Mount to Coast M1

Mount to Coast, M1, Test, review

Mount to Coast hat mit T1 und H1 bereits unterschiedliche Wege ins Gelände angeboten. Der M1 setzt nun deutlich höher an: mehr Sohlenhöhe, ein neuer Schaum und eine breitere Plattform treffen auf eine Trailsohle von Vibram. Damit wird aus der noch jungen Modellfamilie ein Schuh für lange Tage im Gebirge. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Aufbau?

Der erste Eindruck

Mit dem M1 erweitert Mount to Coast die Trailpalette um ein Modell zwischen T1 und H1. Während der T1 mit niedrigerer Plattform und LightCell stärker auf technisches Gelände ausgelegt ist, positioniert sich der M1 als All-Mountain-Schuh für lange Distanzen und Ultra-Rennen. Die Konstruktion setzt auf eine 38 Millimeter hohe Ferse und 34 Millimeter im Vorfuß, daraus ergibt sich eine Sprengung von 4 Millimetern. Mit 265 Gramm in UK 9 bleibt das Gewicht trotz der hohen Plattform moderat. Die Schnürung übernimmt das TunedFit Dual Lacing System: Vorfuß und Mittelfuß lassen sich getrennt voneinander justieren. Damit lässt sich die Weite des Schuhs an unterschiedliche Anforderungen über längere Distanzen anpassen. Die breite Basis und erhöhte Seitenwände der Mittelsohle bilden zusätzlich die Grundlage für die seitliche Führung.

Mount to Coast, M1, Test, review

Die Passform

Beim Mount to Coast M1 besteht das Obermaterial aus einem TPEE-Mischgewebe. TPEE steht für thermoplastisches Polyester-Elastomer und verbindet geringes Gewicht mit einer widerstandsfähigen Faserstruktur. Der Aufbau ist auf Belüftung und schnelles Trocknen ausgelegt. Im Zehenbereich verstärken zusätzliche Elemente die Konstruktion und bilden einen Schutz gegen mechanische Belastung. Die Zunge ist teilweise mit dem Obermaterial verbunden und auf beiden Seiten leicht fixiert. Dadurch bleibt sie beim Schnüren in Position. Das TunedFit-System teilt die Anpassung in Vorfuß und Mittelfuß auf. Eine separate Einstellung ist besonders bei langen Distanzen relevant, wenn sich das Volumen des Fußes verändert. Die Fersenkonstruktion fällt moderat aufgebaut aus und kombiniert einen stabilisierenden Ferseneinsatz mit einer gepolsterten Randkonstruktion. Der M1 ist etwa eine halbe Nummer kleiner geschnitten.

Mount to Coast, M1, Test, review

Die Sohle

Herzstück des Mount to Coast M1 ist die Jetcell-Mittelsohle. Der Schaum basiert auf ATPU, einem thermoplastischen Polyurethan, und wird im überkritischen Verfahren geschäumt. Dadurch entsteht eine leichte Schaumstruktur mit hoher Rückstellfähigkeit. Mount to Coast gibt für Jetcell zudem eine höhere strukturelle Festigkeit als bei herkömmlichen PEBA-Schäumen an. Die 38 Millimeter hohe Ferse und der 34 Millimeter hohe Vorfuß bilden eine breite Plattform mit erhöhten Seitenwänden. Dazu kommt eine ausgeprägte Rocker-Geometrie, bei der die Sohle im Vorfuß deutlich nach oben ansteigt und den Abrollvorgang unterstützt. Eine separate Rockplate ist nicht verbaut.

Für den Bodenkontakt setzt Mount to Coast auf eine vollständig abgedeckte Vibram-Megagrip-Außensohle. Die Litebase-Konstruktion reduziert die Gummimenge, während die 4 Millimeter tiefen Traction Lugs für zusätzlichen Grip sorgen. Im Vorfuß zeigen die Stollen überwiegend nach vorn und unterstützen den Halt beim Bergaufgehen, im Fersenbereich sind sie entgegengesetzt ausgerichtet und greifen beim Abbremsen bergab. Kleine Erhebungen auf den Lugs vergrößern zusätzlich die Kontaktfläche.

