Amazfit Cheetah 2 Ultra

Amazfit, Cheetah 2 Ultra, Test, review

Lange Zeit galt Amazfit vor allem als günstige Alternative zu den etablierten Sportuhrenherstellern. Mit der Cheetah 2 Ultra soll sich das ändern. Sie bringt nahezu alles mit, was sich Trailrunner und Ultraläufer wünschen – von routingfähigen Karten bis zur langen Akkulaufzeit. Im Test musste sie zeigen, ob sie nicht nur auf dem Datenblatt, sondern auch in der Praxis überzeugen kann.

Der erste Eindruck

Die Amazfit Cheetah 2 Ultra richtet sich klar an Trailrunner und Ultraläufer, wirkt dabei aber deutlich eleganter als etwa die T‑Rex‑Serie aus dem eigenen Haus. Das Gehäuse besteht aus Titan Grade 5 und wird von kratzfestem Saphirglas geschützt. Trotz der robusten Bauweise trägt sich die Uhr angenehm am Handgelenk und wirkt deutlich weniger klobig als die T-Rex-Serie. Das 1,5 Zoll große AMOLED-Display erreicht eine Helligkeit von bis zu 3000 Nits und bleibt selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Trotz des größeren Displays ist sie gleich groß wie die Cheetah 2 Pro. Mit rund 52 Gramm zählt die Cheetah 2 Ultra zudem zu den leichteren Premium-Sportuhren ihrer Klasse.

Bei der Ausstattung schöpft Amazfit nahezu aus dem Vollen. Mehr als 180 Sportprofile treffen auf Offline-Karten mit Höhenlinien, Turn-by-Turn-Navigation und detaillierten Höhenprofilen. Ergänzt wird das Ganze durch Kompass, Höhenmesser, Barometer sowie Mikrofon und Lautsprecher, über die sich unter anderem Sprachnotizen direkt während des Trainings aufnehmen lassen. Für die Navigation nutzt die Uhr sechs Satellitensysteme inklusive Dualband-GPS, was besonders im Wald oder alpinem Gelände für eine präzise Positionsbestimmung sorgen soll. Praktisch ist zudem die integrierte LED-Leuchte mit Weiß- und Rotlicht.

Auch beim Gesundheits-Tracking zeigt sich die Cheetah 2 Ultra nahezu komplett ausgestattet. Der BioTracker 6.0 überwacht Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stress und Schlaf rund um die Uhr und wertet die Daten übersichtlich in der Zepp-App aus. Dazu kommt eine beeindruckende Akkulaufzeit: Bis zu 30 Tage hält die Uhr laut Hersteller im Smartwatch-Betrieb durch, mit aktiviertem GPS sind bis zu 60 Stunden möglich. Im eigenen Trailrunning Modus gibt Amazfit 33 Stunden an. Ergänzt wird das Gesamtpaket durch die üblichen Smartwatch-Funktionen wie Benachrichtigungen, Musiksteuerung, Sprachassistent, kontaktloses Bezahlen sowie Timer und Alarme.

Amazfit, Cheetah 2 Ultra, Test, review

Unterschiede zur Amazfit Cheetah 2 Pro

– 780 mAh statt 540 mAh
– bis 60 Stunden GPS
– Ultra-Trail-Modus bis rund 80 Stunden
– 1,5 Zoll Display statt 1,32 Zoll (3,35 cm)
– 64 GB statt 32 GB
– farbige Topo Karten
– Höhenlinien
– Höhenprofile direkt während der Navigation
– Verbesserte Navigation mit verbleibender Distanz, Aufstieg und Abstieg
–  optimierte Höhenmessung
– schnellere Kartenverwaltung
–  Geländeprofil
– Trail-Running-Modus
– zusätzliches Nylonarmband im Lieferumfang

Die Funktionen der Amazfit Cheetah 2 Ultra

Ich liste hier, wie immer, nur die wichtigsten Funktionen für Trailrunner auf. Die komplette Übersicht gibt es bei Amazfit auf der Produktseite.

