Asics Metafuji Trail 2

Asics, Metafuji Trail 2; Test, review

Mit dem Metafuji Trail hat Asics den Schritt in die Welt der Carbon-Trailracer gewagt. Die zweite Generation verfolgt denselben Ansatz, wurde technisch aber an mehreren entscheidenden Stellen überarbeitet. Mehr Stabilität, eine neue Mittelsohlenkonstruktion und ein komplett neu entwickelter Plattenaufbau sollen den Einsatzbereich erweitern. Reicht das, um den Asics Metafuji Trail 2 auf ein neues Niveau zu heben?

Der erste Eindruck

Innerhalb des Trailrunning-Sortiments positioniert Asics den Asics Metafuji Trail 2 als kompromisslosen Wettkampfschuh für schnelle Trail- und Ultradistanzen. Anders als Modelle wie Fujispeed oder Trabuco steht hier maximale Laufeffizienz im Vordergrund. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Konstruktion deutlich verändert. Die Carbonplatte besitzt nun eine X-förmige Geometrie, die auf unebenem Untergrund mehr Verwindungsfreiheit ermöglichen soll. Gleichzeitig ersetzt eine Kombination aus FF LEAP und FF BLAST PLUS die bisherige Schaumabstimmung. Das Obermaterial wurde vollständig neu entwickelt und verfügt über eine integrierte Sockenkonstruktion mit Schnellschnürung samt Lace Pocket. Der Schuh bringt 264 Gramm in UK 8,5 auf die Waage, bietet eine Sprengung von 5 Millimetern und eine Fersenhöhe von 42 Millimetern. Damit zählt er zu den höchst aufgebauten Trail-Racern des Herstellers.

Asics, Metafuji Trail 2; Test, review

Die Passform

Beim Metafuji Trail 2 setzt Asics auf einen sportlich geschnittenen Leisten mit vergleichsweise schlankem Vorfuß. Das Motion-Wrap-TR-Obermaterial besteht aus einem sehr offenen, leichten Mesh, das Gewicht reduziert und gleichzeitig Wasser schnell abführen soll. Neu ist die sockenähnliche Kragenkonstruktion, die den Knöchel umschließt und das Eindringen von Steinen und Schmutz verhindern soll. Ergänzt wird sie durch eine Schnellschnürung mit integrierter Schnürsenkeltasche, wodurch lose Schnürsenkel während des Laufs verstaut werden können. Die flach ausgeführte Zunge ist direkt in die Sockenkonstruktion integriert und bildet mit dem Obermaterial eine Einheit. Im Fersenbereich verzichtet Asics auf stark ausgeprägte Verstärkungen und setzt stattdessen auf eine leichte interne Stabilisierung, um Material und Gewicht einzusparen. Der Schnitt ist true-to-size.

Asics, Metafuji Trail 2; Test, review

Die Sohle

Die Mittelsohle des Asics Metafuji Trail 2 kombiniert zwei unterschiedliche Schaumstoffe. Direkt unter dem Fuß liegt FF LEAP, der derzeit leichteste und reaktivste Schaum des Herstellers. Darunter folgt eine Schicht FF BLAST PLUS, die als tragende Basis dient. Zwischen beiden Materialien befindet sich eine neu entwickelte Carbon-Platte mit X-förmigem Aufbau. Im Gegensatz zu einer durchgehenden Platte ermöglicht diese Konstruktion eine höhere Torsionsfähigkeit auf unebenem Untergrund, ohne den Vortrieb vollständig aufzugeben. Die hohe Mittelsohle mit 42 Millimetern an der Ferse und 37 Millimetern im Vorfuß wird durch eine ausgeprägte Rocker-Geometrie ergänzt, die den Abrollvorgang unterstützt. Für Bodenkontakt sorgt eine durchgehende ASICSGRIP-Außensohle mit 3,5 Millimeter tiefen Stollen. Der Gummi hat schon bisher überzeugt und steht Vibram um nichts nach. Das Profil ist multidirektional angeordnet und auf wechselnde Untergründe zwischen festem Trail, Schotter und Fels ausgelegt.

