Polar Street X

Polar, Street X, Test, review

Mit der Street X bringt Polar endlich mal wieder frischen Wind ins eigene Uhrenprogramm. Statt immer mehr High-End-Funktionen steht dieses Mal eine leichte, robuste und vergleichsweise günstige Sportuhr im Mittelpunkt. Doch reicht das aus, um sich gegen die starke Konkurrenz von Garmin, Coros oder Suunto zu behaupten? Ich habe die Polar Street X mehrere Wochen beim Laufen und im Alltag getestet.

Der erste Eindruck

Mit der Street X erweitert Polar sein Portfolio um eine vergleichsweise günstige GPS-Sportuhr für Alltag und Training. Das Design ist modern und zielt Richtung Casio G-Shokz ab, was ich sehr cool finde. Trotz des attraktiven Listenpreises von 249,90 Euro bietet sie eine solide Ausstattung mit 1,28 Zoll großem AMOLED-Display, fünf Tasten und Touchscreen sowie einem robusten Kunststoffgehäuse mit Gorilla Glass 3. Mit 48 Gramm trägt sie sich angenehm leicht und kompakt. Bei der Technik setzt Polar auf Bewährtes. Der bekannte Precision-Prime-Herzfrequenzsensor bleibt ebenso an Bord wie GNSS mit Unterstützung mehrerer Satellitensysteme – allerdings ohne Dualband-Empfang. Die Akkulaufzeit gibt Polar mit bis zu 43 Stunden im GPS-Modus und bis zu zehn Tagen im Smartwatch-Betrieb an. Praktisch ist zudem die integrierte LED-Taschenlampe, die bei Polar erstmals zum Einsatz kommt.

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Die Funktionen

Ich liste hier nur die aus meiner Sicht wichtigsten Funktionen für Trailrunner auf. Eine vollständige Übersicht gibt es auf der Polar-Produktseite.

Die Standardfunktionen wie Distanz, Zeit, Pace, Herzfrequenz oder Höhenmeter gehören natürlich auch bei der Street X dazu. Interessant wird es bei den typischen Polar-Features. Besonders hilfreich finde ich Training Load Pro. Die Funktion bewertet nach jeder Einheit die Belastung für das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur. Gerade beim Trailrunning liefert das einen Mehrwert, weil die hohe Belastung im Downhill nicht allein über den Puls erfasst werden kann. Ebenfalls an Bord sind Running Power direkt am Handgelenk sowie Hill Splitter, der An- und Abstiege automatisch erkennt und getrennt auswertet. So lässt sich ein Traillauf deutlich genauer analysieren.

Mit FitSpark erstellt die Uhr täglich Trainingsvorschläge, die sich an Erholung, Fitness und Trainingshistorie orientieren. Für die Regeneration stehen außerdem Nightly Recharge, die Schlafanalyse Sleep Plus Stages sowie die geführten Atemübungen Serene zur Verfügung. Ergänzt wird das Ganze durch den Fitness- und Laufleistungstest, mit dem sich die eigene Form regelmäßig überprüfen lässt. Eine praktische Besonderheit ist die integrierte LED-Taschenlampe. Sie ersetzt zwar keine Stirnlampe, ist aber im Alltag unglaublich nützlich.

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Display und Akku

Die Street X besitzt ein 1,28 Zoll (3,25 cm) großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 416 × 416 Pixeln. Farben und Kontrast sind kräftig, die Ablesbarkeit ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut. Der Bildschirm lässt sich dauerhaft eingeschaltet oder per Gestensteuerung nutzen. Letztere reagiert zuverlässig und reagiert auch schneller als bei bisherigen Polar-Modellen. Das macht die Funktion deutlich praktischer, aber ich verwende trotzdem weiterhin beim Sport den Always-on-Modus. Denn dass etwas mehr an Akku verbraucht wird, stört mich nicht. Ich muss aber nie komische Bewegungen machen, um den Bildschirm zu aktivieren.

Die Akkulaufzeit gibt Polar mit bis zu 43 Stunden im GPS-Modus, bis zu 170 Stunden im Energiesparmodus und bis zu zehn Tagen im Smartwatch-Betrieb an. Im Test kam ich im Always-on-Modus naturgemäß nicht ganz an die Herstellerangaben heran, die Laufzeit fiel aber dennoch absolut alltagstauglich aus. Angesichts des geringen Gewichts von nur 48 Gramm hinterlässt die Street X beim Thema Akku insgesamt einen guten Eindruck.

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GPS und OHR

Bei der GPS-Genauigkeit überzeugt mich die Polar Street X nicht zu 100 Prozent. Für die meisten Trainings und Touren liefert sie zwar zuverlässige Streckenaufzeichnungen, bei technisch anspruchsvollen Trails, engen Waldpassagen oder steilen Felswänden zeigte sie im Test aber immer wieder kleinere Abweichungen. Damit erreicht sie nicht ganz das Niveau aktueller Topmodelle von anderen Herstellern oder auch anderer Polar Modelle. Das überrascht wenig, denn Polar verzichtet bei der Street X auf einen Dualband-GNSS-Empfänger und setzt stattdessen auf die Satellitensysteme GPS, Galileo, BeiDou und QZSS. Das ist wohl auch der Preis für den günstigen Preis.