Amazfit positioniert die Cheetah 2 Ultra direkt gegen Modelle wie Garmins Forerunner- und Fenix-Serie. Entsprechend umfangreich fällt der Funktionsumfang aus. Neben den klassischen Trainingsdaten wie Distanz, Tempo, Herzfrequenz oder Höhenmetern bietet die Uhr zahlreiche Analysefunktionen rund um Training, Belastung und Regeneration. Über 180 Sportprofile decken nahezu jede Sportart ab, die Trainingsseiten lassen sich individuell konfigurieren und mit bis zu sechs Datenfeldern belegen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Navigation. Offline-Karten mit Höhenlinien, Turn-by-Turn-Navigation, detaillierte Höhenprofile sowie die Anzeige bevorstehender Anstiege gehören inzwischen ebenso zum Funktionsumfang wie die Möglichkeit, Routen direkt auf die Uhr zu übertragen oder unterwegs neu zu berechnen. Damit bietet die Cheetah 2 Ultra einen ähnlichen Funktionsumfang wie aktuelle Topmodelle von Garmin.

Auch bei den Trainingsfunktionen hat Amazfit deutlich nachgelegt. Running Power, Laufdynamiken, VO₂max, Trainingsbelastung, Erholungszeit, Readiness, HybridCharge, strukturierte Trainingspläne und der Zepp Coach zählen mittlerweile ebenso zur Ausstattung wie umfangreiche Auswertungen nach dem Training. Damit deckt die Uhr nahezu alle Funktionen ab, die auch Garmins aktuelle Forerunner- und Fenix-Modelle bieten.

Ergänzt wird das Paket durch Gesundheitsfunktionen wie Schlaf-, Stress- und Blutsauerstoffmessung sowie Smartwatch-Funktionen wie Benachrichtigungen, Wetter, Musikspeicher und Musiksteuerung. Außerdem lassen sich externe Bluetooth-Sensoren wie Herzfrequenzgurte oder Rad-Leistungsmesser koppeln. Praktisch sind auch die Sprachsteuerung und die Möglichkeit, während einer Aktivität Sprachnotizen direkt auf der Uhr zu speichern.

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Display und Akku

Das AMOLED-Display der Amazfit Cheetah 2 Ultra misst 1,5 Zoll und gehört damit zu den größeren Bildschirmen aktueller Sportuhren. Mit einer Helligkeit von bis zu 3000 Nits das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung jederzeit gut ablesbar. Die automatische Helligkeitsregelung arbeitet insgesamt zuverlässig, hier wurde auch deutlich nachgebessert im Vergleich zu den früheren Modellen. Im Alltag funktioniert das nun zuverlässig, im Training nutze ich aber weiter den Always-on-Modus. Das erhöht zwar etwas den Akkuverbrauch, aber das ist bei der Ultra kein Problem mehr.

Deutlich zugelegt hat die Akkulaufzeit. Amazfit gibt bis zu 30 Tage im Smartwatch-Betrieb an. Im Alltag hängt die Laufzeit natürlich stark von den aktivierten Funktionen und dem Trainingsumfang ab. Im Test habe ich die 30 nie erreicht, aber locker 21 bis 23 Tage. Beim Training im präzisesten Dualband-GPS-Modus sollen bis zu 60 Stunden möglich sein, womit sich die Cheetah 2 Ultra auch für längere Ultratrails oder mehrtägige Touren eignet. Für Trailrunner interessanter ist der spezielle Trail-Running-Modus. Mit aktiviertem Always-on-Display, Dualband-GPS, permanenter Herzfrequenzmessung und Kartennavigation gibt Amazfit eine Laufzeit von bis zu 33 Stunden an. Zusätzlich stehen verschiedene Energiesparmodi zur Verfügung, die je nach gewünschter Genauigkeit die Laufzeit weiter erhöhen. Geladen wird ganz praktisch mit einem Magnet Pod.

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GPS und OHR

Zu den wichtigsten Disziplinen einer Laufuhr zählen nach wie vor die GPS-Genauigkeit und die Qualität der optischen Herzfrequenzmessung. Beim Satellitentracking hinterlässt die Cheetah 2 Ultra einen hervorragenden Eindruck. Dualband-GPS und die Unterstützung von sechs Satellitensystemen sorgen auch in dichtem Wald oder alpinem Gelände für eine präzise Streckenaufzeichnung. Es gibt keine großen Schnitzer in der Aufzeichnung.

