Er zählt zu den absoluten Klassikern unter den Trailrunning-Schuhen und hat einen wesentlichen Anteil am Erfolg von Hoka in dem Bereich: der Speedgoat. Benannt ist er nach dem stammt von dem bekannten US-amerikanischen Ultraläufer Karl Melzer. Sein Spitzname ist Speedgoat und der Schuh wurde mit ihm zusammen entwickelt. Inzwischen gibt’s das Modell in seiner siebten Auflage. Kann der Hoka Speedgoat 7 wieder überzeugen? Der Praxistest musste es zeigen.
Der erste Eindruck
Klassiker hin oder her, aber zuletzt bekam die Legende „Speedgoat“ einige Kratzer, der Schuh war nicht mehr so überzeugend wie noch die ersten Versionen. Ich konnte 2015 schon den ersten testen, damals hieß das Unternehmen noch Hoka One One (Test). Der Schuh war damals wirklich ein Gamechanger. Kann das der neue auch? Zumindest optisch kann er in der Schwarz-Weiß-Variante schon bei mir punkten. Es gibt ihn aber noch in weiteren vier Farben. Noch immer erkennt man auf den ersten Blick, dass es ein Speedgoat ist. Er wirkt weniger üppig und etwas sportlicher als die Hoka Geschwister. Die Verarbeitung ist sauber, keine Nähte zu sehen, alles geklebt und robust. Auffällig ist, dass die „Zungenverlängerung“ in den Vorfuß wesentlich kürzer geworden ist. Die Sprengung liegt wie immer bei flachen 5 mm und das Gewicht ist mit 274 Gramm bei Größe UK 8,5 im sehr konkurrenzfähigen Bereich. Geschnürt wird klassisch mit Schuhbändern.

Die Passform
Reinschlüpfen und wohlfühlen, das galt schon immer bei Hoka Schuhen. So ist es auch beim Speedgoat 7: Man fühlt sich wohl, gut umschlossen und mit ausreichend Platz im Vorfuß. Ich würde den Leisten, über den er gebaut wurde, als gefällig bezeichnen, also für viele TrailrunnerInnen passend. Das war beim Speedgoat schon immer eines der Erfolgsrezepte. Trotz der dicken Sohle hat man das Gefühl, tief im Schuh zu stehen. Das Obermaterial ist weich und luftig. Die Schnürung hält den Fuß gut fest, besonders im Mittelfußbereich, auch die Ferse sitzt gut. Hier ist er auch komfortabel gepolstert, die Zunge hingegen ist recht dünn. Sie verteilt aber den Druck der Schnürung gut. Bei der Größe würde ich eher eine halbe Nummer größer empfehlen.

Die Sohle
Wie bei jedem Hoka ist die Zwischensohle das Herzstück, so auch beim Speedgoat 7. Und hier gibt’s auch die entscheidende Neuerung. Er hat nun eine neue Mittelsohle aus superkritischem EVA-Schaum bekommen. Dabei wird EVA unter hohem Druck mit Gas aufgeschäumt, wodurch eine feinere Zellstruktur entsteht. In der Praxis bedeutet das: Der Schaum ist leichter, elastischer und liefert spürbar mehr Energierückgabe als das Material des Speedgoat 6. Weiterhin kommt der Schuh ohne Rockplate aus, da er viel über seine breite Plattform absichert. Beim Aufbau selbst bleibt Hoka seiner Linie treu: hoher Stack (rund 40/35 mm bei den Herren, 5 mm Sprengung), breite Auflagefläche und die bekannte Meta-Rocker-Geometrie, die das Abrollen flüssig halten soll. Zudem wurde die Außensohle leicht überarbeitet. Hoka vertraut dabei weiter auf den Vibram Megagrip Gummi mit 5-mm-Traction-Lugs. Die Stollen sind jetzt allerdings etwas anders geformt und die Gummiabdeckung im Vorfuß- und Fersenbereich fällt etwas großzügiger aus.

Persönlicher Eindruck
Ja, das ist es, das hat der Speedgoat gebraucht. Ich habe bei den beiden Vorgängern immer etwas die frühere Lauffreude der alten Speedgoats vermisst. Die hat der Speedgoat 7 nun mit dem neuen superkritischen EVA-Schaum endlich wieder zurückbekommen. Vom ersten Meter weg rollt er wieder spielerischer und man möchte förmlich weiter laufen, als man es geplant hatte. Die Meta-Rocker-Geometrie passt wieder zur Dämpfung und das macht einfach Spaß. Ansonsten spielt der 7er die Tugenden seiner Altvorderen aus. Auch wenn das Schuhmodell auf lange Distanzen zugeschnitten ist, fühlt er sich sogar auf kürzeren, schnelleren Trails keineswegs fehl am Platz an. Der Schuh wirkt trotz seiner massiven Dämpfung erstaunlich leichtfüßig und alles andere als behäbig. Im Gegenteil: Sobald das Tempo anzieht, kommt richtig Fahrspaß auf. Die üppige Sohle bügelt nahezu jeden Untergrund glatt. Wurzeln, Steine oder verblockte Passagen schluckt der Schuh beinahe stoisch weg. Klar, dadurch geht etwas direktes Gefühl für den Trail verloren. Auf langen Strecken ist das aber ein Kompromiss, mit dem man gut leben kann. Verlass ist auch auf die bekannte Vibram-Megagrip-Außensohle. Sie packt auf losem Untergrund ebenso zuverlässig zu wie auf nassen Steinen oder rutschigen Wurzeln.
Pro&Contra
Pro: lauffreudig, ausgewogen gedämpft, vielseitig, toller Grip, bringt viel Sicherheit
Contra: ich finde nichts

Fazit Hoka Speedgoat 7
Die letzten zwei Speedgoats hatten ein wenig die Magie verloren. Ja, sie waren immer noch gute Trailschuhe, aber den Spaß der früheren Modelle haben sie mir nicht gebracht. Das hat sich nun mit dem Speedgoat 7 wieder geändert. Die Entscheidung von Hoka, endlich einen superkritischen Schaum zu verwenden, war überfällig und goldrichtig. Der Speedgoat 7 ist wieder ein Trailschuh, der mir einfach richtig Spaß macht. Er rollt souverän dahin, dank dicker Sohle kann ihm der Untergrund nichts anhaben und trotzdem bleibt er immer noch kontrollierbar, selbst auf technischen Trails. Die breite Plattform ist genau richtig und auch nicht zu breit, die Dämpfung hat einen leichten Rebound und der Grip ist ohnehin bei Vibram garantiert. Dazu passt er mir gut, das Obermaterial lässt ausreichend Luft durch und der Fuß ist ausreichend geschützt. Und auch vor der Waage braucht er sich mit dem Gewicht nicht zu fürchten. Der Speedgoat ist endlich wieder ein komfortabler, vielseitiger Trailschuh, der auf langen Distanzen und in den Bergen zu Hause ist.
„Der Hoka Speedgoat 7 ist kein radikales Update, aber dennoch ein entscheidendes. Er ist wieder ein vielseitiger, spaßiger Kilometerfresser für alpine Trails.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zum Hoka Speedgoat 7 findet ihr hier








Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


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