Mit Amazfit ist ein neuer Herausforderer in den Sportuhren-Ring gestiegen. Das Unternehmen gehört Zepp Health Corporation und ist bekannt für die Entwicklung von Fitness-Trackern und Smartwatches. Auch wenn es ähnlich klingt, hat das Unternehmen nichts mit dem großen Online-Versender zu tun. Amazfit hat sich bisher mit gut ausgestatteten Uhren zum Kampfpreis einen Namen gemacht. Für Trailrunner ist die T-Rex-Serie spannend. Hier konnte ich die T-Rex 3 Pro (Test) ausführlich testen. Mit der T-Rex Ultra 2 zielen sie nun klar in Richtung Garmin Fenix. Können sie der Top-Sportuhr das Wasser abgraben?
Der erste Eindruck
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 ist eine groß dimensionierte, konsequent auf den Outdoor-Einsatz ausgelegte GPS-Smartwatch. Das Gehäuse besteht aus glasfaserverstärktem Polymer, ergänzt durch eine Titan-Lünette und Saphirglas, was auf hohe Widerstandsfähigkeit abzielt. Zum Einsatz kommt ein 1,5 Zoll (3,81 cm) großes AMOLED-Display mit einer maximalen Helligkeit von bis zu 3000 Nits. Die Uhr ist bis 100 Meter wasserdicht und damit auch für Schwimmen und Wassersport geeignet. Mit einem Gewicht von 89 Gramm gehört sie allerdings zu den schwereren Modellen ihrer Klasse; eine kleinere Variante wird nicht angeboten.

Die Ausstattung umfasst mehr als 180 Sportmodi sowie eine breite Palette an Outdoor-Funktionen, darunter Offline-Karten, Turn-by-Turn-Navigation, Kompass, Barometer und Höhenmesser. Ergänzt wird dies durch ein integriertes Mikrofon und einen Lautsprecher, die unter anderem das Aufzeichnen von Sprachnotizen ermöglichen, etwa zur Ergänzung von Trainingsaktivitäten. Für die Positionsbestimmung unterstützt die Uhr sechs Satellitensysteme, was eine hohe Genauigkeit gewährleisten soll. Zusätzlich ist eine integrierte LED-Taschenlampe vorhanden, die auch in Rot- und Grüntönen betrieben werden kann.
Im Gesundheitsbereich erfasst die Smartwatch kontinuierlich Parameter wie Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung, Stressniveau und Schlafqualität und stellt diese über die Zepp-App in detaillierten Analysen dar. Auch die Akkulaufzeit fällt überdurchschnittlich aus: Im reinen Smartwatch-Betrieb sind bis zu 30 Tage möglich, im GPS-Modus bis zu 38 Stunden. Ferner bietet die Uhr die üblichen Smartwatch-Funktionen wie Benachrichtigungen, Musiksteuerung, Timer und Alarme.
Die Funktionen der Amazfit T-Rex Ultra 2
Ich liste hier nur die wichtigsten Funktionen für Trailrunner auf. Die komplette Übersicht gibt es bei Garmin auf der Produktseite.
Mit der T-Rex Ultra 2 zielt Amazfit auf potenzielle Käufer der Fenix-Uhren (Test) von Garmin. Entsprechend umfangreich sind auch die Funktionen der Uhr. Das beginnt bei den absoluten Grundausstattungen wie Distanz, Puls mittels OHR, Stoppuhr, barometrischer Höhenmesser usw. Hier bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Natürlich hat sie einen eigenen Trailrunning-Modus, der aber auch nahezu frei umprogrammiert und so an meine Bedürfnisse angepasst werden kann. Bis zu sechs Datenfelder können pro Seite angezeigt werden. Auch zum Radfahren gibt’s unterschiedlichste Modi, vom Biken zum Indoor-Radfahren, und selbst Skitourengehen ist als Modus vorhanden.

Gesteuert wird die Uhr über vier Tasten und das Touch-Display. Das funktioniert sehr flüssig und zuverlässig. Es gibt kein Ruckeln oder Verzögerungen. Der Bildschirm ist aus robustem Saphirglas. Leider ist es zwar kratzfest, aber extrem empfindlich für Fingerabdrücke. Das hatte ich so noch bei keiner Uhr, ich war dauernd am Displayabwischen. Logisch aufgebaut ist das Menü und auch optisch ist es sehr ansprechend. Da die Uhr ein Mikro und einen Lautsprecher hat, kann man auch Sprachbefehle ausführen lassen und über die Uhr (bei verbundenem Handy) telefonieren. Das funktioniert nicht mal so schlecht, dasselbe gilt für den Sprachassistenten.
Ein interessantes Feature ist, dass man mit dem Mikrofon auch Sprachnotizen zum Training speichern kann, welche dann auch ein Trainer abhören könnte. Neu ist auch eine Art Climb-Pro-Funktion, also eine Anzeige, die dir zeigt, wie steil der nächste Anstieg ist und wo du dich im Anstieg befindest. Eine sehr nützliche Funktion, wie ich finde.