Beim OHR kommt bei der Grit X2 der neue optische Herzfrequenzsensor der 4. Generation zum Einsatz. Die optische Messung hat so ihre Tücken und viele Hersteller tun sich hier schwer, nicht so Polar. Schon der alte Sensor lieferte gute Daten und auch der Gen4 arbeitet sehr zuverlässig. Es gab im Testzeitraum keine größeren Ausreißer oder irgendwelche absurden Werte. Damit kann ich die Kritik anderer Tester nicht teilen. Bei Intervallen gibt es eine leichte Verzögerung, die sich nur bei sehr kurzen Sprints als problematisch erweist. Wer es hier genauer haben will, wie schon lange der Hinweis: Am besten den Polar H10 dazu kaufen oder einen anderen Pulsgurt. Für Grundlage, lange Läufe oder auch Fahrtenspiele reicht aber das Ergebnis des OHR an der Uhr.

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Konnektivität und App

Nach wie vor eine gute Figur macht aus meiner Sicht die Polar Flow App, die es in der Art nun schon lange gibt. Sie ist übersichtlich, die Auswertung sowohl der Sporteinheiten als auch von Schlaf und Erholung ist einfach. Die App wird auch zur Einstellung der Uhr genutzt, etwa zum Individualisieren der Sportmodi oder auch, um GPS-Tracks auf die Uhr zu spielen.

Das erste Koppeln der Uhr war zwar problemlos, hat aber sehr lange gedauert, weil erst ein Update aufgespielt wurde, und da kann die Uhr nicht wie bei anderen Herstellern inzwischen genutzt werden. Auch kein großes Problem, aber trotzdem ein wenig nervig. Aber trotzdem, ein größeres Update würde der App inzwischen wirklich nicht mehr schaden.

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Navigation

Hier verzichtete Polar bei der Street X auf eine Kartennavigation. Das ist nicht ganz überraschend, zielt sie doch eher mehr auf eine urbane Zielgruppe ab, die eher selten die Navigation nutzt. Trotzdem setzt Polar auf eine einfache, aber praxistaugliche Lösung. Routen lassen sich über Polar Flow oder Karten-Dienste auf die Uhr übertragen und anschließend direkt nachlaufen. Die Führung erfolgt mit einer klaren Streckenlinie. Wer häufig neue Gebiete erkundet oder komplexe Wegnetze nutzt, muss sich daher stärker an der eingezeichneten Route orientieren. Für die meisten Trainingsläufe und Trail Touren funktioniert das dennoch erstaunlich gut.

Pro&Contra

Pro: kompakte Größe, coole Optik, guter Touchscreen, viele Sportfunktionen, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Contra: Kartennavigation fehlt, GPS könnte präziser sein

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Fazit Polar Street X

Ich finde, Polar hat mit der Street X vieles richtig gemacht. Endlich gibt es wieder eine Sportuhr, die nicht an der 500-Euro-Marke kratzt. Für knapp 250 Euro bekommt man ein helles AMOLED-Display, einen barometrischen Höhenmesser, Pfad-Navigation, eine praktische LED-Taschenlampe und mit Polar Flow eines der immer noch besten Trainings-Ökosysteme am Markt. Dazu kommt ein frisches Design, das sich wohltuend von den bisherigen Polar-Uhren abhebt. Ganz ohne Haken ist die Sache aber nicht. Die GPS-Genauigkeit reicht für die meisten Läufe völlig aus, spielt aber nicht in derselben Liga wie Garmin, Coros oder Suunto. Zufrieden bin ich hingegen mit der optischen Herzmessung, zumindest bei Grundlagentrainings. Bei Intervallen braucht man nach wie vor einen HF-Gurt, wenn man absolut richtige Daten haben will, das ist aber auch bei der Konkurrenz so.

Aber auch wenn das alles gut klingt, einen großen Sprung macht Polar mit der Uhr wieder nicht. Im Großen und Ganzen greift sie auf das gewohnte Betriebssystem der bisherigen Uhren zurück, ohne wirklich große Neuerungen. Keine Frage, die Basis ist gut, aber die Konkurrenz zieht langsam davon. Die Flow-App ist hier auch ein anschauliches Beispiel, sie war die mit Abstand beste am Markt, zwar kann sie noch immer mithalten, aber der Staub sollte mal wieder rausgeblasen werden.

Trotzdem hat mich die Street X positiv überrascht. Sie ist keine Uhr für Datenfetischisten, die aus jeder Trainingseinheit das letzte Prozent Genauigkeit herausholen wollen. Wer aber eine leichte, unkomplizierte und fair bepreiste Sportuhr sucht, die im Alltag genauso funktioniert wie auf dem Trail, bekommt hier ein richtig interessantes Gesamtpaket.

„Die Polar Street X ist eine leichte, unkomplizierte Sportuhr mit starker Trainingsanalyse, fairer Preisgestaltung und wirklich frischer, cooler Optik.“


Herstellerdetails

  • Displayauflösung: 416 × 416 Pixel
    Displayart: AMOLED
    Display: Gorilla Glass 3
    Material Gehäuse: Faserverstärkter Kunststoff mit Edelstahllünette
    Material Armband: Silikon
    Armbandbreite: 22 mm
    Maße: 45 × 45 × 13,8 mm
    Gewicht: 48 g
    Verbindung: Bluetooth LE
    Wasserdicht: ja WR50
    Satelliten: GPS, Galileo, BeiDou, QZSS
    UVP: € 249,90

Mehr Infos zur Polar Street X findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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