Amazfit Cheetah 2 Pro

Amazfit, Cheetah 2 Pro, Test, review

Mit der Amazfit Cheetah 2 Pro greift Amazfit die etablierte Laufuhr-Elite rund um Garmin, Coros und Suunto an. Vor allem die Forerunner-Serie von Garmin ist im Fokus der Cheetah. Titaniumgehäuse, Saphirglas, Offline-Karten und umfangreiche Running-Metriken klingen nach High-End – allerdings zu einem deutlich niedrigeren Preis. Doch wie gut ist die neue Performance-Uhr wirklich im Alltag und Training?

Der erste Eindruck

Die Amazfit Cheetah 2 Pro ist keine große Outdoor-Sportuhr wie die T-Rex Modelle des Herstellers. Sie ist deutlich filigraner gestaltet mit einem Titaniumgehäuse und Saphirglas. Sie hinterlässt einen wesentlich eleganteren Eindruck. Das liegt wohl auch daran, dass das 1.32 Zoll-AMOLED-Display etwas kleiner ist und auch ein gewölbtes Glas hat an den Rändern. Die Helligkeit bleibt mit 3000 Nits gleich und ist selbst bei greller Sonne problemlos ablesbar. Mit 46 Gramm bringt die Uhr auch viel leichter als die T-Rex Modelle.

Bei der Ausstattung fährt Amazfit nahezu alles auf, was derzeit im Lauf- und Multisportbereich gefragt ist. Mehr als 180 Sportprofile treffen auf Offline-Karten, Turn-by-Turn-Navigation sowie die klassische Sensoren-Palette aus Kompass, Höhenmesser und Barometer. Dazu kommen Mikrofon und Lautsprecher, über die sich etwa Sprachnotizen direkt während des Trainings aufnehmen lassen. Für die Navigation nutzt die Uhr gleich sechs Satellitensysteme, was insbesondere in schwierigem Gelände für eine präzise Ortung sorgen soll. Wobei sie nur eine Dualband Uhr ist, also sie nutzt nur zwei der sechs Systeme gleichzeitig. Praktisch ist die integrierte LED-Lampe mit Weiß- und Rotlicht.

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Auch beim Gesundheits-Tracking zeigt sich die Cheetah 2 Pro voll ausgestattet. Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Stresslevel und Schlaf werden rund um die Uhr überwacht und in der Zepp-App detailliert ausgewertet. Dazu kommt eine gute Akkulaufzeit: Bis zu 20 Tage hält die Uhr im normalen Smartwatch-Betrieb durch, mit aktivem GPS sind laut Hersteller bis zu 31 Stunden möglich. Ergänzt wird das Ganze durch die üblichen Smartwatch-Funktionen wie Benachrichtigungen, Musiksteuerung, Timer oder Alarme.

Die Funktionen der Amazfit Cheetah 2 Pro

Ich liste hier, wie immer, nur die wichtigsten Funktionen für Trailrunner auf. Die komplette Übersicht gibt es bei Amazfit auf der Produktseite.

Mit der Cheetah 2 Pro positioniert sich Amazfit klar gegen Garmins Forerunner-Serie und entsprechend umfangreich fällt auch die Ausstattung aus. Die Uhr deckt sämtliche Basisfunktionen moderner Sportuhren ab: Distanzmessung, optische Pulsmessung, barometrischer Höhenmesser oder klassische Trainingsfunktionen gehören selbstverständlich dazu. Ferner bietet sie eine große Auswahl an Sportprofilen, die sich flexibel anpassen lassen. Pro Trainingsseite können bis zu sechs Datenfelder eingeblendet werden, wodurch sich die Anzeige recht exakt auf die eigenen Vorlieben abstimmen lässt. Auch abseits des Laufens zeigt sich die Uhr vielseitig: Neben klassischen Lauf- und Radmodi stehen unter anderem Indoor-Cycling, Mountainbiken oder sogar Skitourengehen zur Verfügung.

