La Sportiva Prodigio 2

La Sportiva, Prodigio 2, Test, review

Der erste Prodigio war für viele die Überraschung im Trailrunning-Jahr 2024. Ein La Sportiva, der nicht auf kompromisslose Präzision, sondern auf Komfort, Dämpfung und Laufspaß setzte. Mit dem Prodigio 2 legen die Italiener nun nach und haben an mehreren Stellschrauben gedreht. Ob das Update den ohnehin starken Vorgänger tatsächlich verbessert oder ihm dabei etwas von seinem Charakter nimmt, kläre ich im Test.

Der erste Eindruck

Der La Sportiva Prodigio 2 ist bereits optisch anders als sein Vorgänger. Die Zwischensohle ist höher, die Standfläche breiter, und man erkennt gleich, dass hier Komfort und Langstreckentauglichkeit wichtiger geworden sind. Aber nicht nur die Sohle, auch das Obermaterial wurde überarbeitet. Die Verarbeitung ist wie gewohnt bei La Sportiva sehr sauber und er hat einen fast rundumlaufenden Steinschutz. Das macht ihn recht robust. Mit seinem vergleichsweise Gewicht, er wiegt xxx Gramm in der Größe UK 9, ist er für einen üppigen Schuh in einer guten Liga. Die Fersenhöhe ist beim Prodigio 2 jetzt bei 34 mm und die Sprengung liegt bei 6 mm.

La Sportiva, Prodigio 2, Test, review

Die Passform

Der Prodigio 2 ist für einen La Sportiva sehr komfortabel und er fühlt sich ähnlich an wie der Prodigio Max. Im Vorfuß hat er ausreichend Platz, ohne dass der Fuß im Schuh schwimmt. Die Zehen können arbeiten, der Mittelfuß wird sauber umschlossen und die überarbeitete Ferse sorgt für sicheren Halt. Das Ergebnis ist eine Passform, die deutlich universeller ausfällt als bei vielen anderen Modellen der Italiener und speziell auf langen Trails ihre Stärken ausspielen soll. Die Schnürung arbeitet zuverlässig, die Zunge verteilt den Druck gut. Wer bisher vor La Sportiva wegen der oft schmalen Leisten zurückgeschreckt ist, sollte dem Prodigio 2 eine Chance geben. Der Schnitt ist eher klein, also lieber eine halbe Nummer größer nehmen.

La Sportiva, Prodigio 2, Test, review

Die Sohle

Unter dem Fuß setzt der Prodigio 2 weiterhin auf den stickstoffinfundierten XFlow-Schaum, der gegenüber dem Vorgänger jedoch spürbar weicher und geschmeidiger abgestimmt wurde. Die Zwischensohle bietet mehr Komfort für lange Distanzen, bleibt dabei aber ausreichend reaktiv, um auch bei höherem Tempo nicht träge zu wirken. Neu ist zudem ein TPU-basierter XFlow-Footbed-Einsatz, der das Dämpfungsgefühl nochmals verbessert. An der Sohle kommt weiterhin die FriXion Red Dual-Compound-Mischung zum Einsatz. Dabei kombiniert La Sportiva abriebfesten Gummi im Fersenbereich mit einer griffigeren Mischung unter Mittel- und Vorfuß. Die moderaten 4-mm-Stollen sorgen für sicheren Halt auf Waldwegen, Schotter und alpinen Trails, ohne auf festen Untergründen störend zu wirken.

La Sportiva, Prodigio 2, Test, review

Persönlicher Eindruck

Ja, der Prodigio 2 ist anders als sein Vorgänger, weicher und komfortabler. Das merkt man von den ersten Metern an. Mit dem ausgewogenen Rocker und der weicheren Dämpfung rollt er komfortabel dahin. Damit kommt er dem Prodigio Max näher. Das fühlt sich auf Schotterpisten, gemütlichen Trails und auf langen Strecken gut an. Aber durch die weiche Sohle verliert er auch etwas die Spritzigkeit und Reaktivität des Vorgängers. Trotz der hohen Dämpfung bleibt der Schuh jedoch erstaunlich stabil. Die breite Plattform vermittelt viel Sicherheit und sorgt dafür, dass sich der Prodigio 2 auch auf wechselndem Untergrund kontrolliert anfühlt. Somit kann man auch mit der neuen Version auf alpinen Trails unterwegs sein, wobei der 1er einfach direkter war und auch auf engen Trails richtig Spaß gemacht hat. Das tut der 2er auch, aber eben etwas softer und weniger direkt. Auch die Außensohle passt in das Gesamtbild, der Schuh hat wieder ordentlich Grip und fühlt sich besonders auf trockenen Trails, Schotterwegen, Waldboden und felsigem Untergrund sehr wohl. Der Gummi ist auch auf nassen Felsen und Wurzeln gut, an den Vibram Megagrip kommt er aber nicht ganz ran.

Pro&Contra

Pro: komfortabel, ausgewogen gedämpft, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Contra: nicht mehr so direkt wie der Vorgänger, weniger agil

La Sportiva, Prodigio 2, Test, review

Fazit La Sportiva Prodigio 2

Der La Sportiva hat sich vom alpinen Allrounder mehr zu einem komfortablen Schuh für längere Strecken entwickelt. Grundsätzlich ist das schon okay, aber dort befinden sich eigentlich schon der Prodigio Pro und der Prodigio Max. Der Prodigio 2 sucht hier also seinen Platz, und den hat er aus meiner Sicht mit dem Update nicht gefunden. Bitte versteht mich nicht falsch, er ist ein hervorragender Schuh, aber seinen Geschwistern zu ähnlich. Ich mochte es sehr, dass der erste Prodigio für einen La Sportiva sehr komfortabel war. Man hätte ihn allerdings aus meiner Sicht nicht noch komfortabler machen müssen. Es braucht auch weiterhin Schuhe für alpine Trails, die dem Läufer ein gutes Gefühl auf technischem Untergrund bieten. Das tut er zwar noch, aber nicht mehr so wie der 1er. Die Sohle hätte man also beibehalten können. Positiv ist die Veränderung bei der Passform, er ist einfach komfortabler. Wer einen Schuh für lange Trainingsläufe, Ultras und vielseitige Trails sucht, wird nun hier fündig. Wer hingegen viel Agilität und ein besonders direktes Laufgefühl erwartet, könnte den ersten Prodigio oder den Prodigio Pro spannender finden.

„Der La Sportiva Prodigio 2 ist komfortabler, breiter und langstreckentauglicher abgestimmt als sein Vorgänger, dafür aber nicht mehr so direkt.“

Herstellerdetails

  • Gewicht: 280 g (Herstellerangabe)
    Sprengung: 6 mm
    Schnürung: Schuhbänder
    Dämpfungsmaterial: Nitrogen-injected XFlow foam
    Außensohle: Dual-density FriXion Red
    Profiltiefe: 4 mm
    Höhe Zwischensohle: 34 mm/28 mm
    Membran: keine
    UVP: € 160,-

Mehr Infos zum La Sportiva Prodigio 2 findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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