Brooks Ghost Trail

Brooks, Ghost Trail, Test, review

Eigentlich gehört der Brooks Ghost Trail zu einer aussterbenden Gattung. Nämlich jener der Straßenlaufschuhmodelle, die auf Trail umgemodelt wurden. Sie wurden von den aktuell sehr gepushten Gravel-Schuhen abgelöst. Wobei das meist ja oft gar nix anderes ist. Also, wenn die Basis einer der weltweit meistverkauften Straßenschuhe ist und dazu die Trail-Gene aus dem Hause Brooks kommen, kann so was dann nicht funktionieren? Der Praxistest musste es zeigen.

Der erste Eindruck

Wie es der Name sagt, der Brooks Ghost Trail basiert auf dem Ghost. Den gibt es schon in der 18. Auflage und er ist einer der erfolgreichsten Straßenschuhe, die es gibt. Brooks hat zudem schon seit Jahren viel Erfahrung auf den Trails gesammelt und nun das Know-how beider Welten vereint. Ich nenne diese Schuhe lieber Hybridschuhe als Gravel Schuhe. Weniger sexy, aber trifft es aus meiner Sicht mehr. Sie richten sich vor allem an Läufer, die gerne beides laufen wollen und nicht unbedingt im alpinen Gelände unterwegs sind. Dementsprechend ausgestattet ist der Ghost Trail. Das Upper ist straßenschuhähnlich, mit leichten Verstärkungen und die Sohle hat etwas mehr Profil. Geschnürt wird mit klassischen Schuhbändern, das Gewicht liegt in der Größe UK 8,5 bei 311 Gramm und die Sprengung wird mit 8 mm angegeben.

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Die Passform

Auch bei der Passform liegt der Brooks Ghost Trail irgendwo zwischen Straßen- und Trailschuh. Wobei er eindeutig aus der Komfort-Ecke kommt. Ferse und Zunge sind angenehm gepolstert, das Obermaterial ist weich und passt sich dem Fuß gut an. Die Schnürung vermag den Fuß gut festzuhalten, besonders im Mittelfuß ist der Sitz sehr gut. Dazu trägt auch das etwas kompaktere Obermaterial bei. Es ist zwar ähnlich luftig wie beim Straßenschuh, aber robuster und etwas kompakter. Insgesamt macht der Schuh einen komfortablen, aber dennoch sportlichen Eindruck. Man hat allerdings das Gefühl, hoch im Schuh zu stehen, das verringert das Sicherheitsgefühl. Macht aber nix, denn für technisches Gelände ist der Schuh auch nicht gedacht. Der Schnitt ist true-to-size und für normale bis leicht breitere Füße geeignet.

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Die Sohle

Die Mittelsohle des Brooks Ghost Trail setzt auf den aus der Ghost-Serie bekannten DNA Loft v3-Schaum, der durch Stickstoff-Injektion aufgeschäumt wird. Das Material ist auf hohen Komfort ausgelegt und sorgt für eine weiche, gleichmäßige Dämpfung, ohne dabei schwammig zu wirken. Im Vergleich zu vielen modernen Trailmodellen steht hier weniger die maximale Energierückgabe im Vordergrund, sondern vielmehr ein ruhiges und vorhersehbares Laufgefühl über viele Kilometer hinweg. Darunter arbeitet eine Trail-Außensohle mit moderat ausgeprägten Stollen, die den Spagat zwischen Straße und Gelände schaffen soll. Das Profil greift auf Schotterwegen, Waldpfaden und trockenen Trails zuverlässig, rollt auf Asphalt aber deutlich geschmeidiger ab als die groben Sohlen klassischer Trailschuhe.

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Persönlicher Eindruck

Der Brooks Ghost Trail hat mich auf den ersten Metern überrascht, er ist deutlich straffer abgestimmt, als der erste Eindruck vermuten lässt. Der DNA Loft v3 ist zwar angenehm weich, aber nicht schwammig, wie man es von vielen Straßenschuhen kennt. Er gibt einen guten Druckpunkt und das sorgt für eine angenehme Abrollbewegung sowohl auf Asphalt als auch auf den Trails. Und hier überrascht mich der Schuh ein weiteres Mal: Er wirkt weniger wie ein Straßenschuh, der für Trails angepasst wurde, sondern mehr wie ein Trailschuh, der auch auf der Straße gelaufen werden kann. Er hat eine gute Stabilität und auch viel Grip, wenn es nicht zu weich wird. Auf festen Trails kann man mit ihm auch mit höherer Geschwindigkeit seine Runden drehen. Natürlich gibt es aber Grenzen. Auf technischen Trails, in alpinem Gelände oder auf sehr anspruchsvollen Untergründen kommt der Schuh an seine Grenzen. Aber das will er ja auch gar nicht können, er ist ausgelegt für den Übergang zwischen Straße und Trail. Und hier geht’s auf dem Trail sogar überraschend weit.

Pro&Contra

Pro: lauffreudig, trailtauglicher als gedacht, angenehme Passform, sehr vielseitig
Contra: Zwischensohle könnte ein wenig reaktiver sein

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Fazit Brooks Ghost Trail

Der Brooks Ghost Trail überzeugt mich als interessanter Allrounder für Asphalt, Schotter und einfache Trails. Wer vor allem entspannte Kilometer auf wechselndem Untergrund sammelt, bekommt mit einen unkomplizierten und angenehm gedämpften Begleiter. Dabei schlägt er sich auf dem Trail deutlich besser, als es das Konzept des Schuhs vermuten lassen würde. Er ist straffer abgestimmt, als er aussieht, und bringt damit guten Vortrieb und Sicherheit auch auf den Trails. Die Sohle funktioniert auf trockenen Trails zuverlässig, auch auf Stein und Wurzeln. An die Grenze kommt der Schuh bei weichem Untergrund und wenn es dann technischer wird. Wer aber einen Schuh sucht, mit dem er Wald- und Wiesentrails rocken kann und der auch Asphaltkilometer nicht scheut, der bekommt mit dem Brooks Ghost Trail einen sehr verlässlichen Partner.

„Der Brooks Ghost Trail überrascht mit mehr Trail-Tauglichkeit als gedacht und ist ein hervorragender Door-to-Trail Schuh für unterschiedliche Untergründe.“


Herstellerdetails

  • Gewicht: 300,5 g (Herstellerangabe)
    Sprengung: 8 mm
    Schnürung: Schuhbänder
    Dämpfungsmaterial: DNA Loft v3
    Außensohle: TrailTack Green
    Profiltiefe: 2 mm
    Höhe Zwischensohle: 36,5 mm/28,5 mm
    Membran: keine
    UVP: € 150,–

Mehr Infos zum Brooks Ghost Trail findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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