Under Armor Velociti Elite 3

Under Armor, Velociti Elite 3, Test, review

Mit dem Velociti Elite 3 schlägt Under Armour ein neues Kapitel im Wettkampfsegment auf. Die dritte Generation wurde grundlegend überarbeitet und verabschiedet sich von der FLOW-Plattform des Vorgängers zugunsten einer klassischen Supershoe-Konstruktion mit Hochleistungsschaum und Carbonplatte. Reicht dieser technische Neustart aus, um den Anschluss an die etablierte Konkurrenz zu schaffen?

Der erste Eindruck

Der Under Armour Velociti Elite 3 ist das kompromisslose Wettkampfmodell der Velociti-Serie und richtet sich an Straßenrennen vom 10-km-Lauf bis zum Marathon. Im Vergleich zum Velociti Elite 2 wurde die Konstruktion nahezu vollständig neu entwickelt. Statt der bisherigen FLOW-Mittelsohle kommt erstmals eine superkritisch expandierte HOVR+-Zwischensohle mit durchgehender Carbonplatte zum Einsatz. Das reduziert das Gewicht trotz höherer Mittelsohle auf 229 Gramm (UK 8,5) und erhöht gleichzeitig die Dämpfung auf 37,5 Millimeter an der Ferse. Sehr ungewöhnlich sind die lediglich 2 Millimeter Sprengung. Das einlagige Leno-Weave-Obermaterial ersetzt die bisherige Konstruktion und verfolgt einen möglichst leichten Aufbau. Die klassische Schnürung arbeitet mit flachen Sawtooth-Schuhbändern und Verstärkungen entlang der Ösen, um guten Halt zu generieren.

Under Armor, Velociti Elite 3, Test, review

Die Passform

Beim Under Armour Velociti Elite 3 setzt der Hersteller auf einen eher rennorientierten Leisten mit schmalem Mittelfuß und leicht gepolstertem Fersenbereich. Das einlagige Leno-Weave-Mesh besteht aus einem offen gewebten Material mit hoher Luftdurchlässigkeit und geringem Eigengewicht. Gleichzeitig sorgt die Gewebestruktur für Formstabilität, ohne zusätzliche Overlays einsetzen zu müssen. Die Zunge ist sehr dünn ausgeführt, seitlich fixiert ist sie leider nicht. Das macht den Einstieg etwas kompliziert, beim Laufen verrutscht sie aber nicht. Etwas ungewöhnlich ist die weiche Ferse, hier wurde auf eine Fersenkappe verzichtet. Gegenüber dem Vorgänger wurde das Obermaterial vollständig neu aufgebaut und deutlich reduziert, um Gewicht einzusparen und den Schuh konsequent auf den Wettkampfeinsatz auszurichten.

Under Armor, Velociti Elite 3, Test, review

Die Sohle

Herzstück des Under Armour Velociti Elite 3 ist die neu entwickelte HOVR+-Zwischensohle. Dabei handelt es sich um einen superkritisch expandierten Schaum, dessen Zellstruktur ein geringes Gewicht mit hoher Rückstellkraft verbindet. In die Mittelsohle ist eine durchgehende Carbonfaserplatte integriert, deren Geometrie den Abrollvorgang stabilisiert und den Vortrieb unterstützen soll. Die Sohle wirkt zwar weich, aber nicht superweich. Sehr ungewöhnlich ist die nur 2 Millimeter Sprengung. Damit steht man sehr flach im Schuh. Durch den sehr ausgeprägten Vorfuß-Rocker fühlt es sich aber gar nicht so flach an. Er sorgt für einen angenehmen Übergang in die Abdruckphase. An der Außensohle kommen abriebfeste Gummisegmente an Vorfuß und Ferse zum Einsatz.

