Eine Stirnlampe muss beim Trailrunning zwei Dinge gleichzeitig schaffen: ordentlich Licht liefern und dabei möglichst wenig stören. Genau hier setzt die Petzl NAO LT an. Sie bringt nur 90 Gramm auf den Kopf und setzt auf einen rückwärtigen Akku. Im Test zeigt sich aber auch, dass 600 Lumen nicht automatisch bedeuten, dass eine Lampe für jedes Gelände geeignet ist.
Erster Eindruck
Die NAO LT ist kompakt aufgebaut und mit 90 Gramm vergleichsweise leicht. Der Akku sitzt am Hinterkopf und ist direkt ins elastische Kopfband integriert. Vorne fällt das kleine Lampengehäuse auf. Die Konstruktion wirkt funktional und auf geringes Gewicht ausgelegt. Das Kopfband lässt sich über eine zentrale Verstellung anpassen. Petzl bietet die Lampe in Orange sowie Schwarz/Weiß an. Zum Lieferumfang gehört der CORE-Akku mit 1250 mAh. Alternativ kann die NAO LT mit drei AAA-Batterien betrieben werden.

Praxiseindruck
Beim Laufen gefällt mir die Gewichtsverteilung. Der Akku hinten verhindert, dass die Lampe vorne unangenehm schwer wird. Gleichzeitig muss ich das Kopfband nicht besonders fest ziehen. Auch bei längeren Läufen bleibt die Konstruktion dadurch stabil. Die Bedienung erfolgt über eine einzige Taste und ist schnell verstanden. Drei Helligkeitsstufen stehen zur Verfügung: 7, 100 und 600 Lumen. Eine automatische Anpassung des Lichtkegels gibt es bei der LT allerdings nicht.
Die 600 Lumen reichen für viele Läufe völlig aus. Der breite Lichtkegel leuchtet den unmittelbaren Bereich gleichmäßig aus und funktioniert auf Straßen, Forstwegen und weniger technischem Trail gut. Auf schnellen, wurzeligen oder steinigen Passagen stößt das Konzept aber an Grenzen. Der Lichtkegel ist eher breit als weitreichend. Dadurch fehlt bei höherem Tempo etwas Kontrast, um kleine Hindernisse und Veränderungen des Untergrunds früh zu erkennen. Genau diesen Punkt kritisiert auch ein aktueller Praxistest der NAO LT.

Praktisch finde ich den Hybrid-Betrieb. Der CORE-Akku lässt sich über USB-C laden, gleichzeitig kann ich im Notfall drei AAA-Batterien einsetzen. Mit Akku gibt Petzl zwei Stunden bei maximaler Leistung und sieben Stunden im Standardmodus an. Die Ladezeit liegt bei rund 3,5 Stunden. Die Lampe ist nach IPX4 gegen Spritzwasser geschützt. Für Regen beim Laufen reicht das, für einen Einsatz unter dauerhaft schwierigen Bedingungen würde ich die Schutzart aber nicht mit einer vollständig wasserdichten Konstruktion gleichsetzen.
Das rote Blinklicht am Hinterkopf ist ein kleines, aber sinnvolles Detail für Läufe auf Straßen oder gemeinsam genutzten Wegen. Eine Lock-Funktion verhindert außerdem, dass sich die Lampe im Rucksack versehentlich einschaltet. Interessant ist auch das optionale Einsatzkonzept: Die NAO LT lässt sich mit entsprechendem Zubehör am Helm befestigen.

Fazit Petzl NAO LT
600 Lumen klingen inzwischen nach nicht mehr viel, sind jedoch nicht automatisch zu wenig. Entscheidend ist, wo ich mit der NAO LT unterwegs bin. Auf normalen Trainingsstrecken, Forstwegen und moderaten Trails spielt sie ihre Stärken aus. Das geringe Gewicht, die ausgewogene Gewichtsverteilung und die einfache Bedienung machen sie angenehm unkompliziert. Der wechselbare CORE-Akku ist ebenfalls praktisch und auch, dass man sie zur Not zudem mit AAA-Batterien nutzen kann. Wird der Trail alpiner und das Tempo höher, wären vielleicht noch mehr Lumen interessant. Für lange Nachtläufe im alpinen Gelände würde ich eher zu einer leistungsstärkeren Lampe greifen. Für alles andere ist die NAO LT eine leichte und unkomplizierte Lösung.
„Die Petzl NAO LT überzeugt mit geringem Gewicht, einfacher Bedienung und ausreichend Licht für Training, lange Läufe und moderate Trails.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zur Petzl Nao LT findet ihr hier





Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


Hinterlasse jetzt einen Kommentar