Mit an Bord sind natürlich auch so Funktionen wie die Schlafaufzeichnung mit Analyse, eine Echtzeitleistungsanzeige und der PAI-Score. Die Personal Activity Intelligence¹⁰ (PAI) ist ein einfacher Gesundheitswert, der auf der Reaktion des Herzens auf körperliche Betätigung basiert und dabei helfen soll, die kardiovaskuläre Fitness zu verfolgen und zu verbessern. Bezahlen ist mit der Uhr ebenfalls möglich wie das Koppeln mit anderen Bluetooth-Geräten, eine Wetteranzeige, Musikspeicher und noch vieles mehr.
Display und Akku
Der Bildschirm der Amazfit T-Rex Ultra 2 misst 1,5 Zoll (3,81 cm) und wirkt entsprechend groß. Wie bereits bei der Amazfit T-Rex 3 Pro gibt der Hersteller eine maximale Helligkeit von 3000 Nits an. Im direkten Vergleich erscheint das Panel jedoch etwas heller und insgesamt kontrastreicher. Die automatische Helligkeitsregelung arbeitet solide, erwies sich im Test jedoch als weniger präzise als die manuelle Einstellung. Der Bildschirm kann wahlweise dauerhaft im Always-on-Modus betrieben oder per Gestensteuerung aktiviert werden, wobei Letztere – wie bei vielen vergleichbaren Uhren – mit einer leichten Verzögerung reagiert.
Auch bei der Akkulaufzeit erreicht die Uhr hohe Werte. Im Smartwatch-Modus nennt der Hersteller bis zu 30 Tage, ein Wert, der sich im Test als etwas optimistisch erwies. Realistisch sind – abhängig von Nutzung und Trainingsumfang – etwa 25 bis 26 Tage. Im präzisesten GPS-Modus werden bis zu 50 Stunden angegeben; im Praxiseinsatz lagen die gemessenen Werte eher bei 43 bis 45 Stunden. Zusätzlich steht ein adaptiver Modus zur Verfügung, der (ähnlich wie SatIQ bei Garmin) automatisch zwischen verschiedenen GPS-Einstellungen wechselt. Im reinen GPS-Modus sind laut Hersteller bis zu 90 Stunden möglich.

GPS und OHR
Zwei zentrale Kriterien bei Outdoor-Uhren sind die Positionsgenauigkeit und die Herzfrequenzmessung. In ersterer Hinsicht hat mich die Amazfit T-Rex Ultra 2 positiv überrascht: Trotz „nur“ Dualband arbeitet sie ausgesprochen präzise und liegt im Vergleich zu teils deutlich teureren Modellen höchstens minimal zurück. Gröbere Ausreißer treten nicht auf, der Empfang bleibt insgesamt stabil und zuverlässig.
Weniger überzeugend fällt hingegen die optische Herzfrequenzmessung aus. Der Sensor liefert keine durchgehend verlässlichen Werte, Abweichungen treten regelmäßig auf. Das ist umso bedauerlicher, als die T-Rex 3 Pro mit identischem Sensor in diesem Punkt etwas besser abschneidet. Möglicherweise spielt hier das höhere Gewicht der T-Rex Ultra 2 eine Rolle, das für mehr Bewegung am Handgelenk sorgt. Für präzise Messungen empfiehlt sich daher die Nutzung eines zusätzlichen Pulsgurts.

Konnektivität und App
Hier kommt bei der T-Rex Ultra 2 Pro die „Zepp“-App zum Einsatz. Über sie werden alle Produkte des Herstellers synchronisiert, wie auch der Helios-Strap und auch die Kopfhörer. Sie ist optisch ansprechend, aber auch etwas überfrachtet. Die Gesundheitsdaten hat man gut im Blick, auch gibt es hier einen Coach, der einem etwa beim Einschlafen helfen kann, oder auch einen Kalorienzähler. Der Fokus liegt hier aus meiner Sicht eher auf den Gesundheitsdaten. Die Auswertung der Trainings ist okay, könnte allerdings besser sein. Die App kann mich also nur bedingt überzeugen.
Was mir auch fehlt, ist eine Verbindung zu anderen Trainingsapps. Ja, man kann mit Strava die Aktivitäten synchronisieren, aber keine Routen teilen und auch keine strukturierten Trainings von anderen Anbietern übernehmen, wie zum Beispiel von HumanGO. Mit TrainingPeaks geht’s über einen Umweg. Auch das Aufspielen von Routen ist kompliziert, das geht nur, indem man eine GPX-Datei importiert. Das geht inzwischen auch schon einfacher, etwas mit Strava oder Komoot. Also hauptsächlich bei der Zepp-App ist noch einiges an Luft nach oben.

