Altra ist vor allem für seine FootShape-Passform und die lange Zeit konsequent eingesetzte 0-mm-Sprengung bekannt. Mit dem Experience Wild 3+ geht der Hersteller jedoch einen anderen Weg. Die dritte Generation bringt nicht nur die von dieser Schuhserie bekannte 4-mm-Sprengung mit, sondern auch einige wichtige Updates gegenüber dem Vorgänger – darunter eine neue Mittelsohle und eine Vibram-Megagrip-Außensohle. Geblieben ist die großzügige Passform im Vorfuß. Doch machen die Neuerungen den vielseitigen Trail- und Door-to-Trail-Schuh tatsächlich besser?
Der erste Eindruck
Mit dem Experience Wild 3+ baut Altra seine Experience-Serie weiter aus und geht noch mehr Richtung Trail. Denn dank Vibram wird er nun deutlich geländegängiger. Der Schuh kombiniert die für Altra typische FootShape-Passform mit einer moderaten Sprengung von 4 Millimetern und ist die Antwort des Herstellers auf den Gravel-Schuh-Trend. Für die dritte Generation wurde der Experience Wild umfassend überarbeitet. Neu ist die EGO P35-Mittelsohle und eine Vibram-Megagrip-Außensohle. Trotz der komfortorientierten Auslegung bleibt das Gewicht mit rund 291 Gramm bei Schuhgröße UK 8,5 im moderaten Bereich. Geschnürt wird mit normalen Schuhbändern, die beim Testschuh allerdings sehr, bzw. viel zu lang sind.

Die Passform
Bei der Passform bleibt der Altra Experience Wild 3+ seinen Wurzeln treu. Die großzügig geschnittene FootShape-Zehenbox bietet den Zehen viel Bewegungsfreiheit und ermöglicht ein natürliches Spreizen des Vorfußes, besonders auf langen Läufen oder bei zunehmender Fußschwellung. Im Mittelfuß fällt der Sitz deutlich strukturierter aus und vermittelt ein sicheres Gefühl, ohne einzuengen. Gegenüber dem Vorgänger wurde auch der Fersenbereich überarbeitet, wodurch die Ferse stabiler umschlossen wird, und weniger Spiel entsteht. Die Schnürung arbeitet zuverlässig und die dicke Zunge bringt viel Komfort. Man muss den Schuh damit aber auch etwas fester schnüren, um ordentlichen Sitz zu haben. Die Größe fällt true-to-size aus.

Die Sohle
In der Mittelsohle des Altra Experience Wild 3+ kommt erstmals der neue EGO P35-Schaum zum Einsatz. Das Material wurde entwickelt, um eine ausgewogene Kombination aus Dämpfung, Energierückgabe und Stabilität zu bieten. Im Vergleich zur bisherigen EGO-Mischung wirkt der Schaum etwas lebendiger und reaktionsfreudiger. Die Dämpfung fällt überraschend großzügig aus, denn die Sohle ist nicht sehr dick. Das sorgt für gutes Bodengefühl und trotzdem angenehme Dämpfung. Unter der Mittelsohle sitzt nun eine Vibram-Megagrip-Außensohle mit Traction-Lug-Technologie. Ein wirklich großes Plus zum Vorgänger. Die leicht ausgeprägten Stollen und die griffige Gummimischung sollen sowohl auf trockenem als auch auf nassem Untergrund zuverlässige Traktion liefern. Gleichzeitig unterstützt die Rocker-Geometrie des Schuhs einen flüssigen Übergang von der Landung bis zum Abdruck.

Persönlicher Eindruck
Ich mag die Zero-Drop-Schuhe von Altra und war deshalb skeptisch, ob ich einen Altra mit Sprengung haben möchte und auch, ob das funktioniert. Dieses Flache mag allerdings nicht jeder. Mich hat der Experience Wild 3+ wirklich von den ersten Metern weg überrascht. Er rollt sehr angenehm und locker dahin und ist wesentlich aktiver als sein Vorgänger. Das war meine große Kritik, dass sich der Wild 2 etwas fad anfühlte. Die neue Dämpfung lässt den Experience Wild 3+ jetzt angenehm und locker dahinrollen und er wirkt sogar etwas verspielt. Die leichte Dynamik und der hervorragende Vibram Grip tun dem Schuh gut, und er wird von einem bescheidenen Door-to-Trail-Schuh zu einem ernsthaften Trailschuh. Denn sowohl auf hartem Untergrund als auch auf technischen Trails fühlt man sich mit dem Schuh wohl. Vor allem für Läufer, die gerne den Untergrund spüren, ist er spannend, denn auch trotz aktiverem Schaum hat man noch viel Gefühl für den Untergrund. Der Sitz im Schuh ist gut, könnte aber durch eine etwas weniger voluminöse Zunge noch etwas verbessert werden und die Schuhbänder sind unglaublich lang. Kein Beinbruch, aber nervig.
Pro&Contra
Pro: lauffreudig, super Grip, sehr vielseitig, viel Gefühl für den Untergrund
Contra: zu lange Schuhbänder, etwas dicke Zunge

Fazit Altra Experience Wild 3+
Schon der Vorgänger zeigte, dass Altras Konzept aus FootShape-Passform und moderater 4-mm-Sprengung durchaus funktioniert. Doch die langweilige Dämpfung und der bescheidene Grip hat den Wild 2 ausgebremst. Beim Experience Wild 3+ sieht das nun ganz anders aus. Der Schuh rollt dank Rocker-Geometrie sehr geschmeidig ab und wirkt vom ersten Schritt an harmonisch. Gleichzeitig bringt die neue EGO P35-Mittelsohle spürbar mehr Leben ins Laufgefühl. Der Experience Wild 3+ bleibt zwar kein explosiver Performance-Schuh, vermittelt aber deutlich mehr Dynamik als sein Vorgänger und fühlt sich weniger behäbig an. Trotz seiner Ausrichtung als Door-to-Trail-Modell macht der Schuh auch im Gelände eine gute Figur. Die Kombination aus moderater Sprengung, ausgewogener Dämpfung, Gefühl für den Untergrund und stabilem Stand sorgt für ein sicheres Laufgefühl auf unterschiedlichstem Untergrund. Ein großer Schritt nach vorn ist dabei die neue Vibram-Megagrip-Außensohle mit Traction Lugs.
„Für mich ist der Altra Experience Wild 3+ ein komfortabler und vielseitiger Trail-Allrounder, der vor allem mit starkem Grip und einem harmonischen Laufgefühl punktet.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zum Altra Experience Wild 3+ findet ihr hier







Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


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