ISPO 2019 Rückblick Teil 2

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Auch wenn auf der ISPO alljährlich tausende neue Produkte präsentiert werden, heißt das nicht, dass jedes Jahr der eine „Gamechanger“ dabei ist. Vor allem im Skitourensport merkt man, dass sich die Industrie erst mal setzen muss. Sensationen sind da einfach nicht möglich. Es ist aber festzustellen, dass der anhaltende Boom auch die Industrie antreibt und es so sehr stetige Weiterentwicklungen von Produkten gibt. Das betrifft sowohl die Hardware als auch die Bekleidung. Ich habe mich bei meinem ISPO Rundgang aber vor allem auf die Hardware konzertiert.

La Sportiva

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Die bereits fünfte Version des Vollcarbon-Skimo-Schuh Stratos bringt La Sportiva auf den Markt. Der Stratos V ist ein absoluter Hingucker, vor allem wegen der unglaublichen Ausführung. Carbon in Top-Verarbeitung, eine beeindruckende Fersenkonstruktion und lächerliche 540 Gramm lassen einen Träumen. Mit nur einem Handgriff lässt sich der Stratos V fixieren und mit den S4 Inserts ist der Einstieg auch bei geschlossener Bindung möglich. Für die breite Masse bringt La Sportiva den Skorpius CR mit 1220 Gramm und einem neuen Ski/Walk-Mechanismus und einfachem Einstieg.

Im Bereich Trailrunning, oder Mountain Running, wie es La Sportiva nennt, präsentierte La Sportiva den neuen Blizzard GTX. Ein Schuh mit integrierter Gamasche, Spikes und Gore Tex. Trotzdem ist der Schuh gut gedämpft und hat eine Sprengung von 4 mm. Ebenfalls neu ist die Goretex Variante des „Kaptiva“, der „Kaptiva GTX“. Ein Schuh für mittellange Strecken. Bereits auf der Outdoor präsentiert und schon im Frühling im Handel ist der „Unika“, der von der Bauweise her schon fast an einen Kletterschuh erinnert und für mittlere bis lange Distanzen ausgelegt ist.

Blizzard/Tecnica

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Spannendes gibt´s auch von Blizzard und Tecnica zu berichten. Auch diese beiden Firmen sind unter einem Dach. Von Blizzard wurde der sehr erfolgreiche Zero G Tourenski-Serie überarbeitet. Die Ski punkteten ja vor allem mit ausgezeichneter Abfahrtsperformance und wenig Gewicht. Daran soll sich auch mit der neuen Modellreihe nichts ändern. Die Ski wurden nur geringfügig leichter, aber der Carbon-Layer wurde etwas verändert und dadurch soll der Ski fehlerverzeihender sein. Die Zero G sollen aber nichts an der Abfahrtsperformance verloren haben. Einem großen Wunsch der Kunden ist Blizzard endlich mit der Fellaufnahme nachgekommen. Hier gibt es nun erstmals eine Fellaufnahme an der Skispitze wie es vielfach gewünscht wurde. Die passenden Felle dazu liefert Pomoca.

Bei den Tourenskischuhen hat sich bei Tecnica nichts geändert. Anders sieht es bei den Trailrunning-Schuhen aus. Aber auch hier muss ich euch leider vertrösten. Es wurde auf der ISPO ein neuer Trail-Schuh zwar angekündigt, aber noch nicht präsentiert. Das soll erst im Frühjahr erfolgen. Man kann aber gespannt sein, denn der Schuh hat mit den alten Modellen nichts mehr zu tun. Wirkt sehr modern und ist dazu noch individuell anpassbar wie schon die Wanderschuhe von Tecnica. Ihr könnt gespannt sein.

Scott

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Auch bei Scott gibt´s viel Bekanntes. Aus meiner Sicht spannend ist, dass die Speedguide Tourenski-Serie Zuwachs bekommen hat. Ich war ja im Test vom Speedguide 95 begeistert und zum 95 und den beiden 80er Modellen kommt nun noch einer mit Mittelbreite 89 dazu. Er liegt damit für den klassischen Tourengeher genau im richtigen Bereich. Auch bei den Trailschuhen setzt Scott auf Bewährtes. Der Supertrac RC bleibt gleich, bekommt aber zusätzliche Farben wie auch der Supertrac Ultra. Beide gibt’s nun auch in rot und in pink. Auch bei Scott heißt es, noch etwas warten auf die richtige Neuheit. Gearbeitet wird an einem schnellen Trailschuh, mehr darf ich aber noch nicht verraten.

