Der Clifton gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Straßenlaufschuhen von Hoka. Mit dem Clifton Pro geht der Hersteller nun einen anderen Weg. Statt den bekannten Daily Trainer weiter zu verfeinern, bekommt die Serie ein eigenständiges Performance-Modell, das mit neuer Zwischensohle und deutlich sportlicherer Abstimmung eine andere Zielgruppe ansprechen soll. Die Frage ist deshalb weniger, ob der Clifton Pro besser ist als der Clifton 11 – sondern für wen er die bessere Wahl ist.
Der erste Eindruck
Optisch bleibt der Clifton Pro klar als Teil der Clifton-Familie erkennbar, technisch unterscheidet er sich aber deutlich vom regulären Modell. Hoka setzt erstmals auf die neue Proglide+-Plattform mit superkritischem EVA-Schaum (SCF) und kombiniert diese mit einem ausgeprägteren MetaRocker. Das Ziel ist ein dynamischeres Abrollverhalten, jedoch ohne Carbonplatte. Mit 271 Gramm (Größe UK 8,5) zählt der Clifton Pro zwar nicht zu den leichtesten Daily Trainern, ordnet sich aber im typischen Bereich gut gedämpfter Trainingsschuhe ein. Die 8 Millimeter Sprengung sorgt für ein ausgewogenes Laufgefühl. Die klassische Schnürung erlaubt eine unkomplizierte Anpassung und verzichtet auf spezielle Lösungen. Im Sortiment übernimmt der Clifton Pro die Rolle eines sportlichen Daily Trainers. Gegenüber dem Clifton 11 steht weniger maximaler Komfort als vielmehr ein direkteres und effizienteres Laufgefühl im Vordergrund.

Die Passform
Das neu entwickelte Engineered Mesh des Hoka Clifton Pro fällt leicht und angenehm luftig aus und vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Im Mittelfuß sitzt der Schuh sicher, ohne unnötigen Druck aufzubauen, während die Fersenkappe zusammen mit dem weich gepolsterten Kragen guten Halt bietet. Insgesamt orientiert sich die Passform stark an den bekannten Clifton-Leisten, sodass bisherige Clifton-Läufer ein ähnliches Gefühl haben dürften. Ich würde den Schuh generell als sehr komfortabel bezeichnen, für normale bis schmale Füße, für breitere Füße gibt es auch eine Wide-Ausführung. Den Clifton Pro gibt es zudem sowohl für Damen als auch und in jeweils zwei Farbvarianten. Die Größe ist true-to-size.

Die Sohle
Die größte Veränderung beim Hoka Clifton Pro steckt in der Mittelsohle. Statt des bekannten CMEVA-Schaums kommt erstmals Proglide+ zum Einsatz, ein superkritisch geschäumter EVA-Schaum (SCF). Das Material soll reaktionsfreudiger sein und eine höhere Energierückgabe bieten, dabei aber kontrolliert und nicht übermäßig weich sein. Zusammen mit dem deutlich aggressiveren MetaRocker soll ein flüssiges Abrollverhalten, das den Läufer aktiv nach vorne führt, entstehen. Eine Carbonplatte gibt es nicht, um ein natürliches Laufgefühl beizubehalten. Auch die Außensohle wurde überarbeitet. Hoka setzt auf eine segmentierte Konstruktion mit Durabrasion Rubber in den besonders belasteten Bereichen. Das sorgt für guten Grip auf Asphalt und verspricht eine höhere Haltbarkeit als bei früheren Clifton-Modellen.

Persönlicher Eindruck
Ich war vom ersten Meter überrascht, wie lauffreudig und angenehm dynamisch sich der Hoka Clifton Pro läuft. Die Mischung aus dem Rocker und der neuen Dämpfung ist sehr gelungen. Man hat stets einen angenehmen Vortrieb, der nie aufdringlich wirkt. Im Gegenteil, er verleitet auf eine subtile und angenehme Weise, schneller zu laufen. Nach ein paar Kilometern war ich überrascht, dass meine Pace doch schneller war als üblich. Trotzdem fühlt sich der Schuh sehr komfortabel an. Doch wer dieses klassische Clifton-Gefühl sucht, wird sich wundern. Trotz allem Bounce ist er doch etwas straffer als das normale Modell. Der Pro hebt sich damit wirklich klar ab. Die breite Plattform und der gute Grip vermitteln viel Sicherheit, auch auf unebenen Straßen oder bei Nässe. Das ist selbst hohes Kurventempo kein Problem. Dazu trägt auch der gute Sitz und die angenehme, komfortabel, aber nicht zu lockere Passform bei. Sehr angenehm ist auch das luftige Mesh, das auch bei hohen Temperaturen für eine angenehme Belüftung sorgt.
Pro&Contra
Pro: dynamisch, lauffreudig, komfortabel, gute Traktion, luftiges Obermaterial
Contra: eher schwer, höherpreisig

Fazit Hoka Clifton Pro
Mit dem Clifton Pro geht Hoka bewusst einen anderen Weg als beim klassischen Clifton. Die neue Proglide+ Zwischensohle macht den Schuh spürbar dynamischer, ohne dass der Komfort auf der Strecke bleibt. Gerade diese gelungene Balance aus Dämpfung, Vortrieb und Vielseitigkeit gefällt mir sehr gut. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie angenehm lauffreudig und dynamisch der Schuh ist. Dazu kommen eine gelungene Passform, ein hochwertiges, luftiges Obermaterial und eine vielseitige Abstimmung, die sowohl bei lockeren Dauerläufen als auch bei längeren oder zügigeren Einheiten überzeugt. Für mich ist er eine sehr gute Wahl, für den Longrun am Wochenende oder auch für Tempo-Training. Ja, er ist nicht der leichteste, aber bei meinen Intervallen ist das kein Problem. Dafür hat er einen angenehmen Vortrieb und Komfort zwischen den schnellen Elementen. Wer also einen modernen Daily Trainer sucht, der auch bei höherem Tempo überzeugt, findet im Clifton Pro einen spannenden Schuh. Wer allerdings den weichen Charakter des Clifton schätzt, wird sich an die straffere Abstimmung erst gewöhnen müssen.
„Der Hoka Clifton Pro verbindet Dynamik und Komfort auf gelungene Weise und ist für mich ein vielseitiger Daily Trainer für lange und schnelle Läufe.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zum Hoka Clifton Pro findet ihr hier






Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


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