Maximal gedämpfte Trainingsschuhe gibt es inzwischen einige, doch Mizuno verfolgt mit der Neo-Vista-Reihe einen eigenen Weg. Der Mizuno Neo Vista 3 bleibt hoch gebaut und setzt weiterhin auf eine Kombination aus Supercritical-Schaum und Wave Plate, bekommt aber an entscheidenden Stellen eine neue Konstruktion. Was hat Mizuno beim dritten Anlauf verändert?
Der erste Eindruck
Mit dem Mizuno Neo Vista 3 positioniert Mizuno das Modell als Top-Schuh der NEO-Serie für lange Trainingsläufe und Tempoeinheiten. Darüber steht im Straßenlaufprogramm vor allem die Konstruktion aus viel Dämpfung, Platte und Smooth Speed Assist. Gegenüber dem Neo Vista 2 bleibt die Grundgeometrie mit 44,5 Millimetern Fersenhöhe und 36,5 Millimetern im Vorfuß sowie 8 Millimetern Sprengung unverändert. Das Gewicht liegt bei 276 Gramm in Größe UK 8,5. Die Schnürung ist direkt in das einteilige Knit-Obermaterial integriert; zusätzliche Ösenleisten entfallen weitgehend. Neu ist die überarbeitete Wave Plate, die im Mittelfuß stärker ausgeformt ist. Dazu kommen mehr Material im stabilisierenden unteren Sohlenbereich und eine umfangreichere Fersenkonstruktion.

Die Passform
Beim Neo Vista 3 setzt Mizuno weiterhin auf einen normalen 2E-Leisten und ein einteiliges Engineered-Knit-Obermaterial. Das Strickmaterial bildet Schaft und Zunge als zusammenhängende Konstruktion und reduziert dadurch zusätzliche Bauteile. Die Schnürsenkel werden über eine integrierte Leistenstruktur geführt, während ein relativ steifer Zehenrand die Vorderpartie formt. Neu gegenüber dem Neo Vista 2 ist besonders der hintere Aufbau: Der Fersenbereich erhält eine stärker ausgeprägte Fersenpartie und deutlich mehr innenliegende Polsterung rund um die Achillessehne. Damit wird die Ferse innerhalb des weichen Knit-Schafts stärker geführt. Die Zunge bleibt dünn und ist fest mit dem Obermaterial verbunden; dadurch kann sie beim Schnüren nicht seitlich verrutschen. Der Schuh ist etwas größer geschnitten, ich empfehle, ihn eine halbe Nummer kleiner zu nehmen.

Die Sohle
Unter dem Fuß arbeitet im Mizuno Neo Vista 3 ein zweilagiger Aufbau. Oben sitzt der stickstoffexpandierte Mizuno ENERZY NXT aus TPU, darunter eine festere, EVA-basierte Schicht, die die hohe Konstruktion stabilisiert. Dazwischen liegt eine über die gesamte Länge reichende, glasfaserverstärkte Nylon-Wave-Plate. Dazu kommt die Smooth-Speed-Assist-Geometrie mit ausgeprägter Rockerform und abgeschrägter Ferse. Für die Außensohle nutzt Mizuno den eigenen X10-Karbon-Gummi. Die Gummierung sitzt gezielt in den Aufprallzonen; tiefere und schärfere Rillen sollen den Kontakt zum Untergrund verbessern und die Flexibilität der Sohle erhöhen. Die zentrale Aussparung der Außensohle wurde gegenüber dem Vorgänger reduziert.

Persönlicher Eindruck
Der Mizuno Neo Vista 3 knüpft nahtlos an die Stärken seines Vorgängers an und macht vom ersten Schritt an richtig Spaß. Besonders der smoothere Ride gefällt dabei extrem gut: Der Schuh rollt ausgesprochen flüssig ab, entwickelt dabei eine spürbare Dynamik und animiert zu einem flotten Tempo, ohne den Fuß in einen bestimmten Laufstil zu zwingen. Trotz der weichen Abstimmung überrascht der Neo Vista 3 mit erstaunlich viel Stabilität. Gerade diese Kombination aus weicher Dämpfung, sauberem Abrollverhalten und dynamischem Antrieb macht den Schuh so vielseitig.
Wie schon der Neo Vista 2 funktioniert auch die dritte Generation nicht nur bei hohem Tempo. Auch langsamere Passagen lassen sich problemlos laufen, ohne dass der Schuh dabei seine Charakteristik verliert. Die hohe und weiche Mittelsohle bleibt dabei stets präsent, wirkt aber deutlich kontrollierter, als es die Konstruktion zunächst vermuten lässt. Besonders gelungen ist erneut die sockenartige Konstruktion des Obermaterials. Der Schuh umschließt den Fuß gleichmäßig, ohne dabei kompliziert aufgebaut zu sein. Auch der Einstieg gelingt problemlos. Insgesamt setzt der Neo Vista 3 genau dort an, wo der Vorgänger bereits stark war, entwickelt dessen smoothen und dynamischen Charakter aber konsequent weiter.
Pro&Contra
Pro: Smoothes Abrollen, viel Bounce, überraschend stabil, vielseitig, extrem lauffreudig
Contra: nicht der Leichteste, eher für breite Füße

Fazit Mizuno Neo Vista 3
Wenn ein Schuh als Super-Trainer eingestuft wird, legt das die Latte hoch. Der Mizuno Neo Vista 3 überspringt sie aber erneut mit Leichtigkeit. Schon die ersten Meter machen Spaß: Der Ride ist extrem smooth, das Abrollen locker und rund, dazu kommt ein kräftiger Bounce, der bei praktisch jedem Tempo präsent bleibt. Gerade bei Intervallen spielt der Schuh seine dynamische Seite aus, ohne zu überfordern oder ein bestimmtes Tempo vorzugeben. Er lädt dazu ein, schneller zu laufen, zwingt aber nicht dazu. Besonders gelungen ist die Kombination aus weicher Abstimmung und überraschend hoher Stabilität. Trotz der üppigen Dämpfung bleibt der Neo Vista 3 kontrolliert und vermittelt nicht das Gefühl, auf einer instabilen Plattform zu stehen. Wie schon der Vorgänger ist auch die dritte Generation ein ausgesprochen unterhaltsamer Super-Trainer.
„Der Mizuno Neo Vista 3 verbindet weiche Dämpfung, smoothen Ride und überraschende Stabilität zu einem Super-Trainer, der einfach richtig Spaß macht.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zum Mizuno Neo Vista 3 findet ihr hier








Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


Hinterlasse jetzt einen Kommentar