Navigation
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 ist eine der wenigen Uhren, die routingfähige Karten anbieten. Das heißt, es ist während der Aktivität auch ein Re-Routing möglich. Das hat außer Garmin sonst keiner. Die Navigation ist einfach, wenn man mal die Route auf der Uhr hat. Die muss man als GPX importieren. Abzweigungsansagen kommen für meinen Geschmack etwas spät, aber trotzdem ist das Navigieren mit der Uhr ein Kinderspiel.
Das Re-Routing funktioniert jedoch nicht zu 100 % optimal, es leitet meist auf Straßen um oder bricht ab. Auch macht es das Re-Routing nicht automatisch. Hier ist Amazfit aber schon dabei, das Problem zu lösen. Da es nur die Software betrifft, sollte das kein Problem sein. Das gleiche Problem gilt für die Routenvorschläge auf der Uhr, die leiten zu oft auf die Straße. Was mir gut gefällt, ist der Anstiegs-Assistent, der die Steigungen anzeigt, mit allen Daten, also wie steil, wie lange usw. Das funktioniert wirklich zuverlässig.

Bodymetrics
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 kombiniert robuste Outdoor-Technik mit umfassenden Gesundheitsfunktionen. Sie misst Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stresslevel und Hauttemperatur dauerhaft und analysiert Schlaf inklusive Atemqualität. Mit dem Aktivitätsindex PAI und dem Erholungs-Tool BioCharge übersetzt sie Messwerte in verständliche Kennzahlen. Auffällige Werte werden per Warnung gemeldet, und per One-Tap lassen sich alle relevanten Daten gleichzeitig abrufen. Damit liefert die Uhr praxisnahe Gesundheitsinfos – ohne medizinischen Anspruch, aber mit klarem Mehrwert für Training und Alltag.
Pro&Contra
Pro: knackiges, großes Display, flüssiger Touchscreen, großer Funktionsumfang. Gutes Routing, sehr robust, lange Akkulaufzeit
Contra: Sie ist etwas arg klobig, ZEPP-App weniger auf Sport ausgerichtet, empfindliches Display bei Fingerabdrücken, preislich eher hoch angesiedelt

Fazit Amazfit T-Rex Ultra 2
Mit einem Preis von 549,90 Euro positioniert sich die Amazfit T-Rex Ultra 2 in einem stark umkämpften Segment der Sportuhren-Mittelklasse. Die Konkurrenz ist groß, entsprechend hoch sind die Erwartungen. Wie bereits die T-Rex 3 Pro präsentiert sich auch dieses Modell als vielseitige Outdoor-Uhr mit langer Akkulaufzeit und breitem Funktionsspektrum. Dazu zählen unter anderem Offline-Karten, Turn-by-Turn-Navigation, integriertes Mikrofon und Lautsprecher sowie eine eingebaute Taschenlampe. Das Gehäuse fällt sehr massiv aus, was der Uhr eine hohe Robustheit verleiht. Positiv hervorzuheben sind zudem das helle AMOLED-Display mit guter Ablesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung sowie der insgesamt flüssig reagierende Touchscreen, der allerdings recht empfindlich ist und sich etwa unter einer Jacke gelegentlich unbeabsichtigt bedienen lässt.
Weniger überzeugend sind das Re-Routing sowie die Routenplanung direkt auf der Uhr, die beide nicht zuverlässig funktionieren. Gelungen ist hingegen der Anstiegs-Assistent, der im Test konsistent und präzise arbeitet. Ebenfalls nicht überzeugend ist die optische Pulsmessung am Handgelenk und dass man auf dem Bildschirm jeden Fingerabdruck sofort sieht. Das größte Defizit bleibt jedoch die Zepp-App, die im Vergleich zu konkurrierenden Plattformen noch Feinschliff vermissen lässt. Schwächen zeigen sich insbesondere bei der Auswertung von Aktivitäten, der Integration externer Trainingsplattformen sowie in der Gestaltung. Insgesamt wirkt die App noch zu stark auf den Gesundheitsbereich fokussiert.

Unterm Strich ist die T-Rex Ultra 2 dennoch eine interessante Option für Nutzerinnen und Nutzer, die eine robuste und ausdauernde Outdoor-Smartwatch mit vielseitigen Funktionen suchen. Positiv ist auch, dass es laufend Funktions-Updates für die Uhr gibt. Angesichts des Preises von knapp 500 Euro fällt es ihr jedoch schwer, sich klar gegen die etablierte Konkurrenz durchzusetzen.
„Die Amazfit T-Rex Ultra 2 bietet viele Features, hat einen leistungsstarken Akku und eine robuste Bauweise. Leider ist sie aber auch nicht mehr ganz günstig und echt riesig.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zur Amazfit T-Rex Ultra 2 findet ihr hier








Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


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