Bedient wird die Uhr über vier physische Tasten sowie das Touchdisplay. Im Alltag reagiert das System schnell und weitgehend verzögerungsfrei, die Navigation durch Menüs und Widgets läuft angenehm flüssig. Geschützt wird der Bildschirm durch Saphirglas, es ist bei diesem Modell etwas gewölbt, und was mir positiv auffällt: Fingerabdrücke und Staub sind darauf weit weniger zu sehen als bei den T-Rex Modellen. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich aufgebaut. Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher lassen sich Sprachbefehle nutzen. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, während des Trainings kurze Sprachnotizen aufzunehmen, die sich später direkt in der Aktivität abrufen lassen.

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Auch hat die Uhr eine Art ClimbPro. Dabei zeigt sie bevorstehende Anstiege samt Steigungsprofil und aktueller Position innerhalb des Anstiegs an. Besonders auf längeren Trails oder Bergtouren eine hilfreiche Orientierung. Wie inzwischen üblich, gehören auch Schlaftracking, Stressanalyse, Echtzeit-Leistungsdaten und Amazfits PAI-Score zur Ausstattung. Dieser Wert soll die persönliche Aktivität anhand der Herzfrequenz bewerten und die Belastung über mehrere Tage hinweg verständlich zusammenfassen. Ergänzt wird das Paket durch kontaktloses Bezahlen, Wetterinfos, Musikspeicher sowie die Möglichkeit, externe Bluetooth-Geräte zu koppeln.

Display und Akku

Das AMOLED-Display der Amazfit Cheetah 2 Pro misst 1,32 Zoll (3,35 cm) und gehört damit eher zur klassischen Mittelgröße aktueller Sportuhren. Die maximale Helligkeit von bis zu 3000 Nits sorgt dafür, dass Inhalte selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar bleiben. Die automatische Helligkeitsregelung arbeitet insgesamt zuverlässig, reagierte im Test allerdings nicht immer ganz so treffsicher wie eine manuelle Anpassung. Der Bildschirm lässt sich entweder permanent im Always-on-Modus betreiben oder per Handgelenksbewegung aktivieren. Letzteres funktioniert grundsätzlich ordentlich, zeigt aber, wie bei vielen Smartwatches, eine leichte Verzögerung.

Auch die Akkulaufzeit fällt ausreichend aus, wobei die Herstellerangaben im Alltag erwartungsgemäß nicht ganz erreicht werden. Amazfit nennt bis zu 21 Tage im Smartwatch-Betrieb, realistisch erscheinen je nach Nutzung und Trainingsumfang eher rund 12 bis 15 Tage. Im präzisesten Multiband-GPS-Modus gibt der Hersteller maximal 31 Stunden an; im Test lagen die tatsächlich erreichbaren Werte näher an etwa 25 Stunden. Zusätzlich bietet die Uhr einen adaptiven GPS-Modus, der automatisch zwischen verschiedenen Ortungsmodi wechselt, um Genauigkeit und Energieverbrauch auszubalancieren. Im einfachen GPS-Betrieb sollen dadurch laut Amazfit Laufzeiten von bis zu 69 Stunden möglich sein. Geladen wurd über einen magnetischen Pod und USB-C Kabel.

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GPS und OHR

Zu den wichtigsten Disziplinen einer Laufuhr zählen nach wie vor die GPS-Genauigkeit und die Qualität der Herzfrequenzmessung. Beim Satellitentracking hinterlässt die Cheetah 2 Pro dabei einen soliden Eindruck. Trotz Dualband-GPS ohne zusätzliche High-End-Ortungstechnologien arbeitet die Uhr im Alltag ausreichend präzise. Selbst im direkten Vergleich mit deutlich teureren Konkurrenzmodellen bleiben die Unterschiede meist gering. Größere Aussetzer oder auffällige Sprünge in der Aufzeichnung traten im Test nicht auf, der Empfang zeigte sich insgesamt stabil und zuverlässig.

