Ich muss gestehen, dass mich die Schuhe von Saucony schon lange wirklich begeistern, mit ihrer super Passform und einem sehr reaktiven Schaum. Die bisherigen Endorphin-Modelle waren allesamt wirklich Raketen, aber immer mit Platte, mit Carbon beim Pro und Nylon beim Speed. Mit dem Endorphin Azura geht der Hersteller nun einen anderen Weg. Er soll die Lücke zwischen klassischem Daily Trainer und kompromisslosem Superschuh schließen und positioniert sich im Segment der plattenlosen Performance-Trainer. Kann er im Test überzeugen?
Der erste Eindruck
Optisch bleibt Saucony auch beim Endorphin Azura der Modell-Line treu. Er ist auf den ersten Blick als Modell dieser Performance-Reihe zu erkennen. Luftiges Obermaterial, üppige Sohle und ein aggressiv wirkender Rocker. Dass er der einzige Schuh der Reihe ohne Platte auskommt, ist nicht zu sehen. Das soll ihn deutlich komfortabler und leichter laufbar machen und er soll auch jene Läufer ansprechen, die keine Platte wollen, wie sie den Schuh immer irgendwie steifer machen. Zudem soll der Schuh damit auch wirklich jeden Tag zum Training verwendet werden können, aber kaum an Speed gegenüber den Pro- und Speed-Modellen einbüßen. Die Sprengung bleibt allerdings gleich bei 8 mm und auch das Gewicht ist mit 243 Gramm bei UK 8 angenehm leicht. Es gibt den Schuh in sechs unterschiedlichen Farben, von dezent bis Saucony-typisch knallig auffällig.

Die Passform
Hier hat Saucony definitiv seine große Stärke, kaum ein Hersteller kann mich hier so begeistern. Und selbst bei den Performance-Schuhen der Endorphin-Serie braucht man nicht auf Komfort zu verzichten. Das Obermaterial des Endorphin Azura schmiegt sich angenehm an den Fuß an, ohne dabei einzuengen, und vermittelt schon beim Hineinschlüpfen einen komfortablen Eindruck. Die Polsterung fällt eher dezent aus, sitzt aber genau dort, wo sie benötigt wird. Vor allem im Fersenbereich sorgt das für einen sicheren Halt, während auch der Mittelfuß sauber umschlossen wird. Die Zunge ist relativ dünn gehalten, verteilt den Druck der Schnürung aber dennoch angenehm. Positiv fällt zudem die gute Belüftung auf. Das Mesh wirkt leicht und luftig, wodurch der Azura auch an wärmeren Tagen einen angenehmen Eindruck hinterlässt. Er ist true-to-size geschnitten und für normale bis leicht schmalere Füße ideal.

Die Sohle
Beim Endorphin Azura setzt Saucony, wie bei den anderen Modellen der Reihe, auf eine durchgehende Zwischensohle aus PWRRUN PB. Der PEBA-basierte Schaum ist leicht, reaktionsfreudig und für seine hohe Energierückgabe bekannt. Der große Unterschied zu seinen Geschwistern ist, dass Saucony hier bewusst auf eine Carbon- oder Nylonplatte verzichtet. Stattdessen soll die Kombination aus dem reaktiven Schaum und der ausgeprägten SPEEDROLL-Geometrie für ein dynamisches Laufgefühl sorgen. Der PWRRUN-PB-Schaum wirkt unter dem Fuß ausgewogen und liefert spürbar Rebound. Er ist aber nicht supersoft, also nicht wie bei manch anderen Schuhen wie ein Marshmallow. Die Rocker-Konstruktion unterstützt den flüssigen Übergang von der Landung bis zum Abdruck und sorgt für einen angenehmen Vorwärtsdrang. Für die Außensohle verwendet Saucony XT-900-Gummi an den besonders belasteten Stellen.

Persönlicher Eindruck
Der Saucony Endorphin Azura macht schon beim ersten Hineinschlüpfen Lust auf schnelle Kilometer. Er fühlt sich leicht an, sitzt angenehm am Fuß und vermittelt sofort diesen typischen Endorphin-Charakter mit viel Vorwärtsdrang. Die Kombination aus PWRRUN-PB-Schaum und SPEEDROLL-Geometrie lässt den Schuh bereits beim langsamen Loslaufen dynamisch wirken. Gleichzeitig wirkt der Azura weniger kompromisslos als ein Carbon-Schuh und deutlich alltagstauglicher. Was auch auffällt, ist, dass der Schuh im Gegensatz zu manch anderen Supertrainern nicht so extrem marshmallowartig ist. Die Zwischensohle ist weich, aber man schaukelt nicht damit herum. Er ist zwar bouncy, aber doch straffer abgestimmt, als er vermuten lässt. Damit lässt er sich aber auch hervorragend durch schnelle Kurven laufen und erfordert nicht bei jedem Schritt ganz so viel Konzentration. Das Obermaterial macht einen luftigen Eindruck, und die Passform gelingt Saucony einmal mehr exzellent. Der Fuß wird sicher gehalten, ohne dass Druckstellen oder unnötige Enge entstehen.
Pro&Contra
Pro: super lauffreudig, angenehme Dämpfung, großartige Passform, alltagstauglich
Contra: wenn man ganz kritisch sein will, ist er nicht so supersoft, wie man glauben würde

Fazit Saucony Endorphin Azura
Mit seinem niedrigen Gewicht, der modernen PEBA-Zwischensohle und dem Verzicht auf eine Platte positioniert sich der Saucony Endorphin Azura als spannender Performance-Trainer, der vor allem durch sein natürliches und unkompliziertes Laufgefühl sehr viel Spaß macht. Die Zwischensohle liefert reichlich Energierückgabe, bleibt dabei aber kontrolliert und vermeidet ein zu weiches oder instabiles Laufgefühl. Der Azura ist ein dynamischer Trainingsschuh, der spürbaren Vortrieb liefert, und das auch ganz ohne Carbonplatte. Dafür ist er weniger straff und lässt sich überraschend vielseitig einsetzen. Der Schuh macht vom Intervall- und Tempotraining bis zu langen Grundlagenläufen alles mit. Er überfordert den Läufer nicht, gibt aber dennoch einen angenehmen Schub. Dank des luftigen Obermaterials kann er auch bei sehr hohen Temperaturen eingesetzt werden. Der Azura fühlt sich bei lockeren Dauerläufen ebenso wohl wie bei zügigeren Einheiten und deckt damit einen breiten Einsatzbereich ab. Und was man hier auf jeden Fall noch erwähnen sollte, ist der absolut fairere Preis im Vergleich zu anderen Schuhen der Klasse.
„Der Saucony Endorphin Azura überzeugt als leichter, vielseitiger und angenehm dynamischer Performance-Trainer ohne Platte. Das macht ihn zu einem hervorragenden Everyday-Trainer.“
Herstellerdetails
Mehr Infos zum Saucony Endorphin Azura findet ihr hier






Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.


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