Stance

Eigene Modelle fürs Skifahren und Skimo präsentierte der Socken-Spezialist Stance. Wie gewohnt in extrem coolen Styles und in verschiedenen Varianten, auch mit Merinowolle oder Kompression. Ansonsten werden die bekannten Modelle weiterlaufen und nur in neuen Styles kommen.

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Orange Mud

Bisher hatte ich Orange Mud nicht so am Radar, da sie bis vor kurzem hauptsächlich Rucksäcke für Trinkflaschen gebaut haben. Nun hat die kleine amerikanische Firma auch sehr spannende Laufwesten im Angebot und auf der ISPO wurde mit der Gear Vest Pro eine sehr spannende Weste präsentiert. Mit 4 Liter Packmaß, einen 1-Liter Trinkblase und verschiedenen kleinen Taschen für alles, was man für einen Ultra braucht. Auch die Stöcke lassen sich befestigen. Die Gear Vest Pro baut auf die „Gear Vest“ auf, auch sie kommt mit einer 1-Liter-Trainkblase, aber weniger Stauraum. Sehr ähnlich aufgebaut ist auch das „Endurance Pack“ mit einer 2-Liter-Trinkblase. Es gibt aber auch weitere Rucksäcke und Westen und sogar ein Tuch zum Umziehen. Mir gefallen vor allem die durchdachten Details, man merkt einfach, dass Orange Mud Gründer Josh Sprague selbst ein Ultrarunner ist.

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Fritschi

Wohl eine der spannendsten Neuheiten in Sachen Skimo präsentierte Fritschi an seinem Stand. Die Schweizer bringen mit der „Xenic 10“ endlich auch eine recht leichte Pin-Bindung auf den Markt, aber weiterhin „mit den typischen Fritsche-Genen“, wie betont wird. Die Bindung wirkt sehr wertig und bietet großen Einstiegskomfort, dazu kommt der frei gelagerte Hinterbacken, der dem Ski ermöglichst sich unter der Bindung durchzubiegen. Mir gefällt auch, dass der Stopper beim Aufsteigen mit dem Dreh der Backens arretiert wird und zur Abfahrt mit dem Dreh wieder frei gegeben wird. Damit unterscheidet sich die „Xenic 10“ von den der Marker Alpinist und der ATK Crest. Ohne Stopper bringt die „Xenic 10“ 280 Gramm auf die Waage, mit Stopper etwas über 300 Gramm. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Bindung in der Praxis funktioniert.

Komperdell

Eine Schritt weiter gedacht hat Komperdell bei den Faltstöcken. Schon seit einigen Jahren tüfteln die Österreicher an einem neuen System, da man mit dem bisherigen Seilzug-Systemen am Markt nicht zufrieden war. Wenn das Seil ausreist, ist der Stock kaputt, das wollte man bei Komperdell anders lösen. Heuer haben sie es nun geschafft und sie präsentierten den FXP.4 Tour. Das spannende ist der neue Mechanismus, da er mit wesentlich weniger Teilen auskommt und damit leichter und weniger fehleranfällig ist. Ein genaues Gewicht gibt´s noch nicht, da der Stock noch den Feinschliff bekommt. Er soll aber noch heuer auf den Markt kommen. Beim FXP gibt es zwei Knöpfe zum Entriegeln und es wird nicht wie bisher ein Seil zum Fixieren gespannt, sondern die Teile rasten ineinander ein. Damit ist der Stock steifer. Und besonders cool, zum Fixieren braucht man ihn nur loslassen und er baut sich quasi selbst zusammen.

Petzl

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Swift RL

Mehr Power heißt es bei Petzl. So bekommt die neue Actic Core nun 420 Lumen. Die Vorgängerin lag bei 380 Lumen. Ganz neu ist die Swift RL. Sie finde ich besonders spannend für Trailrunner. Mit 700 Lumen hat sich richtig Power, bietet das adaptive Licht, welches sich auf die Helligkeit anpasst, hat den Akku vorne an der Stirn, direkt am Lampenkopf, bietet eine Leuchtdauer bis 10 Stunden, bei voller Leistung 2,5 – 3 Stunden und das alles bei nur 105 Gramm. Das ist schon beeindruckend. Der Akku wird über ein Mirco-USB Kabel geladen. Dank der 2 LED leuchtet sie den Boden vor dem Läufer breit aus und hat einen Spot für die Ferne.

Das wars für heuer von der ISPO. Ich hoffe die Neuheiten gefallen euch. Falls ich noch Detailfragen habt, schreibt doch gerne hier einen Kommentar oder schickt mir eine Mail.

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