Weniger überzeugend fällt hingegen die optische Pulsmessung am Handgelenk aus. Der Sensor liefert nicht durchgehend konsistente Werte und neigt insbesondere bei intensiveren Belastungen zu Abweichungen. Während lockere Einheiten wie Grundlagenläufe, Spaziergänge oder Yoga meist problemlos erfasst werden, geraten die Messungen bei Intervallen oder höheren Intensitäten schneller an ihre Grenzen. Damit teilt die Uhr allerdings ein Problem, das viele aktuelle Sportuhren betrifft. Wer beim Puls auf möglichst exakte Daten angewiesen ist, kommt daher weiterhin kaum an einem zusätzlichen Brustgurt vorbei. Alternativ lässt sich auch Amazfits eigener Helio Strap koppeln.

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Konnektivität und App

Hier kommt bei der Amazfit Cheetah 2 Pro die „Zepp“-App zum Einsatz. Über sie werden alle Produkte des Herstellers synchronisiert, wie auch der Helios-Strap und auch die Kopfhörer. Sie ist optisch ansprechend, aber auch etwas überfrachtet. Die Gesundheitsdaten hat man gut im Blick, auch gibt es hier einen Coach, der einem etwa beim Einschlafen helfen kann, oder auch einen Kalorienzähler. Der Fokus liegt hier aus meiner Sicht eher auf den Gesundheitsdaten. Die Auswertung der Trainings ist okay, könnte allerdings besser sein. Die App kann mich also nur bedingt überzeugen.

Was mir auch fehlt, ist eine Verbindung zu anderen Trainingsapps. Ja, man kann mit Strava die Aktivitäten synchronisieren, aber keine Routen teilen und auch keine strukturierten Trainings von anderen Anbietern übernehmen, wie zum Beispiel von HumanGO. Mit TrainingPeaks geht’s über einen Umweg. Auch das Aufspielen von Routen ist kompliziert, das geht nur, indem man eine GPX-Datei importiert. Das geht inzwischen auch schon einfacher, etwas mit Strava oder Komoot. Also hauptsächlich bei der Zepp-App ist noch einiges an Luft nach oben.

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Navigation

Die Navigation der Amazfit Cheetah 2 Pro funktioniert unkompliziert, sobald die gewünschte Strecke als GPX-Datei auf die Uhr übertragen wurde. Die Führung entlang der Route gelingt insgesamt zuverlässig, auch wenn die Abbiegehinweise teilweise etwas spät erscheinen. Trotzdem bleibt die Bedienung angenehm einfach und übersichtlich. Noch nicht ganz ausgereift wirkt dagegen das Re-Routing. Verlässt man die geplante Strecke, berechnet die Uhr zwar alternative Wege, diese führen allerdings häufig eher über Straßen als über Trails oder brechen vereinzelt ganz ab. Zudem startet die Neuberechnung aktuell nicht immer automatisch.

Da es sich dabei primär um ein Softwarethema handelt, dürfte hier allerdings noch Potenzial für Verbesserungen per Update bestehen. Ähnliches gilt für die Routenvorschläge direkt auf der Uhr, die momentan ebenfalls noch recht stark zu befestigten Wegen tendieren. Gut gelungen ist dagegen der integrierte Anstiegs-Assistent. Dieser blendet bevorstehende Anstiege inklusive Länge, Höhenprofil und Steigung übersichtlich ein und liefert gerade bei längeren Bergtouren oder Trailruns einen echten Mehrwert.

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Bodymetrics

Die Amazfit Cheetah 2 Pro kombiniert robuste Outdoor-Technik mit umfassenden Gesundheitsfunktionen. Sie misst Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stresslevel und Hauttemperatur dauerhaft und analysiert Schlaf inklusive Atemqualität. Mit dem Aktivitätsindex PAI und dem Erholungs-Tool Bio-Charge übersetzt sie Messwerte in verständliche Kennzahlen. Auffällige Werte werden per Warnung gemeldet, und per One-Tap lassen sich alle relevanten Daten gleichzeitig abrufen. Damit liefert die Uhr praxisnahe Gesundheitsinfos – ohne medizinischen Anspruch, aber mit klarem Mehrwert für Training und Alltag.

