrolliertes Gefühl. Die hohe Mittelsohle fällt beim Laufen weniger auf, als die Zahlen vermuten lassen. Das Gewicht ist dagegen durchaus spürbar, wenn die Geschwindigkeit steigt. Nach mehreren Läufen bleibt für mich deshalb ein ziemlich klares Bild: Der Wave Rider 30 ist kein spektakulärer Schuh, der ständig nach Aufmerksamkeit verlangt. Er funktioniert einfach. Genau das macht ihn für mich zu einem interessanten Trainingsschuh für die Kilometer, die einen großen Teil des Lauftrainings ausmachen.

Pro&Contra

Pro: gute Dämpfung, lauffreudig, hohe Stabilität, für jeden Tag geeignet
Contra: eher schwer, nicht sehr dynamisch

Mizuno, Wave Rider 30, Test, review

Fazit Mizuno Wave Rider 30

Mizuno hat den Wave Rider für die 30. Generation deutlich weiterentwickelt. Für mich ist das keine behutsame Modellpflege, sondern ein echter Generationswechsel. Mehr Sohlenhöhe, weniger Drop, eine neue Kombination der Schäume und erstmals eine durchgehende Wave-Platte verändern den Charakter des Schuhs deutlich.

Trotzdem bleibt der Wave Rider 30 das, was er sein soll: ein zuverlässiger Trainingsschuh. Seine Stärke liegt für mich bei normalen Trainingsläufen, längeren Einheiten und den Kilometern, bei denen nicht die maximale Geschwindigkeit, sondern ein kontrolliertes und komfortables Laufen gefragt ist.

Wer den klassischen, eher festen Wave Rider gewohnt ist, muss sich auf eine Veränderung einstellen. Wer dagegen einen modernen Daily Trainer mit viel Dämpfung und stabiler Plattform sucht, bekommt mit dem Wave Rider 30 einen deutlich vielseitigeren Schuh als bisher.

„Der Mizuno Wave Rider 30 bringt deutlich mehr Dämpfung und einen moderneren Aufbau mit, bleibt dabei aber ein klassischer Trainingsschuh für viele Kilometer.“


Herstellerdetails

  • Gewicht: 265 g (Herstellerangabe)
    Sprengung: 8 mm
    Schnürung: Klassische Schnürung mit Schuhbändern
    Dämpfungsmaterial: MIZUNO ENERZY NXT, oben stickstoffangereichert
    Außensohle: X10 Karbon-Gummi
    Profiltiefe: 2,7 mm Außensohlenstärke gemessen; Mizuno gibt keine offizielle Profiltiefe an
    Höhe Zwischensohle: 34,5–42,5 mm
    Membran: Keine
    UVP: 160 €

Mehr Infos zum Mizuno Wave Rider 30 findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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