Asics, Metafuji Trail 2; Test, review

Persönlicher Eindruck

Wenn ein neuer Carbon-Schuh auftaucht, sind große Versprechen fast schon Pflicht. Beim Metafuji Trail 2 von Asics ist das etwas anders. Schließlich hat Tom Evans damit bereits den UTMB im Vorjahr gewonnen. Die Messlatte liegt also ziemlich hoch. Entsprechend gespannt war ich auf die ersten Kilometer. Was mir vom ersten schnellen Kilometer an gefällt, ist, wie leicht sich der Schuh laufen lässt. Die Carbon-Platte ist zwar spürbar, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Statt eines harten Abdrucks entsteht ein runder, flüssiger Laufstil, bei dem der Schuh einfach mitläuft. Dabei fällt aber auf, dass er es vor allem schneller mag als langsamer. Je mehr man Gas gibt, desto mehr spielt der Schuh seine Stärken aus.

Die Kombination aus FF LEAP und FF BLAST PLUS ist dabei aus meiner Sicht gut gelungen. FF LEAP unter dem Fuß ist dabei weich und bouncy, FF BLAST PLUS ist etwas straffer und führt und bringt Stabilität. Die Dämpfung ist angenehm weich, gleichzeitig aber direkt genug, dass nie das Gefühl aufkommt, den Kontakt zum Trail zu verlieren. Obwohl unter der Ferse 42 Millimeter Schaum stecken, wirkt der Schuh erstaunlich kontrolliert. Gerade auf langen, schnellen Trails läuft er sich fast wie ein Straßen-Wettkampfschuh. Natürlich ist der Metafuji Trail 2 kein Schuh für jede Art von Trail. In sehr technischem Gelände mit vielen engen Kehren, Wurzeln oder felsigen Passagen merkt man schnell, dass er lieber Tempo macht als zu führen.

Auch wenn er deutlich stabiler geworden ist als der Vorgänger, tauchen in technischem Gelände recht bald Schwächen auf. Wie schon der Vorgänger mag er es schnell. Ähnlich einem Straßen-Racer lädt er zum Gas geben ein und rollt dabei hervorragend ab. Für ein Rennen ideal und, wenn man fit genug ist, auch für einen Ultra, den man damit auch gewinnen kann, wie Tom Evans bewiesen hat. Im Gegensatz zu anderen Schuhen der Liga ist er aber für mich nicht die erste Wahl für lange Trainingsläufe in nicht so hohem Tempo. Auch die Schnellschnürung kann mich nicht vollständig überzeugen, in Verbindung mit dem dünnen Material fehlt mir ein wenig der Halt. Und noch zur Sockenbauweise: Leider liegt der Socken nicht gut an und so fängt er mehr Steine, als er draußen hält.

Pro&Contra

Pro: leicht, luftiges Obermaterial, reaktive Dämpfung, guter Grip
Contra: will schnell gelaufen werden, mir fehlt etwas die Stabilität, Sockenbauweise, hochpreisig

Asics, Metafuji Trail 2, Test, review

Fazit Asics Metafuji Trail 2

Der Asics Metafuji Trail 2 ist kein Trail-Allrounder und will das auch gar nicht sein. Er ist ein kompromissloser Race-Schuh, der seine Stärken vor allem dann ausspielt, wenn das Tempo hoch ist und die Strecke flüssig läuft. Die Kombination aus FF LEAP, FF BLAST PLUS und der neuen Carbonplatte sorgt für ein dynamisches, kontrolliertes Laufgefühl, das stark an einen modernen Straßen-Wettkampfschuh erinnert. In technischem Gelände stößt das Konzept trotz der verbesserten Stabilität an seine Grenzen. Zudem haben mich die Schnellschnürung und die Sockenkonstruktion nicht vollständig überzeugt. Wer jedoch einen Schuh für schnelle Trailrennen oder ambitionierte Ultras sucht und das Tempo hochhalten kann, findet im Metafuji Trail 2 einen der spannendsten Carbon-Trailracer am Markt. Dafür muss man aber halt auch tief in die Taschen greifen.

„Der Asics Metafuji Trail 2 ist ein kompromissloser Race-Schuh, der seine Stärken auf schnellen, flüssigen Trails ausspielt, aber auch Schwächen zeigt.“


Herstellerdetails

  • Gewicht: 255 g (Herstellerangabe, US Men’s 9)
    Sprengung: 5 mm
    Schnürung: Schnellschnürung mit Lace Pocket
    Dämpfungsmaterial: FF LEAP / FF BLAST PLUS
    Außensohle: ASICSGRIP
    Profiltiefe: 3,5 mm
    Höhe Zwischensohle: 42 mm/37 mm
    Membran: keine
    UVP: € 250,-

Mehr Infos zum Asics Metafuji Trail 2 findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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