Pro&Contra

Pro: klares Display, flüssiger Touchscreen, großer Funktionsumfang, angenehme Größe
Contra: ZEPP-App hat viel Luft nach oben, etwas kleines Display

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Fazit Amazfit Cheetah 2 Pro

Amazfit hat sich vom reinen Preisbrecher zum spannenden Anbieter im Sportuhrenmarkt entwickelt. Während die T-Rex-Modelle zuletzt vorwiegend auf maximale Robustheit setzten, positioniert sich die Cheetah 2 Pro deutlich ausgewogener. Die Uhr wirkt erwachsener, schlanker und insgesamt stimmiger als die teils sehr massiven T-Rex-Varianten. Vor allem das Titaniumgehäuse verleiht ihr einen hochwertigeren Eindruck.

Technisch übernimmt die Cheetah 2 Pro die Funktionen aus den Outdoor-Modellen. Dazu zählen Karten-Navigation, Anstiegs-Assistent, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine integrierte Taschenlampe, barometrischer Höhenmesser und vieles mehr. Sehr gelungen ist das helle AMOLED-Display, das bisher beste bei Amazfit, mit guter Ablesbarkeit bei Sonne sowie flüssiger Bedienung. Der Touchscreen reagiert schnell und ist auch nicht ganz so empfindlich wie jener der T-Rex-Modelle, wenn man eine Jacke darüber hat und auch Fingerabdrücke sind weniger zu sehen. Mit 1,32 Zoll (3,35 cm) ist es leider nicht sonderlich groß, hier würde ich mir mehr wünschen. Dafür ist sie dank der Größe und des Gewichts sehr angenehm zu tragen.

Die Navigation funktioniert meist zuverlässig. Besonders gelungen ist der Anstiegs-Assistent, der bevorstehende Steigungen präzise und übersichtlich darstellt. Schwächen zeigt bedauerlicherweise die optische Herzfrequenzmessung, die bei intensiveren Belastungen nicht konstant genaue Werte liefert. Die Bedienung ist einfach, die Tasten braucht man fast nicht, weil sich alles über den Touchdisplay steuern lässt. Auch im Alltag hat sie nützliche Funktionen, wie die automatische Schlaferkennung. Man braucht den DND-Modus nicht selbst einzuschalten. Die LED-Lampe ist nicht so stark wie bei Garmin, aber ausreichend, um im Dunkeln etwas zu suchen.

Das größte Defizit bleibt jedoch die Zepp-App, die im Vergleich zu konkurrierenden Plattformen noch Feinschliff vermissen lässt. Schwächen zeigen sich insbesondere bei der Auswertung von Aktivitäten, der Integration externer Trainingsplattformen sowie in der Gestaltung. Insgesamt wirkt die App noch zu stark auf den Gesundheitsbereich fokussiert. Trotz dieser Schwächen ist die Cheetah 2 Pro eine interessante Sportuhr für Läufer, Trailrunner und Multisportler, die aber nicht eine riesige Uhr tragen wollen.

„Die Amazfit Cheetah 2 Pro gefällt mit wertiger Hardware, vielen Funktionen und wenigen Schwächen zu einem fairen Preis.“

Harald “auffimuasi” Angerer


Herstellerdetails

  • Displayauflösung: 466 x 466 Pixel
    Displayart: AMOLED
    Display: Saphirglas
    Material: Titan Grad 5
    Material Armband: Nylon
    Armbandbreite: 20 mm, Schnellverschluss
    Maße: 48 × 48 × 13,2 mm
    Gewicht: 46 g ohne Armband
    Verbindung: Bluetooth, ANT+, WLAN
    Wasserdicht: ja, 5 ATM
    Satelliten: GPS, GLONASS, Galileo, Beidou – Dualband
    UVP: 449,90 €

Mehr Infos zur Amazfit Cheetah 2 Pro findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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