Under Armor, Velociti Elite 3, Test, review

Persönlicher Eindruck

Der Under Armour Velociti Elite 3 hat mich zunächst überrascht. Nach den ersten Schritten hatte ich einen deutlich weicheren Schuh erwartet. Stattdessen wirkt die HOVR+-Mittelsohle relativ straff und vermittelt mehr Bodenkontakt, als ich es von anderen Carbon-Racern kenne. Das bedeutet aber nicht, dass der Schuh hart ist, vielmehr gibt er unter Belastung kontrolliert nach und baut seine Dynamik eher über die Carbonplatte und den Rocker als über einen stark federnden Schaum auf. Nach einigen Kilometern fällt auf, dass der Schuh einen gleichmäßigen Laufrhythmus bevorzugt. Sobald das Tempo konstant ist, läuft der Velociti Elite 3 sehr sauber nach vorne. Bei kurzen Zwischensprints oder häufigen Tempowechseln fehlt mir dagegen etwas die Explosivität und der ausgeprägte Rebound. Der Vortrieb ist vorhanden, wirkt aber direkter und weniger spektakulär.

Die geringe Sprengung von zwei Millimetern macht sich ebenfalls bemerkbar. Vor allem die Waden arbeiten etwas mehr als bei klassischen Wettkampfschuhen mit sechs oder acht Millimetern Sprengung. Wer flachere Schuhe gewohnt ist, wird sich schnell zurechtfinden. Für alle anderen kann eine kurze Eingewöhnungsphase sinnvoll sein. Positiv aufgefallen ist mir die Stabilität. Trotz der hohen Mittelsohle bleibt der Schuh auch in schnelleren Kurven oder bei längeren Läufen ruhig und berechenbar. Ich hatte nie das Gefühl, dass der Schuh unruhig oder kippelig wird. Insgesamt vermittelt der Velociti Elite 3 weniger den Eindruck eines extremen Superschuhs, sondern eher den eines sehr direkten und kontrollierten Wettkampfschuhs.

Pro&Contra

Pro: stabiles Laufverhalten, angenehmer Rocker, luftiges Obermaterial, gut kontrollierbar
Contra: weniger Bounce als andere, straffes Laufgefühl, schmaler Mittelfuß

Under Armor, Velociti Elite 3, Test, review

Fazit Under Armor Velociti Elite 3

Meine bisherigen Erfahrungen mit den Laufschuhen von Under Armour waren, gelinde gesagt, etwas bescheiden. Doch ein Schuh, mit dem Sharon Lokedi unter anderem den Boston Marathon gewonnen hat, machte mich dann doch neugierig. Und ich war wirklich überrascht vom Velociti Elite 3, nicht nur wegen der ungewöhnlichen 2 Millimeter Sprengung. Nein, der Schuh macht wirklich von Anfang an Spaß. Er ist beim Laufen nicht ganz so weich und bouncy wie andere Schuhe, sondern etwas straffer, aber dennoch sehr lauffreudig. Vor allem bei gleichbleibend höherem Tempo kommt man richtig gut ins Rollen mit ihm. Bei schnellen Intervallen hingegen fehlt im dann doch dieses Extra an Bounce. Stört mich aber nicht, für mich ist er immer noch schnell genug. Was mir allerdings gefällt, ist, dass er mir auch nach einem längeren Lauf immer noch gute Stabilität bietet. Das macht ihn aus meiner Sicht zu einem wirklich guten Racer für Halbmarathons bis Marathons. Was man aber definitiv beachten muss, ist die geringe Sprengung, an die muss man sich auf jeden Fall erst herantasten.

„Der Under Armour Velociti Elite 3 ist ein stabiler, direkter Carbon-Racer, der vor allem bei konstant hohem Tempo seine Stärken ausspielt.“


Herstellerdetails

  • Gewicht: 221 g (UK 9, Herstellerangabe)
    Sprengung: 2 mm
    Schnürung: Sawtooth-Schuhbänder
    Dämpfungsmaterial: HOVR+ (superkritischer Schaum)
    Außensohle: Gummiaußensohle mit partiellen Abriebszonen
    Höhe Zwischensohle: 37,5 mm Ferse / 35,5 mm Vorfuß
    Membran: keine
    UVP: € 250,-

Mehr Infos zum Under Armor Velociti Elite 3 findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.