Mount to Coast, M1, Test, review

Persönlicher Eindruck

Die Gene des H1 sind auch im M1 unverkennbar, nur fühlt sich das Konzept auf dem Trail noch einmal besser an. Die neue Jetcell-Dämpfung trifft für mich eine interessante Mischung aus Softness und Bouncyness. Der M1 gibt unter dem Fuß angenehm nach, ohne schwammig zu werden. Überrascht hat mich, wie viel Stabilität trotz der hohen und weichen Dämpfung vorhanden ist. Auch wenn der Untergrund technischer wird, bleibt der M1 gut kontrollierbar. Auf steinigen und verwurzelten Passagen vermittelt die breite Plattform viel Sicherheit, ohne dass der Schuh seinen komfortablen Charakter verliert. Genau hier zeigt sich der Unterschied zum H1: Was dort auf trockenen und nur leicht technischen Trails funktioniert, bringt der M1 deutlich weiter ins Gelände.

Auch beim Grip macht sich die Veränderung bemerkbar. Die Vibram-Megagrip-Sohle bietet auf Fels, Schotter und losem Untergrund deutlich mehr Reserven. Lediglich wenn es matschig oder schlammig wird, dann ist das Profil nicht grob genug. Der M1 bringt damit viel von der angenehmen DNA des H1 mit, erweitert sie aber um genau jene Eigenschaften, die auf technischeren Trails fehlen. Gut gefällt mir auch die Passform der Mount to Coast Schuhe. Sie sind immer angenehm komfortabel, aber nie zu weich oder dick gepolstert und auch der Schutz vor Steinen und Felsen ist gut abgestimmt.

Pro&Contra

Pro: angenehme Dämpfung, hohe Stabilität, viel Grip, guter Komfort, lauffreudig
Contra: nicht der agilste und dynamischste Schuh

Mount to Coast, M1, Test, review

Fazit Mount to Coast M

Auch auf die Gefahr hin, endgültig als Mount to Coast Fanboy zu gelten: Ich mag die Schuhe der Marke einfach. Nicht wegen maximaler Dynamik oder irgendwelcher Superlativen, sondern weil sie für mich meist sehr ausgewogen abgestimmt sind. Genau das macht sie für viele Stunden auf dem Trail interessant. Der M1 setzt diese Linie fort, geht dabei aber einen Schritt weiter.

Die Gene des H1 sind klar erkennbar. Auch der M1 läuft sich angenehm, bleibt weich und komfortabel, ohne schwammig zu werden. Die neue Jetcell-Dämpfung bringt etwas mehr Bouncyness ins Spiel und verleiht dem Schuh mehr Leben. Gleichzeitig bleibt genug Stabilität, wenn der Trail technischer wird.

Spannend ist seine Position zwischen H1 und T1. Er übernimmt viel vom komfortablen Charakter des H1, bringt aber deutlich mehr Trailkompetenz mit. Der T1 ist stärker auf technisches Gelände ausgerichtet, der H1 stärker als Gravelschuh gedacht. Der M1 sitzt genau dazwischen und verbindet beide Welten erstaunlich stimmig.

Für mich ist das die eigentliche Stärke des M1: Er nimmt die angenehme DNA des H1 und bringt sie auf Trails, auf denen dieser irgendwann an seine Grenzen kommt. Genau deshalb macht der M1 das, was ich an Mount to Coast so mag: Er macht Lust darauf, viele Stunden unterwegs zu sein.

„Der Mount to Coast M1 verbindet weiche Dämpfung, guten Grip und stabile Führung zu einem Trailrunning-Schuh für viele Stunden im Gelände.“


Herstellerdetails

  • Gewicht: 275 g (Herstellerangabe)
    Sprengung: 4 mm
    Schnürung: TUNEDFIT Dual Lacing System
    Dämpfungsmaterial: JETCELL ATPU
    Außensohle: Vibram Megagrip Litebase mit Traction Lug
    Profiltiefe: 4 mm
    Höhe Zwischensohle: 38 mm Ferse / 34 mm Vorfuß
    Membran: keine
    UVP: 195 Euro

Mehr Infos zum Mount to Coast M1 findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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