Einen wirklich großen Sprung hat Amazfit bei der optischen Herzfrequenzmessung am Handgelenk gemacht. Das war bisher eine Problemzone des Herstellers. Der neue BioTracker-6.0-Sensor arbeitet im Alltag und bei gleichmäßigen Belastungen zuverlässig. Im normalen Lauftraining passen die Werte. Lediglich bei kürzeren Intervallen oder sehr intensiven Belastungen sind weiterhin kleinere Abweichungen möglich. Damit teilt die Cheetah 2 Ultra das Schicksal vieler aktueller Sportuhren. Wer seine Trainingsbereiche auch bei Intervallen exakt steuern oder nach Herzfrequenz trainieren möchte, ist mit einem Brustgurt oder dem Amazfit Helio Strap nach wie vor besser beraten.

Amazfit, Cheetah 2 Ultra, Test, review

Konnektivität und App

Als Schaltzentrale dient weiterhin die Zepp-App, über die sämtliche Amazfit-Geräte verwaltet und synchronisiert werden. Der Fokus liegt klar auf Gesundheits- und Trainingsdaten. Schlaf, Erholung, Belastung und Körperwerte werden übersichtlich dargestellt. Hinzu kommen Trainingspläne, der Zepp Coach und zahlreiche Auswertungen nach dem Training.

Im Vergleich zu früheren Versionen hat die App spürbar zugelegt. Zwar gibt’s bei der Datentiefe noch Luft nach oben, aber die Auswertung ist viel besser geworden. Dafür bietet die App viele Funktionen kostenlos an, welche man bei anderen teilweise zahlen muss. Wie ein Ernährungstracker, bei dem man das Essen nur abfotografieren muss. Der Morgen- und Abendbericht ist auch hilfreich und eine KI unterstützt bei der Belastungssteuerung. Also auch hier gibt es eine sehr positive Entwicklung. Strava und TrainingPeaks werden unterstützt, der Routentransfer erfolgt jedoch weiterhin überwiegend über den Import von GPX-Dateien.

Navigation

Die Navigation gehört zu den größten Stärken der Amazfit Cheetah 2 Ultra. Sie unterstützt Offline-Karten mit topografischer Darstellung und Höhenlinien sowie eine Turn-by-Turn-Navigation mit Abbiegehinweisen. Routen lassen sich als GPX-Datei auf die Uhr übertragen und direkt nachlaufen. Während der Navigation zeigt die Uhr zahlreiche Zusatzinformationen wie verbleibende Distanz, Restanstieg, Restabstieg, Höhenprofil, voraussichtliche Ankunftszeit sowie den aktuellen Standort auf der Karte an. Karten lassen sich dabei direkt auf der Uhr verschieben und zoomen. Eine Besonderheit: Aktuell setzen nur Amazfit und Garmin bei Sportuhren auf routingfähige Karten. Dadurch kann die Uhr bei Bedarf eine neue Strecke berechnen und den Nutzer zurück auf die geplante Route führen.

Besonders gelungen ist der integrierte Anstiegs-Assistent. Er erkennt bevorstehende Anstiege automatisch und blendet Länge, Höhenmeter, Steigungsprofil sowie die aktuelle Position innerhalb des Anstiegs übersichtlich ein. Ergänzt wird der Funktionsumfang durch Wegpunkte entlang der Strecke, die Anzeige wichtiger Streckeninformationen sowie das automatische Re-Routing beim Verlassen der Route. Gerade auf längeren Trailruns oder Bergtouren stehen damit nahezu alle relevanten Navigationsinformationen direkt am Handgelenk zur Verfügung.

Amazfit, Cheetah 2 Ultra, Test, review

Bodymetrics

Beim Gesundheits-Tracking setzt Amazfit auf den BioTracker-6.0-Sensor. Er misst kontinuierlich Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stress, Hauttemperatur und Schlaf und erfasst zusätzlich die Herzfrequenzvariabilität (HRV). Die gewonnenen Daten fließen in verschiedene Auswertungen der Zepp-App ein und werden übersichtlich dargestellt. Auffällige Werte können auf Wunsch automatisch gemeldet werden, zudem lassen sich mit der One-Tap-Messung mehrere Gesundheitsparameter gleichzeitig erfassen.

