Stryd 5.0

Stryd 5.0, test, review

Running Power ist eine spannende Alternative zur klassischen Herzfrequenzsteuerung. Statt über Puls wird das Training dabei über die tatsächliche Leistung in Watt gesteuert. Viele Sportuhren von Suunto, Garmin, Polar usw. liefern mittlerweile entsprechende Werte, wirklich konstant und nachvollziehbar, wirken diese aber nicht immer. Als Referenz in diesem Bereich gilt seit Jahren der Stryd Foot Pod. Hier gibt es mit der Version 5.0 ein neues Modell. Ich habe ihn getestet. Es ist aber weniger ein klassischer Labortest, sondern vielmehr ein Erfahrungsbericht aus dem echten Training heraus. Entscheidend war für mich dabei nicht die absolute Genauigkeit der Wattwerte, sondern dass die Daten konsistent und nachvollziehbar bleiben und für mich einen Mehrwert bringen sollen.

Das Gerät

Der Stryd 5.0 ist ein klassischer Foot Pod und wird direkt am Laufschuh befestigt. Gegenüber dem V3 Wind wurde vor allem die Hardware etwas verändert. Er ist kleiner und leichter als der Vorgänger. Mit gerade einmal acht Gramm fällt der Sensor nicht auf. Auch die Abmessungen bleiben kompakt: Gut drei Zentimeter lang, zwei Zentimeter breit und nicht mal einen Zentimeter hoch, verschwindet der Stryd unauffällig im Bereich der Schnürung.

Die Befestigung erfolgt über Clips, von denen zwei Stück im Lieferumfang enthalten sind. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die kleine Öffnung an der Vorderseite frei bleibt, denn darüber misst der Sensor den Gegenwind. Geladen wird der Sensor über eine kleine, magnetische Dockingstation. Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von rund 20 Stunden erwies sich im Test als realistisch und deckte sich ziemlich genau mit meinen Erfahrungen im Trainingsalltag. Erstmals hat er auch eine Akkustandanzeige.

Stryd 5.0, test, review

Bevor es losgeht

Die Einrichtung des Stryd 5.0 erfolgt über die kostenlose Stryd-App für iOS und Android. Nach dem Anlegen eines Benutzerkontos wird der Sensor per Bluetooth gekoppelt. Ein Vorgang, der im Test schnell und unkompliziert funktioniert hat. Nach einem kurzen Firmware-Update ist das System bereits einsatzbereit. Zusätzlich bietet Stryd eine kostenpflichtige Membership an. Dahinter steckt weniger eine klassische Zusatzfunktion als vielmehr eine komplette Trainingsplattform inklusive strukturierter Trainingspläne und Auswertungen. Der Foot Pod selbst lässt sich allerdings problemlos auch ohne Abo verwenden. Man kann den Pod inzwischen mit den meisten gängigen Sportuhren koppeln. Und genau hier spielt der Foot Pod seine Stärken aus, denn die Tempomessung arbeitet spürbar schneller und stabiler als klassisches GPS. Dazu kommen zahlreiche Laufdynamikdaten sowie zusätzliche Informationen wie die Temperaturmessung.

Persönliche Erfahrung

Hat man die Einrichtung einmal erledigt, beginnt der Stryd 5.0 damit, Daten zu sammeln. Auf Basis der absolvierten Läufe errechnet das System die sogenannte „Critical Power“, also jenen Leistungswert, der vereinfacht gesagt die aktuelle Laufleistung widerspiegeln soll und als Grundlage für die weitere Trainingssteuerung dient. Angegeben wird dieser Wert in Watt beziehungsweise Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Die „Critical Power“ wird automatisch berechnet und entwickelt sich laufend weiter. Genau deshalb ist es besonders in den ersten Wochen wichtig, möglichst unterschiedliche Trainings zu absolvieren. Erst dadurch lernt der Stryd 5.0 den Läufer kennen und die Werte werden aussagekräftiger. In der App sowie im Webportal lassen sich daraufhin verschiedene Leistungszonen anzeigen, ähnlich wie klassische Herzfrequenzzonen, nur eben auf Wattbasis. Diese Bereiche können anschließend direkt für die Trainingsplanung genutzt werden.

Und genau an diesem Punkt wird klar: Running Power klingt zunächst simpel, ist in der Praxis aber deutlich komplexer als klassisches Herzfrequenztraining. Während man HF-Zonen meist schnell versteht, braucht wattbasiertes Training spürbar mehr Einarbeitung. Gerade zu Beginn wirken viele Werte abstrakt und schwer greifbar. So ging es auch mir im Test. Die angezeigten Wattzahlen ließen sich anfangs nur schwer einordnen und selbst die errechnete Critical Power fühlte sich nicht immer stimmig an. Herzfrequenz und Leistung passten teilweise einfach nicht zusammen.

Hat man sich allerdings einmal in das System eingearbeitet, zeigt der Stryd seine Stärken. Die Datenauswertung in der App ist äußerst umfangreich und liefert eine beeindruckende Detailtiefe. Gleichzeitig profitiert auch die Uhr selbst vom Foot Pod: Distanzmessung und Pace werden sichtbar präziser und stabiler. Genau darin liegt letztlich der größte Mehrwert des Stryd 5.0 – weniger in spektakulären Einzelwerten, sondern vielmehr in der konstant hohen Qualität der Laufdaten.

Stryd 5.0, test, review

Fazit Stryd 5.0

Mein Fazit zum Stryd 5.0 fällt am Ende etwas gemischt, aber positiv aus. Die Datenmenge, die der kleine Sensor liefert, ist beeindruckend. Bodenkontaktzeit, Balance, Laufdynamik oder die Leistung bei Anstiegen ergeben nach dem Training ein extrem detailliertes Bild des eigenen Laufens. Für mich persönlich hat das rein leistungsgesteuerte Training allerdings nicht perfekt funktioniert. Gerade im Trailrunning stößt man mit fixen Wattbereichen schnell an Grenzen, etwa bei sehr steilen Anstiegen oder Gehpassagen. Zwar liefert Running Power hier oft ein besseres Bild der tatsächlichen Belastung als Pace oder Herzfrequenz, in der Praxis war die Steuerung für mich aber schwierig. Trotzdem hat der Stryd klare Stärken. Vor allem bei der Analyse nach dem Lauf spielt der Sensor seine Stärken voll aus. Dazu kommen die sehr präzise Pace- und Distanzmessung. Für ambitionierte und datenaffine Läufer ist der Stryd 5.0 definitiv ein spannendes Tool. Wer hingegen unkompliziert trainieren möchte, ist mit klassischer Herzfrequenzsteuerung vermutlich weiterhin einfacher unterwegs.

Pro&Contra

Pro: Unglaublich viele Daten, leichtes und kleines Gerät, easy zu koppeln und zu bedienen
Contra: hochpreisig, setzt viel Wissen voraus

„Der Stryd 5.0 bleibt der Referenzstandard für Running-Power und präzise Pace-Messung. Der Schritt von der alten Generation zum 5.0 ist aber eher eine konsequente Weiterentwicklung als ein radikaler Neustart.“

Mehr Infos zum Stryd 5.0 findet ihr hier

Stryd 5.0, test, review

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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