Für Sportler besonders interessant sind Readiness und HybridCharge. Während Readiness anhand von Schlaf, Belastung und Erholung die aktuelle Trainingsbereitschaft bewertet, soll HybridCharge den verfügbaren Energiehaushalt im Tagesverlauf abbilden und so eine bessere Einschätzung von Belastung und Regeneration ermöglichen. Ergänzt wird das Ganze durch Trainingsbelastung, Erholungszeit, VO₂max, Running Power und weitere Laufdynamiken, wodurch die Cheetah 2 Ultra weit mehr bietet als eine reine Gesundheitsuhr.

Amazfit, Cheetah 2 Ultra, Test, review

Pro&Contra

Pro: großes, gut ablesbares Display, super Navigation, großer Funktionsumfang, endlich funktionierender OHR
Contra: Re-Routing nicht perfekt, GPS gut, aber noch nicht Spitzenklasse

Fazit Amazfit Cheetah 2 Pro

Ich muss ehrlich sagen: Amazfit hat in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Sprung gemacht. Aus einem Hersteller, der vorwiegend über den Preis interessant war, ist inzwischen ein ernstzunehmender Anbieter im Premiumsegment geworden. Die Cheetah 2 Ultra ist dafür das beste Beispiel. Sie richtet sich klar an Trailrunner und Ultraläufer, bietet aber auch ambitionierten Läufern auf der Straße nahezu alles, was man von einer modernen Sportuhr erwartet.

Besonders überzeugt haben mich die Navigation und der enorme Funktionsumfang. Die routingfähigen Offline-Karten mit Höhenlinien, der gut umgesetzte Anstiegs-Assistent und die vielen Navigationsdaten machen die Uhr zu einem starken Begleiter im Gelände. Dazu kommen das helle AMOLED-Display, die lange Akkulaufzeit und das hochwertige Titangehäuse mit Saphirglas. Trotz der robusten Bauweise trägt sich die Uhr angenehm leicht und fällt im Alltag kaum auf.

Ganz ohne Kritik kommt die Cheetah 2 Ultra aber nicht davon. Die Zepp-App hat sich zwar spürbar weiterentwickelt, bei der Trainingsanalyse, dem Routentransfer und der Einbindung externer Plattformen sehe ich aber noch Verbesserungspotenzial. Auch die optische Herzfrequenzmessung liefert bei ruhigen Dauerläufen gute Ergebnisse, kommt bei Intervallen oder schnellen Belastungswechseln jedoch weiterhin an ihre Grenzen.

Unterm Strich ist die Cheetah 2 Ultra für mich die bislang kompletteste und ausgereifteste Sportuhr, die Amazfit gebaut hat. Der Hersteller hat nicht einfach nur einzelne Funktionen ergänzt, sondern in nahezu allen Bereichen nachgelegt. Gerade Trailrunner profitieren von den starken Navigationsfunktionen, der langen Akkulaufzeit und den umfangreichen Trainingsanalysen. Kleinere Schwächen bei der Software und der optischen Pulsmessung bleiben zwar bestehen, ändern für mich aber nichts daran, dass Amazfit mit der Cheetah 2 Ultra endgültig in der Oberklasse der Sportuhren angekommen ist.

Amazfit, Cheetah 2 Ultra, Test, review

„Die Amazfit Cheetah 2 Ultra ist die bislang stärkste Sportuhr von Amazfit – mit hervorragender Navigation, langer Akkulaufzeit und nur wenigen Schwächen.“


Herstellerdetails

  • Displayauflösung: 480 × 480 Pixel
    Displayart: AMOLED
    Display: Saphirglas
    Material: Titan Grad 5
    Material Armband: Nylon
    Armbandbreite: 22 mm, Schnellverschluss
    Maße: 47,3 × 47,3 × 13,6 mm
    Gewicht: 52 g (ohne Armband)
    Verbindung: Bluetooth 5.2, WLAN
    Wasserdicht: ja, 5 ATM
    Satelliten: GPS, GLONASS, Galileo, Beidou – Dualband
    UVP: 599,90 €

Mehr Infos zur Amazfit Cheetah 2 Pro findet ihr hier

Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.

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